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Jackpots.ch: Grand Casino Baden misslang Start im Internet

Martin Hill, 15. Juli 2019, Technik

Schweizer Neztsperre seit 1. Juli 2019 in Kraft

Jackpots.ch ist das erste Online-Casino „made in Schweiz“. Das Grand Casino Baden hat es unter den heimischen Casinoanbietern als erstes geschafft, ein Angebot ins Internet zu bringen. Denn seit dem 1. Juli 2019 dürfen ausländische Anbieter nicht mehr verwendet werden. Tatsächlich sind die entsprechenden Homepages sogar verbannt worden. Ohne Hintertür lassen sich die Webseiten nicht mehr aufrufen. Im Gegensatz dazu ist Jackpots.ch jetzt für die Eidgenossen verfügbar. Doch bislang sind die Kunden in der Schweiz vom Angebot nicht sonderlich angetan.

Die Homepage selber versucht insbesondere die Seriosität herauszustellen. So heißt es im Kopfbereich „Provided by Grand Casino Baden“. Weiterhin ist vom „ersten legalen Schweizer Online Casino“ die Rede. Doch was nützt die Legalität, wenn die Funktionen nur zum Teil funktionieren. Natürlich ist den Schweizern die Vielfalt der Online-Casinos noch geläufig. Sie haben alle Möglichkeiten mit der Vergangenheit zu vergleichen. Auch wir kommen nicht umhin, Jackpots.ch mit den uns bekannten Testberichten abzugleichen.

Schweizer laufen gegen das Angebot von Jackpots.ch sturm

Es ist erst wenige Tage her, da öffnete das erste Schweizer Online-Casino. Der Name: Jackpots.ch. Das Unternehmen dahinter: Grand Casino Baden. Nach der Eröffnung der virtuellen Plattform lässt sich die Spielbank nicht zweimal bitten. Auf dem sozialen Netzwerk Facebook wird großspurig getönt, dass „Spielbank-Geschichte“ geschrieben wird. Irgendwo stimmt das auch. Denn immerhin handelt es sich um das erste Schweizer Internet-Casino. Doch nicht jede Geschichte wird im Rückblick positiv betrachtet. Inzwischen konnten die Nutzer auf der Plattform ihre ersten Schritte gehen. Der Schweizer Blick hat diesbezüglich einige Stimmen von Kunden eingefangen. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, mal ein Auge auf die Mängelliste zu werfen.

Einerseits ist ein Großteil der Kundschaft vom Design enttäuscht. Natürlich ist dies ein Stück weit Geschmackssache. Allerdings haben viele Casinos der ausländischen Operatoren so vielleicht vor zehn Jahren ausgesehen. Die Darstellung ist jedoch nur die Spitze des Eisberges. Viel mehr Kritik hat noch die Auswahl an Games abbekommen. So sind zum jetzigen Zeitpunkt nur 50 Spielautomaten in der Liste aufgeführt. Zum Vergleich: Andere Online-Casinos kommen mit mehreren hundert bis zu 1.000 Slots daher. Da wirkt das Angebot von Jackpots.ch im Vergleich doch sehr mager. Blackjack ist immerhin mit drei Titeln versehen. Wer sein Glück am Roulette-Tisch, beim Baccarat oder Poker versuchen möchte, der schaut derzeit noch in die Röhre. „Leider müssen wir Sie noch etwas verströsten“, heißt es in den jeweiligen Rubriken.

Probleme beim Einzahlen und mit dem Bonus: Einige Anwender sprechen von nicht funktionierenden Zahlungen. Der Bonus, die Einsatzverdopplung nach Registrierung, soll ebenfalls nicht immer tadellos geklappt haben.

Grand Casino Baden verteidigt Online-Casino Jackpots.ch

Jackpots.ch nur eine Baustelle? (Bildquelle)

Bei der fehlerhaften Gewinnauszahlung spricht Detlef Brose als CEO des Grand Casino Baden von einem bedauerlichen Einzelfall. Diese sei zudem davon begünstigt gewesen, dass der Nutzer eine falsche IBAN eingegeben hat und sein Konto noch nicht vollständig verifiziert war. Der erschienen Bericht, welcher in den Schweizer Medien publik wurde, wird daher von offizieller Seite mit aller Schärfe zurückgewiesen. Doch selbst wenn dieser Punkt von der Liste gestrichen wird, so klagen die Nutzer doch weiterhin über diverse Mängel und insbesondere über die geringe Auswahl im Angebot des Internet-Casinos.

Diesbezüglich hat sich Brose ebenfalls zu Wort gemeldet. Auf die geringe Auswahl an Spielautomaten und generell Casino-Spielen angesprochen, möchte er etwas klarstellen. Er führt die Entwicklungszeit von drei Jahren an. Weiterhin spricht er jedoch von harten Vorschriften regulatorischer Art. Außerdem sei von der Bewilligung des Bundesrates Mitte Mai bis zum Online-Gang nur zwei Wochen vergangen. In dieser kurzen Zeit sollte der Betrieb von Jackpots.ch gestartet werden. Weitere Spiele scheinen in der Hinterhand verfügbar zu sein. Denn Brose führt aus, dass das Angebot wegen regulatorischer Vorschriften auf 50 Stück beschränkt wurde. Ein Ausbau ist mit der Zeit angedacht.

Erwartungen übertroffen: So gehen die Meinungen auseinander. Der CEO der Grand Casino Baden führt aus, dass es bereits mehrere Tausend Anmeldungen für das Online-Casino gegeben hat und das damit die Erwartungshaltung übertroffen wurde. Doch ob registrierte Kunden aktiv bleiben, hängt natürlich von der Auswahl und Qualität des Angebots ab.

Netzsperre für Online-Casinos hat Schweiz seit dem 1. Juli im Griff

Das neue Geldspielgesetz ist bereits seit Jahresbeginn in Kraft. Doch die Netzsperre, welche zusammen mit dem Gesetz per Volksentscheid ergangen ist, hat seine Wirksamkeit erst mit dem 1. Juli 2019 erlangt. Sie ist jetzt also volle zwei Wochen in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt, so ist es zumindest von der Regierung gedacht, soll das Online-Glücksspiel einzig und allein von den Spielbanken der Schweiz angeboten werden.

Jackpots.ch ist diesbezüglich die erste Adresse. Wie sehr sich der zeitliche Vorsprung trotz anfänglicher Mängel auszahlt, ist abzuwarten. Als nächstes wird wohl das Casino in Luzern mit mycasino.ch nachlegen. Auch Pfäffikon und Davos haben unlängst die Bewilligung vom Bundesrat erhalten. Doch mit Ausnahme vom Grand Casino Baden sind die Angebote der anderen Spielbanken in der Schweiz noch nicht verfügbar. Misslingt deren Start ähnlich, könnten sich die Kunden noch eher über ein VPN informieren, welches geeignet ist die Netzsperre und damit das Gelspielgesetz zu umgehen.

Jackpots.ch: Grand Casino Baden misslang Start im Internet 1200 1000 2019-07-15 10:53:33 Online-Casino.de

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