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Harter Eingriff: China möchte Casino-Reisen unterbinden

Chinas "Zocker" erwarten harte Beschränkungen / Shutterstock.com

Die Regierung in Peking ist international dafür bekannt, das eigene Land mit strengen Mitteln zu regieren. Das könnten künftig auch die chinesischen Glücksspieler zu spüren bekommen. Die sind eigentlich weltweit gern gesehene Gäste in den Glücksspieleinrichtungen. Nicht wenige Highroller aus den großen Casinos dieser Welt stammen aus China. Dementsprechend umgarnt werden diese Spieler von den Etablissements. Angefeuert wird dies dadurch, dass in China selbst das Glücksspiel verboten ist. Lediglich die Sonderzone Macau bildet eine Ausnahme.

Nun allerdings droht den chinesischen Spielern ein harter Eingriff in ihre Freiheit. Wie das chinesische Ministerium für Kultur und Tourismus mitteilte, soll künftig eine Art Blacklist für den Glücksspieltourismus aufgestellt werden. Hintergrund: Reisen zu Casino-Destinationen sollen blockiert werden. Wie es heißt, aus Gründen der Sicherheit der chinesischen Spieler.

Keine Casino-Reisen mehr für chinesische Spieler

Das Glücksspiel hat in China eine lange Tradition. Da die Chinesen im eigenen Land aber nicht legal ihrer Leidenschaft nachgehen können, erfreuen sich auch die Reisen ins Ausland allergrößter Beliebtheit. Hier können die Chinesen unbehelligt spielen und setzen dabei nicht selten große Beträge in den Casinos und Spielbanken dieser Welt um. Anders gesagt: Chinas „Zocker“ sind in den Casinos gerne gesehen. Nun allerdings könnte sich das ändern. Am Mittwoch teilte das chinesische Ministerium für Kultur und Tourismus mit, dass eine Blacklist mit weltweiten Casino-Destinationen entwickelt wurde. Diese solle dazu dienen, künftig Reisen zu den Glücksspiel-Zielen zu beschränken.

Was in zahlreichen Ländern dieser Welt für einen enormen Aufschrei sorgen dürfte, wird in China vor allem mit der persönlichen Sicherheit und dem Schutz des Eigenturms der chinesischen Bürger verteidigt. Genau dies sei in den Casino-Destinationen nicht gewährleistet, so das Ministerium.

Spielleidenschaft gegen Gesetzestreue: Die Chinesen gelten als große Liebhaber von Glücksspielen. In China sind Glücksspiele strengstens untersagt, die Behörden haben in der Vergangenheit unzählige illegale Spielstätten in den Metropolen und sogar den ländlichen Regionen ausgehoben. Eine Ausnahme bildet lediglich die Sonderverwaltungszone Macau. Hier darf legal gespielt werden.

Chinesen mit horrenden Reiseausgaben

Macau als großer Profiteur? (Bildquelle)

Die Reisebeschränkungen für die Chinesen dürften unweigerlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft der betroffenen Länder und Regionen haben. So ergab eine Auswertung der Welttourismusorganisation zum Beispiel, dass im Jahr 2018 149,7 Millionen Chinesen eine Reise ins Ausland unternommen hätten. Dabei wurden insgesamt stolze 277,3 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Nur die reisenden Chinesen waren damit für 20 Prozent der weltweiten Reiseausgaben verantwortlich. Welche Ziele konkret auf der Liste zu finden sind, wurde bisher noch nicht mitgeteilt. Analysten der Investmentbank JP Morgan rechnen jedoch damit, dass vor allem südostasiatische Glücksspielziele wie Kambodscha, Vietnam oder die Philippinen betroffen sein würden. Allerdings könnte auch Australien zu den künftig gesperrten Destinationen gehören. Hier hatte es in der Vergangenheit bereits eine Menge Ärger um das Crown Casino in Melbourne gegeben. Diesem wurde vorgeworfen, mit Hilfe von Regierungsbeamten chinesische Highroller an den Einwanderungsvorgaben vorbei ins Land zu schleusen. Ebenso wurde das Crown Casino bezüchtigt, mit illegalen Glücksspielunternehmen aus China zu kooperieren.

Dass die Glücksspielziele in Las Vegas ebenfalls auf der Blacklist zu finden sein werden, scheint in den Augen der Analysten eher nicht realistisch zu sein. Als sicher gilt zudem, dass Macau als Sonderverwaltungszone ebenfalls nicht von den Restriktionen betroffen sein wird. Im Gegenteil: Sind andere Glücksspielziele „gesperrt“, weichen die Chinesen zwangsläufig wieder stärker auf Macau aus. Das dürfte dem Glücksspiel in der Heimat Auftrieb verleihen.

Große Probleme: Beide Hände voll zu tun hat die Regierung in Peking derzeit auch im Kampf gegen illegale Online Casinos. Wie die „South China Morning“ berichtet, werden auf illegalen Glücksspielseiten jedes Jahr mehr als 140 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

Südkorea-Beschränkungen als Beispiel?

Wie genau die Beschränkungen umgesetzt werden sollen, steht ebenfalls noch nicht fest. Bereits in der Vergangenheit hat China allerdings Beschränkungen für Reisen nach Südkorea aufgestellt. Es gilt daher als wahrscheinlich, dass diese als Beispiel für die kommenden Beschränkungen dienen werden. Analysten gehen zudem davon aus, dass vor allem die Arbeit von sogenannten Junket-Operatorn genau überprüft werden soll. Diese Operator sind in der Regel mit Casinos im Ausland verpartnert und sorgen dafür, dass die chinesischen Spieler zuverlässig ihren Weg in die Casinos finden. Dafür erhalten die Junket-Operator vom Casino eine Provision.

Harter Eingriff: China möchte Casino-Reisen unterbinden 1200 1000 2020-08-31 13:41:26 Online-Casino.de

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