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Italien veräußert 120 Lizenzen für Online-Casinos und Co

Martin Hill, 12. Januar 2018, Wirtschaft

Glücksspiel-Lizenzen in Italien (Bildquelle)

Es ist nicht einmal ein Jahr her, da sollten in Italien stärkere Regulierungs-Maßnahmen in Bezug auf das Online-Glücksspiel durchgeführt werden. Eine Strategie, die in anderen europäischen Ländern für viel Kopfschütteln gesorgt hat. Immerhin sind die Italiener nicht für ihren gesunden Staatshaushalt bekannt. Jetzt gab es jedoch ein Umdenken. In naher Zukunft sollen Casino-Lizenzen und Konzessionen für Unternehmen aus der Branche des Online-Glücksspiels verkauft werden.

Wer in Italien ein Glücksspielunternehmen betreibt, sollte schnell reagieren. Die Frist auf eine Bewerbung läuft am 19. März 2018 ab. Bis zu diesem Zeitpunkt muss der Antrag eingebracht werden, sich auf eine der begehrten Lizenzen zu bewerben. Maximal werden 120 Konzessionen ausgegeben. Es gibt jedoch ein finanzielles Hindernis, welches mit der Bewerbung einhergeht. Denn eine Gebühr von 200.000 Euro ist zu entrichten.

Italien bessert mit dem Glücksspiel seinen Haushalt auf

Prinzipiell ist es eine einfach Rechnung: Italien vergibt 120 Lizenzen. Jede Konzession kostet 200.000 Euro. Sollten jede Lizenz von einem Unternehmen beansprucht werden, so beziffern sich die Einnahmen auf einen Gegenwert von 24 Millionen Euro. Aber setzt der Staat die finanzielle Hürde nicht zu hoch an? Nicht unbedingt, denn auf diesem Wege werden Schwarze Schafe ausgesiebt. Außerdem ist von Beginn an bekannt, dass auch der finanzielle Hintergrund besteht, Maßnahmen zum Schutz der Spieler zu treffen. Die Veräußerung der Lizenzen ist aus einem offiziellen Kanal der Europäischen Union zu vernehmen gewesen. Die Informationen gelten somit als gesichert und der Ansturm auf die Konzessionen kann beginnen.

120 Lizenzen hören sich nach einem großen Volumen an. Allerdings sind in Deutschland sicherlich knapp 100 Sportwettenanbieter tätig. Dabei ist die Vielzahl von Online-Casinos noch gar nicht eingerechnet. Auch Veranstalter von Lotterien, Bingo und weiteren Glücksspielen im italienischen World Wide Web müssen künftig mit einer entsprechenden Befugnis ausgestattet sein. Italien gibt seinem Online-Glücksspiel einen legalen Anstrich und versteht es gleichzeitig seinen klammen Finanzhaushalt aufzubessern. Auch Großbritannien und Dänemark haben schon einen Weg gefunden, sich kompetent mit dem Glücksspiel auseinanderzusetzen. Deutschland hängt diesbezüglich noch hinterher, könnte bereits in 2018 jedoch nachbessern.

Beginn der Ausschreibung: Noch zum Ende dieser, spätestens zum Anfang der nächsten Woche wird erwartet, dass die Lizenzen von der italienischen Regierung offiziell ausgeschrieben werden.

Ist ein großer Ansturm auf die italienischen Lizenzen zu erwarten?

Italien bessert mit Glücksspiel-Lizenzen den Haushalt auf (Bildquelle)

Und plötzlich sind 120 Lizenzen auf dem Markt! Da ist es nur natürlich, dass die Unternehmen aus der Glücksspielbranche weltweit entscheiden, ob ein Einstieg in den Mark in Italien eine lohnende Investition ist. Allerdings muss ein wenig eingeschränkt werden. Schon jetzt sind Anbieter bei unseren südlichen Nachbarn aktiv. Diverse iGaming-Lizenzen liegen schon vor. Genauer gesagt sind es 40 Anbieter, die lediglich auf eine Erneuerung ihrer Konzession pochen werden. Grundsätzlich wird erwartet, dass diese bekannten und bereits als seriös befundenen Unternehmen keine Probleme bekommen werden. Ziehen wir diese 40 Firmen aus der Summe von 120 Lizenzen ab, so kann es nur noch einen Ansturm auf 80 Konzessionen geben.

Allerdings sind noch längst nicht alle Fakten auf dem Tisch. Fraglich ist zum Beispiel noch immer, wann exakt der Einstieg in den neuen Markt beginnen würde. Auch ist nicht bekannt, wie der Bieterprozess im Detail abläuft. Bevor sich ein Unternehmen zur Teilnahme entschließt, müssen diese Details publiziert werden. Dennoch ist zu erwarten, dass jetzt auch Firmen den Einstieg in Italien erwägen, die bislang noch nicht dort vertreten sind. Gerade weil die Anzahl der Lizenzen begrenzt ist und nicht bekannt ist, ob und wann später nochmals nachgebessert wird, gilt es strategische zu entscheiden. In Italien ist das Glücksspiel gleichwohl sehr beliebt. Außerdem handelt es sich um eine Nation, die mit einer Einwohnerzahl von 60 Millionen Menschen ein beachtliches Potential aufweist. Wir erwarten, dass sich einige Anbieter bereithalten, ihren Antrag bis zum Stichtag, den 19. März 2018, einzureichen.

Winamax hat Interesse: Das französische Unternehmen hat schon vor längerer Zeit durchblicken lassen, dass es gerne auf dem Markt in Italien fußfassen würde. Angeblich wurden bereits italienische Mitarbeiter gesucht. Da kommt die Ausschreibung der Lizenzen natürlich zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt. Auch Novomatic hat die Lotto-Sparte nach Italien

Online-Poker in Italien: Steuereinnahmen durch Poker-Projekt

Winamax ist auch am Italieneinstieg interessiert, weil es sich um ein Unternehmen handelt, welches im Shared Liquidity Poker Projekt involviert ist. Dabei handelt es sich um ein Modell, bei dem Spieler unterschiedlicher Nationalität, mit verschiedenen Standorten, gegeneinander im Kartenspiel antreten können. Von ARJEL, der Regulierungsbehörde in Frankreich, war kürzlich zu vernehmen, dass die ersten gemeinsamen Poker-Tische schon in den nächsten Wochen online gehen könnten. Italien ist eigentlich in diesem Projekt involviert. Allerdings verzögert sich die Teilnahme voraussichtlich, da die Lizenzen der Online-Anbieter bis dahin noch nicht geklärt sind. Dementsprechend könnten Frankreich und Spanien den Start vorerst alleine vollziehen.

Wobei auch Portugal nicht am Projektstart teilnehmen wird. Vielleicht hat die verzögerte Teilnahme von Italien auch gar nix mit den Ausschreibungen zu tun. In jedem Fall machen Spanien und Frankreich den Start beim Shared Liquidity Poker Projekt und Portugal, sowie Italien sollen verspätet einsteigen. Die Steuereinnahmen werden dann später durch Vier geteilt. Erste Tische wird es wohl bei 888 Poker und bei Pokerstars – natürlich landesbasiert – geben.

Apropos Steuern: Natürlich werden die lizenzierten Glücksspielanbieter in Italien auch dauerhaft ihren Beitrag zum Staatshaushalt leisten.

Italien veräußert 120 Lizenzen für Online-Casinos und Co 300 250 2018-01-12 15:43:40 Online-Casino.de

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