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Ist Glücksspielsucht genetisch veranlagt?

Dieter Maroshi, 13. April 2020, Sport & Spiel

Der Glücksspielsucht auf den Fersen (Bildquelle)

Unsere Gene bekommen wir von unseren Eltern überreicht. Sie bestimmen das Aussehen, die Vorgänge des Stoffwechsels und sogar unser Verhalten. Natürlich gibt es weitere Faktoren, die uns in der Entwicklung beeinflussen. Dennoch haben Forscher jetzt die genetische Veranlagung bezogen auf die Glücksspielsucht untersucht. Dabei wurde eine Studie mit Geschwisterkindern durchgeführt. Die Ergebnisse sprechen durchaus dafür, dass die Gene als Treiber für zwanghaftes Spielverhalten fungieren.

Wissenschaftler aus Kanada haben sich der Thematik angenommen, wie auch im Artikel bei Nature.com aufgeführt ist. Immerhin handelt es sich bei der Glücksspielsucht längst um eine weltweit anerkannte Krankheit. Darüber hinaus tritt ein solches Krankheitsbild in allen sozialen Schichten, von arm bis reich, auf. Und da das Suchtverhalten ganze Familien beeinflusst, findet die Forschung in diesem Themenfeld immer mehr Anklang. Inzwischen sind sogar moderne Therapien, wie die Vergabe vom Medikament Naloxon oder der Einsatz einer Virtual-Reality-Brille zum Nachstellen entsprechender Situationen verfügbar.

Liegt Glücksspiel in den Genen?

Um diese These zu prüfen, fand von der University of British Colombia eine Untersuchung an Geschwisterpaaren statt. Auswählt wurde dabei ein Spielsüchtiger und dann wurde der Bruder oder die Schwester in die Studie integriert. Ziel dieser Untersuchung war es zu ermitteln, ob der Verwandte eine höhere Tendenz zum Suchtverhalten zeigt, als jemand der nicht blutsverwandt ist. Nach der Auswertung der ermittelten Ergebnisse kam heraus, dass Geschwister grundsätzlich eine ähnliche Bereitschaft zum Risiko, sowie eine recht identische Impulsivität vorweisen. Studienteilnehmer waren 20 Spielsüchtige, die in Zusammenarbeit mit der Londoner Spielsuchtklinik National Problem Gambling Clinic ausgewählt wurden, sowie 17 Probanden von denen die Geschwister an Spielsucht leiden.

Wissenschaftler Eve H. Limbrick-Oldfield erklärt, dass risikobehaftete Entscheidungen, sowie Impulsivität und die Veränderungen des menschlichen Belohnungsmechanismus bei den Probanden beobachtet worden sind. Dabei galt es zu untersuchen, ob entsprechende Schwächen, die letztlich zur Glücksspielsucht führen, bereits im Vorfeld vorhanden sind. Eine weitere Deutungsmöglichkeit wäre, dass dieses Verhalten erst durch das Glücksspiel quasi antrainiert wird. Geschwister bilden daher die perfekte Grundlage für eine Untersuchung. Denn sie sind sich genetisch nicht nur sehr ähnlich, sie wuchsen zudem in sehr ähnlichen Umwelteinflüssen auf. Um als Studienteilnehmer aufgenommen zu werden, durften keine anderen Süchte vorliegen.

Medikament gegen Spielsucht: Studien zum Glücksspiel und der Spielsucht sind wegen steigender Fallzahlen aktuell sehr populär. Andere Zweige der Wissenschaft bemühen sich direkt um Lösungen. Dazu zählt ein finnisches Forscherteam, welches ein Medikament entwickelt hat, dass gegen zwanghaftes Glücksspiel helfen soll.

Ergebnisse und Schwächen der Studie zu Geschwisterkindern

Ergebnisse der Spielsucht-Studie (Bildquelle)

Mit den Spielsüchtigen und der Kontrollgruppe wurden Versuche durchgeführt. So wurde geprüft, wie impulsiv die jeweiligen Teilnehmer handeln. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit ausgeprägtem Suchtverhalten sich eher von positiven und negativen Reizen beeinflussen lassen. Doch traf dies nicht nur auf die Süchtigen zu, sondern ebenso auf deren Geschwister. Somit zeigen die nicht süchtigen Geschwisterkinder ebenfalls ein Verhalten auf, welches zur Spielsucht führen könnte. Die entsprechenden Charakteristika sind vorhanden.

Allerdings haben wir bereits über die Anzahl der Studienteilnehmer berichtet. Es waren lediglich 20 Süchtige und zusätzlich 17 Personen in der Kontrollgruppe. Hier können die Wissenschaftler natürlich von einer starken Tendenz sprechen. Doch um ein eindeutiges Ergebnis zutage zu fördern, bräuchte es schon ein weitaus größer angelegtes Experiment. Bislang ist uns nicht bekannt, ob eine größere Form der Studie direkt vom Forscherteam in Kanada oder von einer anderen Einrichtung untersucht wird. Deutlich wird jedoch, dass nicht nur an einer Bekämpfung von Spielsucht gearbeitet wird, sondern auch am Verständnis des Verhaltens, welches die Sucht letztlich auslöst. Gelingt es auf Dauer diese Aspekte zu verzahnen, sind Fortschritte in der Therapie, aber auch im Schutz vor Glücksspielsucht zu erwarten.

Spielsucht von WHO anerkannt: Unter dem Namen Gaming Disorder führt die Weltgesundheitsorganisation seit 2018 die Spielsucht unter den anerkannten Krankheitsbildern auf.

Computerspielsucht ebenfalls im Fokus

Eine Abhängigkeit kann nicht nur zu Roulette, Blackjack, Poker und Co entstehen, sondern ebenfalls zu den Games, die am PC, Nintendo oder an der Playstation ausgeführt werden. Denn diese Spiele belohnen den Spieler mit Errungenschaften oder Erfolgen und sie bestrafen ihm im Zweifel mit dem Tod des Charakters oder mit dem Scheitern einer Mission. Das Gehirn ist hier also ebenfalls auf Gewinnen oder Verlieren gepolt. Finanziell mag das Risiko hier jedoch etwas geringer sein. Dass gilt jedoch nur, solange sich die Süchtigen nicht nur zuhause einschließen und damit ihrer gewöhnlichen Erwerbstätigkeit nicht mehr nachgehen können.

In der aktuell anhaltenden Gesundheitskrise hat die WHO, die Computerspielsucht längst als Krankheit eingestuft hat, jedoch zum Computerspielen geraten. Natürlich ist hier kein grundlegender Sinneswandel eingetreten. Doch die aktuell vorherrschende Isolation kann ebenfalls zu Krankheitsbildern führen. Daher wird das gemeinsame Spielen im Multiplayer zur Aufrechterhaltung sozialer Kontakte empfohlen. Diesbezüglich wurde eine Kampagne mit Namen #PlayApartTogether ins Leben gerufen. Tatsächlich läuft dieses Projekt gemeinsam mit einigen Herstellern von Computerspielen, wie Activision Blizzard, sowie mit der Streaming-Plattform für Spiele Twitch.

Am Computer die Einsamkeit bekämpfen: Freilich ist es heute ohne Probleme möglich, sich in Online-Games mit einem oder mehreren Freunden zu verbinden. Möglichkeiten sich dabei zu unterhalten werden von den Spielen oder mit einer externen Kommunikationssoftware gewährt.

Ist Glücksspielsucht genetisch veranlagt? 1200 1000 2020-04-13 10:31:13 Online-Casino.de

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