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GVC Holdings heißt künftig Entain und setzt auf legale Märkte

Martin Hill, 13. November 2020, Wirtschaft

Quelle: GVC Holdings

GVC Holdings ist ein weltweit agierendes Unternehmen aus der Glücksspielbranche. Wenngleich nicht jeder diesen Namen kennt, so doch zumindest die zugehörigen Seiten. Dazu zählen beispielsweise Bwin oder CasinoClub. Doch hat es in der jüngeren Vergangenheit nicht nur positive Schlagzeilen rund um das Unternehmen gegeben. Diesbezüglich sind insbesondere die Bonuszahlungen in Millionenhöhe an EX-Chef Kenny Alexander zu nennen. Jetzt möchte sich GVC Holdings im Zuge eines Neuanfangs umbenennen. Was konkret hinter dieser Idee steckt und welche Hürde noch zu nehmen ist, wollen wir aufzeigen.

Zunächst einmal ist eine Umbenennung gar nicht so ohne Weiteres durchzuführen. Immerhin handelt es sich bei GVC Holdings um ein börsennotiertes Unternehmen. Für den neuen Namen braucht es daher die Zustimmung der Aktionäre. Sind diese mehrheitlich dafür, so heißt GVC künftig Entain. Dieser Name soll den Ehrgeiz der Gruppe wiederspiegeln, bei Sportwetten und beim Casino-Gaming weltweit führend zu sein. Innerhalb eines Strategiepapiers hat GVC seine Pläne, die im Zuge der Neubenennung in Angriff genommen werden sollen, zusammengefasst. Es scheint so, als solle das Image des Unternehmens dauerhaft aufpoliert werden. Nachfolgend möchten wir uns einmal anschauen, wie diese Pläne im Detail ausschauen.

GVC Holdings will als Entain neu durchstarten

Glücksspiel ist mitunter ein kompliziertes Thema. Dass weiß man kaum anderswo besser, als hier in Deutschland. Denn die Regulierung zieht sich schon länger hin. Und ob der Umlaufbeschluss letztlich zum Glücksspielstaatsvertrag 3.0 im Juli 2021 führt, ist noch nicht final beschlossen. Dennoch hat GVC Holdings für sich beschlossen, als Entain nur noch auf legalen Märkten zu agieren. So heißt es im Strategiepapier, dass bis zum Ende des Jahres 2023 der Konzernumsatz nur noch aus Märkten stammt, die von ihren jeweiligen Nationen reguliert sind. Bereits bis Ende 2020 will es der Firma gelingen, die Umsätze zu 99 Prozent aus regulierten Märkten zu bestreiten. Dies zeigt sehr deutlich, dass das Unternehmen eigentlich fast schon ausschließlich in Ländern mit Regulierung für Wetten oder Casino-Games tätig ist.

Weiterhin soll das ARC-Programm ins Leben gerufen werden. Dabei handelt es sich um die Abkürzung für „Advanced Responsibility & Care“ – also „Erweiterte Verantwortung und Fürsorge“. Anders ausgedrückt: Die Spieler auf den hauseigenen Plattformen sollen von einer Software überwacht werden. Das im Hintergrund aktive Programm soll anschlagen, wenn der Kunde über seinen Möglichkeiten spielt oder auf Dauer zu hohe Summen setzt. Generell soll die Verantwortung, die mit dem Glücksspielangebot einhergeht, einen höheren Stellenwert erfahren. Natürlich ist trotz dieser Maßnahmen ein weiteres Wachstum geplant. Gerade als Aktienunternehmen bist du gegenüber deinen Anlegern ebenfalls in der Pflicht. Oder wie heißt es zu Beginn des Strategiepapiers so treffend: „A clear strategy for sustainability, growth and innovation“. Also eine klare Strategie für Zukunftsfähigkeit, Wachstum und Innovationen.

Was steckt hinter den GVC Holdings? Bwin nannten wir schon. Doch auch Ladbrokes Coral, BetMGM, Sportingbet, Betboo, Gamebookers, VistaBet und Neds zählen aus der Branche der Sportwetten dazu. Zudem kommen die Casino-Labels Partypoker, Partycasino, CasinoClub, Gioco Digitale, Cashcade, Foxy Bingo und Foxy Casino dazu. Diese Unternehmungen werden auch als Entain erhalten bleiben.

Künftige Kernmärkte von Entain und Aussagen des CEOs

Wirkt sich der Plan auf die Aktien aus? / Shutterstock.com

In der ausgearbeiteten Strategie ist von vier Kernmärkten die Rede. Einmal ist damit der US-Markt gemeint, welcher noch großes Wachstumspotential besitzt. Dann sollen die Kernmärkte, also dort wo GVC jetzt schon stark aufgestellt ist, gestärkt werden. Weiterhin geht es um die Erschließung neuer Märkte und neuer Zielgruppen. Niedergeschrieben hören sich diese Ziele logisch an. Auf regulierte Märkte zu setzen klingt seriös. Und dabei das Wachstum im Auge zu behalten klingt unternehmerisch. Doch diese Zielsetzung muss erst in die Tat umgesetzt werden. Dass weiß sicherlich auch GVC-Chef Shay Segev, der in der Umbenennung schon einen kleinen Neuanfang für sein Unternehmen sieht:

„Der heutige Tag markiert ein aufregendes neues Kapitel für die Gruppe und einen wichtigen Schritt vorwärts, um unser Ziel zu erreichen, weltweit führend bei Sportwetten und Gaming zu sein“, so Segev. Der starke Mann bei GVC fährt fort: „Im Rahmen unserer neuen Corporate Identity werden wir unsere einzigartige Technologieplattform weiterhin nutzen, um auf der außergewöhnlich starken Dynamik unserer bestehenden Märkte zu wachsen, neue Zielgruppen zu erreichen, das Kundenerlebnis zu verbessern und branchenführend im Spielerschutz zu werden.“ Ehrgeizige Worte, die auch die Aktionäre gerne hören werden. Der Aktienkurs steht tagesaktuell bei 11,26 Euro. Segev erklärt weiterhin: „Unsere klare Strategie, Nachhaltigkeit und Wachstum zu priorisieren, ermöglicht es uns, unsere Ziele zu erreichen und damit allen unseren Stakeholdern einen langfristigen Wert zu bieten.“ Dazu zählen auch hohe Standards bei der Unternehmensführung und die Möglichkeit für Angestellte auf berufliche Weiterbildung.

GVC Ebita 2020: Das Ebita beschreibt den Unternehmensgewinn ohne Steuern, Abschreibungen und Zinsen. Für die GVC Holdings liegt dieser Wert für 2020, nach eigener Angabe, bei einer Summe von 770 bis 790 Millionen Euro. Als Aktienunternehmen muss GVC solche Informationen öffentlich machen. Und dieser Pflicht kommt das Unternehmen nach. Dies wird sich auch als Entain nicht ändern, sofern die Aktionäre die Namensänderung mittragen.

GVC Holdings heißt künftig Entain und setzt auf legale Märkte 1200 1000 2020-11-13 09:14:04 Online-Casino.de

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