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Großbritannien: UK hebt Glücksspielsteuer auf 21 Prozent an

Dieter Maroshi, 31. Oktober 2018, Steuern

Wer erhält die Sportwetten Steuer? (Bildquelle)

Glücksspiel lohnt sich in Großbritannien in Zukunft noch mehr als ohnehin schon. Dies gilt zumindest für den Staat. Denn das United Kingdom (UK) hat über das Finanzministerium beschlossen, dass die Steuern in diesem Sektor angehoben werden. Das diese Erhöhung die spielfreudigen Briten von ihrem Treiben in den Online-Casinos und bei den Wetten großartig abhalten wird, ist allgemein eher nicht anzunehmen. Daher erwartet der Staat ein nettes Wachstum hinsichtlich der Steuereinnahmen aus Glücksspielen.

Bislang wurde das Glücksspiel in Großbritannien mit 15 Prozent besteuert. Dieser Prozentsatz wird um weitere 7 Prozent verteuert. Zukünftig zahlen die Briten also 21 Prozent Steuern beim Spielen. Allerdings wird in erster Instanz das Unternehmen belastet, welches Glücksspiel feilbietet. Der Finanzminister Philip Hammond sprach diesbezüglich von einer Remote-Gaming-Steuer. Fällig wird diese Abgabe auf das Brutto des Gewinns der Unternehmen.

Erhöhte Glücksspielsteuer gleicht FOBT-Anteil direkt aus!

Fixed Odds Betting Terminals (FOBTs) sind Automaten, an denen Lotto-, Bingo- und Roulette-Spiele, sowie ähnliche Games mit festen Quoten, abgegeben werden können. Diese stehen in der UK schon länger in der Kritik. Kampagnen bezeichneten diese Automaten sogar als Crack Kokain des Glücksspiels. Die Aktionisten hatten hier Erfolg und haben durchgesetzt, dass der Maximaleinsatz an diesen Geldspielgeräten gesenkt wird. Sind bislang bis zu 100 Pfund als Einsatz möglich, dürfen bald nur noch zwei Pfund eingesetzt werden. Diese Entscheidung hat jedoch eine Lücke in den Haushalt gerissen. Denn der prognostizierte Steuerverlust von 120 Millionen britischen Pfund soll mit dem Anheben der Glücksspielsteuer direkt ausgeglichen werden. Und wenn die Zahlen stimmen, die das Finanzministerium schätzt, entspricht dies der Wahrheit. Tatsächlich würde in diesem Fall sogar ein Plus eingefahren werden.

Denn die Anhebung der Steuern von 15 auf 21 Prozent hinsichtlich der Bruttospielrendite soll in den Jahren 2019 und 2020 jeweils bis zu 130 Millionen britische Pfund in die Staatskasse spülen. In den Jahren 2020 und 2021 ist von weiteren 255 Millionen die Rede. Hier zeigt sich schön, dass sich der Markt weiterhin im Wachstum befindet. Umgekehrt wird der Markt in Großbritannien hinsichtlich des Glücksspiels jetzt als reifer bezeichnet. Politisch war es jedenfalls ein kluger Schachzug. Die FOBTs wurden im Einsatz auf ein Minimum zusammengestaucht. Entsprechende Terminals dürfen zwar weiterhin betrieben werden, sind aber nicht mehr so ertragreich für die Unternehmen. Umgekehrt müssen die Unternehmer jetzt 7 Prozent Steuern mehr auf ihre Glücksspielgewinne zahlen, um den Haushalt des Finanzministeriums auszugleichen. Aber gehen Spielerschutz und Haushaltspflege hier Hand in Hand?

Unternehmerischer Gewinn an den FOBTs: Der größte Buchmacher in der UK ist Ladbrokes Coral. Dieses Unternehmen konnte im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 800 Millionen Pfund allein mit den Terminals erzielen.

Handelskammer warnt vor Abwanderung der Glücksspieler ins Ausland

UK gleicht Steuerverlust an Terminals aus (Bildquelle)

Die Einsätze an den Wettterminals wurden drastisch reduziert. Jetzt folgt eine Erhöhung der Steuern. Die Briten sind als spiel- und wettfreudig bekannt. Doch ist anzunehmen, dass einige Spieler sich eine günstigere Alternative suchen werden. Clive Hawkswood von der Handelskammer hat diesbezüglich eine Warnung ausgesprochen: „Großbritannien ist jetzt ein reifer Markt. Die zunehmende Regulierung und Steuerbelastung machen ihn jedoch weniger attraktiv.“ An ausländischen Operatoren fehlt es definitiv nicht. Das ist ähnlich wie in Deutschland, wo ebenfalls viele Anbieter aus anderen Ländern aktiv sind.

Von Seiten der Regierung wird bezüglich der Steuererhöhung exakt kalkuliert. Daher soll die Reduzierung der Maximaleinsätze bei den FOBTs bis dahin aufgeschoben werden. Die Terminals sollen die neuen Vorgaben erst im Oktober 2019, gemeint ist die Reduzierung auf Einsätze bis zu maximal zwei Pfund, umsetzen. Daher blieben die Aktienkurse von Ladbrokes Coral und William Hill vorerst stabil. Von der eigentlichen Planung, die neue Regulierung bereits zum April 2019 durchzuführen, hat sich nicht durchgesetzt. Während von Seiten der Politik und der Spielschutzverbände die Reduzierung der Einsätze an den FOBTs gefeiert wird, sehen die Unternehmer dies kritisch. Es wird angenommen, dass bis zu 4.000 Wettbüros ihre Pforten schließen müssen. Eine Benachteiligung gegenüber den Internet-Anbietern, wo höhere Einsätze erlaubt sind, ist ebenfalls zu erkennen. Nicht zuletzt werden Arbeitsplätze verloren gehen.

Problemspieler an FOBTs: Die Terminals werden in Großbritannien hinsichtlich der grassierenden Spielsucht als große „Übeltäter“ gesehen. Immerhin können dort alle 20 Sekunden 100 Pfund gesetzt werden.

So sehen die Glücksspielsteuern in Deutschland aus

Generell ist das Glücksspiel derzeit zum großen Teil Ländersache. Daher können die Kommunen Wettbüros beispielsweise ganz unterschiedlich besteuern. Diesbezüglich lässt sich also keine exakte Aussage treffen. Allerdings gibt es Steuern, die in den Bundesgesetzen festgeschrieben sind. Der Volksfreund hat im letzten Jahr aufgeführt, dass allein im Automatenspiel jährlich 1,12 Milliarden für den Staat eingespielt werden. Sportwetten, Pferdewetten und Lotto bringen nochmals 1,67 Milliarden Euro ein. Dabei werden die Wetten mit 5 Prozent besteuert. Beim Lotto werden 20 Prozent Steuern fällig. Die Online-Casinos können diesbezüglich aktuell nur schwer erfasst werden, da sie laut Gesetz eigentlich verboten sind. Lediglich die europäische Dienstleistungsfreiheit gibt den Glücksspielanbietern derzeit hierzulande Schutz. Doch soll die neue Glücksspielregulierung bereits vor der Tür stehen. Dabei werden die Casinos ebenfalls bedacht werden.

Großbritannien: UK hebt Glücksspielsteuer auf 21 Prozent an 1200 1000 2018-10-31 09:48:17 Online-Casino.de

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