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Institut für Glücksspiel an der Universität Bochum gegründet

Dieter Maroshi, 12. April 2019, Sport & Spiel

Glücksspiel weiter auf Erfolgskurs (Bildquelle)

Die Ruhr-Universität zu Bochum hat zuletzt ein Institut für Glücksspiel gegründet. Julian Krüper übernimmt als Professor an der juristischen Fakultät die Verantwortung für dieses Projekt. Die Umsetzung des Instituts, welches auf dem Namen „GLÜG“ hört, hat seine Pforten seit dem 21. März 2019 geöffnet. Schwerpunkt-Themen sind das öffentliche Recht, die interdisziplinäre Rechtsforschung und die Verfassungstheorie. Mehrere Mitarbeiter werden Krüper unterstellt. Ein eigens eingerichtetes Gebäude dient dem GLÜG als Zentrale.

Die Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrages geht in Deutschland eher schleppend voran. Das nächste Ziel ist das Jahr 2021, wo große Änderungen umgesetzt werden sollen. Dazu zählt die Einführung einer Glücksspielbehörde. Fraglich ist noch, ob alle Glücksspielseiten im Web – sofern sie die Auflagen erfüllen – eine Lizenz erhalten. Derzeit sind die Konzessionen der Sportwetten- und Casino-Anbieter ausgelaufen. Schleswig-Holstein hatte diese im Jahr 2012 im Alleingang vergeben. Worauf sich die Ruhr-Universität in Bochum bei der Forschung zum Glücksspiel fokussieren möchte, soll nachfolgend vorgestellt werden.

Forschungsschwerpunkte der Uni in Bochum zum Thema Glücksspiel

Zunächst einmal handelt es sich nicht um ein Einzelprojekt. Angeschlossen sind die Bergische Uni in Wuppertal, sowie die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Mit diesen beiden Bildungseinrichtungen wird eine Kooperation eingegangen, um das Glücksspiel aus unterschiedlichen Standpunkten zu untersuchen. Krüper führt dazu folgendes aus: „Es ist ein Folgeprojekt. […] Wir haben uns bereits mit den vielen juristischen Fragen zur Glücksspielregulierung beschäftigt. Jetzt versuchen wir die vielen verschiedenen Aspekte gemeinsam zu erforschen.“ Dabei geht es um Themen der Volkswirtschaft, Sozialwissenschaft und der Rechtswissenschaft. Weiter Unterstützung erfährt das Projekt durch seine Geldgeber. Hier sind Westlotto und die deutsche Automatenwirtschaft zu nennen. Die Förderung mit Geldmitteln ist vorerst auf fünf Jahre angelegt.

Einen berechtigten Einwand möchte Krüper gleich wegwischen: „Wenn etwas durch Drittmittel finanziert wird, setzt man sich immer dem Verdacht aus, dass man sich gemein macht. Aber wir arbeiten da schon redlich wissenschaftlich.“ Anders formuliert sollen die Geldgeber in die Arbeit und Ergebnisse nicht reinreden. Krüper selber hat sein Steckenpferd in den juristischen Perspektiven des Glücksspiels gefunden. Gleichwohl spricht der Experte von der Bedeutung für die Volkswirtschaft. Dabei werden Zahlen aus Nordrhein-Westfalen genannt. Es ist von Einnahmen in Höhe von 650 Millionen Euro die Rede, welche allein im Jahr 2017 erzielt worden sind. Und als drittes Themenfeld ist die soziale Verantwortung zu nennen. Krüper führt aus: „In Nordrhein-Westfalen gibt es 200.000 Suchtspieler.“

Erkenntnisse für den Staatsvertrag: Derzeit scheinen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer nicht einig zu sein, wie es in Teilen der Gesetzgebung weitergehen soll. Details sind nicht bekannt. Doch gerade an den Online-Casinos scheiden sich die Geister. Vielleicht können an der Universität in Bochum – im GLÜG – bereits Erkenntnisse für die Ausarbeitung des neuen Glücksspielstaatsvertrages gewonnen werden.

Glücksspiel und Forschung: Schließt das GLÜG der Uni Bochum eine Lücke?

Forschung beim Glücksspiel jetzt Thema (Bildquelle)

Dass es Spielsucht gibt ist bekannt. Auch das der Staat von Einnahmen aus dem Glücksspiel profitiert, ist keine Weltneuheit. Und natürlich tragen die Unternehmen etwas zur Gesellschaft bei. Schließlich werden Arbeitsplätze geschaffen und Steuern gezahlt. Doch wird in Deutschland bislang kaum erforscht, wie diese Stellschrauben besser zu vereinen sind. Wie ist es möglich die Spielsucht zu reduzieren und dennoch das Glücksspiel zu behalten? Wie kann der Staat weiterhin verdienen, obwohl die Anbieter eventuell strikter reguliert werden? Fakt ist, dass andere Länder bei der Regulierung ihres Glücksspiels in den vergangenen Jahren einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Besonders die nordischen Länder und Großbritannien sind hier zu nennen. Deutschland hat sich in diesem Vergleich abhängen lassen. Eine umfassende Glücksspielforschung ist daher ein lohnendes Ziel.

Die Dänen scheinen den Spagat geschafft zu haben. Sie haben in Sachen Sportwetten und Online-Casinos Lizenzen vergeben. Eine Konzession erhält jedoch nur ein Anbieter, der sich an die Regularien hält. Dann gibt es, wie in Deutschland auch, Glücksspielanbieter die illegal auf dem Markt agieren. Diese wurden von den Dänen über eine Sperre ausgeschlossen. Dadurch besteht einerseits eine größere Akzeptanz der bestehenden Glücksspielseiten. Weiterhin müssen die Anbieter strenge Auflagen erfüllen, was wiederum dem Schutz der Spieler zugutekommt. Und zuletzt bleibt das Glücksspiel legal, womit auch die Einnahmen für den Staat weiterhin fließen.

GLÜG als Chance: Für alle in Deutschland seriös agierenden Buchmacher und Casinos sollte das Institut für Glücksspiel an der Universität in Bochum als Chance gesehen werden. Es ist längst überfällig, dass der deutsche Bürger ein geordnetes Glücksspiel erfährt. Und die Forschung kann ihren Teil dazu beitragen.

Werden deutsche Bürger jetzt besser über das Glücksspiel informiert?

Hand aufs Herz. Welche dieser Aussagen sind bekannt. Sämtliche Lizenzen für Sportwetten und Casinos sind abgelaufen. Online-Casinos sind per deutsches Gesetz nicht legal. Der aktuelle Glücksspielstaatsvertrag verliert 2021 seine Gültigkeit. Tatsächlich leiden die Bürger in Deutschland an einem Informationsdefizit. Natürlich muss sich erst zeigen, ob das gegründete Institut für Glücksspiel an der Universität in Bochum hier eine Lücke schließen kann. Fakt ist jedoch, dass eine bessere Aufklärung sinnvoll ist. Die Einwohner dieses Landes sollten erfahren, was die Politiker, die Unternehmer und die Forschung zum Glücksspiel austüfteln.

Institut für Glücksspiel an der Universität Bochum gegründet 1200 1000 2019-04-12 15:37:06 Online-Casino.de

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