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Holen Online-Buchmacher ihre Verluste im Sommer wieder rein?

Neue Bedingungen für Online-Buchmacher / Shutterstock.com

Es war eine schwere erste Jahreshälfte 2020 – über diverse Branchen hinweg. Auch die Wettanbieter standen vor bislang unbekannten Problemen. Denn die Corona-Pandemie hat den Aufwärtstrend erstmals seit Jahren ausgebremst. Auch die Aktienkurse reagierten entsprechend. Über viele Wochen fand kaum Sport statt. Die Umsätze gingen zurück. Spieler blieben aus. Wenngleich sich die Lage im Sport erholt hat, ist längst nicht alles beim Alten. Denn das Virus ist noch in den Köpfen der Leute. Viele sind noch nicht bereit, wieder ein Leben wie vor der Pandemie zu führen. Holen die Sportwetten-Anbieter ihre Verluste dennoch im sonstigen Sommerloch wieder rein?

Gegenüber den Stuttgarter Nachrichten hat sich Mathias Dahms in seiner Rolle als Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes (DSWV) zur Thematik und zu weiteren Randaspekten aus der Welt der Online-Buchmacher geäußert. Aktuell scheint die Lage wieder normal zu sein. Dennoch ist es ein kleiner Trugschluss. Doch der Erfolg oder Misserfolg der gesamte Branche steht und fällt in Europa in Wahrheit mit einer Sportart: Fußball!

Ist der Rückgang der Wetteinsätze längst wieder ausgebügelt?

Im März wurde die Saison der Fußball Bundesliga unterbrochen. Im Mai konnte der Spielbetrieb bereits wiederaufgenommen werden. In der Zwischenzeit war Funkstille. Und auch das Geschäft der Online-Wettanbieter kam zu großen Teilen zum Erliegen. Denn die meisten anderen Sportarten legten ebenso eine Corona-Zwangspause ein oder beendeten die laufende Saison sogar ganz. Allerdings haben zumindest die Top-Ligen im Fußball, mit Ausnahme der Ligue One in Frankreich, einen Re-Start durchgeführt. Deutschland ist fertig. England, Italien und Spanien spielen noch. Doch warum fokussieren wir uns so auf den Fußball, wo doch auch die NBA in Amerika, der deutsche Handball und viele weitere Sportarten zum Erliegen kamen? Tatsächlich ist Fußball bei jedem Buchmacher das Kerngeschäft.

Ein Sprecher der Marke Tipico erklärt unlängst, dass „drei von vier Wetten“ auf der Plattform auf Fußball gesetzt werden. Dahms erhöht und sieht den Prozentsatz sogar „bei über 90 Prozent“. Daher war es für die Geschäftsfähigkeit der Sportwettanbieter wichtig, dass die Saisons fortgeführt werden. Demzufolge hätten die Buchmacher doch ihre vorangegangenen Verluste mit dem Neustart wettmachen können. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, wie Dahms ausführt: „Wir sind von der Normalität noch ein ganzes Stück entfernt. Der Re-Start der Bundesliga war natürlich sehr erfreulich, dennoch sind die Umsätze erst bei etwa zwei Dritteln des Niveaus vor Corona.“ Eine Erklärung ist nicht schwer zu finden. Das Guthaben für Wetten entspringt dem Freizeit-Budget. Und hier agieren viele Kunden doch vorsichtig oder haben heute weniger Reserven zur Verfügung, als vor der Pandemie.

Entwicklung der Wetteinsätze: Über die vergangenen Jahre ist von einer Verdreifachung der Einsätze die Rede. 2019 wurde der Jahresrekord geknackt. 9,3 Milliarden Euro investierten die Spieler – und das ohne ein Großereignis, wie eine Europa- oder Weltmeisterschaft.

So kamen die Online-Buchmacher durch die Corona-Krise

Wettbüros holten Rückstand schwerer auf / Shutterstock.com

Tatsächlich kam nicht der ganze Sport zum Erliegen. So wurde in Weißrussland noch Fußball gespielt. Und eine weitere Sportart avancierte zum Kassenschlager. Gemeint ist Tischtennis, welches nämlich weiterhin ausgetragen wurde. Plötzlich florierten hier die Wetteinsätze. Denn begeisterte Spieler wollten sich hier Hobby nach Möglichkeit nicht vollends nehmen lassen. Claus Retschitzegger von Bet-at-Home brachte einen weiteren Aspekt ans Licht. Gemeint sind die Cross-Plattformen. Er sprach davon, dass 60 Prozent des Umsatzes über Casino-Spiele, Poker und eGaming generiert werden. Damit war ein gewisser Grundstock an Einnahmen bereits gesichert.

Grundsätzlich sind auch die eSports ein Gewinner. Denn zur Unterhaltung wurden Fußballspiele am Computer ausgetragen. Andere Computerspiele standen ebenfalls mehr im Mittelpunkt als zuvor. Komplizierter war es da schon für die stationären Wettbüros. Denn diese mussten über einen längeren Zeitraum komplett schließen. Dahms blickt voraus und mutmaßt, dass einige Wettbüros wegen der Umsatzeinbußen werden schließen müssen. Allerdings geht es schon im August mit Spitzenfußball weiter. Die Europa- und Champions League starten. Das eigentliche Sommerloch ist nicht vorhanden. Hier haben die Anbieter eine weitere Chance Einnahmen zu generieren.

Internationale Wettbewerbe: Am 5. August beginnt die Europa League. Am 7. August startet die Champions League. Die Wettbewerbe werden, nach Abschluss der aktuellen Runde, im K.o.-Modus ausgetragen. Als Spielstätten sind Stadien in Deutschland (Europa League) und in Lissabon (Champions League) vorgesehen.

Herausforderungen der Sportwettanbieter durch Geisterspiele

Mit den Geisterspielen gab es für die Wettanbieter ebenfalls eine nie dagewesene Situation – zumindest in dieser Intensität. Da galt es erst einmal abzusehen, wie sich die Spiele jetzt entwickeln. Statistiker stellt schnell fest, dass jetzt weniger Tore fielen und weniger Zweikämpfe geführt werden. Der fehlende Einfluss der Fans war auf dem Platz zu sehen und in der Atmosphäre zu spüren. Obendrein hat in Deutschland der Heimvorteil ausgesetzt. Allerdings sind diese Daten nach nur 81 Ligaspielen in der Bundesliga kaum hinreichend belegt. Von einer Trendanalyse darf jedoch gesprochen werden.

Die Buchmacher mussten sich dieser neuen Situation anpassen und ihre Quoten entsprechend ausrichten. Gerade an den ersten Spieltagen nach Re-Start, wo die Bookies sich nur auf ihre bisherigen Erfahrungswerte verlassen konnten, gab es noch Ungewissheiten. Danach waren die Anbieter mit den neuen Gegebenheiten und den abgeänderten Statistiken vertraut und konnten diese in die Berechnung ihrer Wettquoten einbeziehen.

Holen Online-Buchmacher ihre Verluste im Sommer wieder rein? 1200 1000 2020-07-17 08:59:59 Online-Casino.de

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