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Kehrt Online-Roulette mit Spitzensteuersatz von 44 Prozent zurück?

Martin Hill, 20. Oktober 2021, Steuern

Online-Roulette bald wieder erlaubt? / Bild: Shutterstock.com

Online-Roulette musste der jüngsten Glücksspielregulierung weichen. Denn in der Neuauflage zum Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) sind nur virtuelle Automatenspiele bedacht. Daraufhin mussten die Online-Casinos ihr Angebot an Roulette, Blackjack, Baccarat und Co entfernen. Kommt es jetzt zur Trendwende? Schon länger ist bekannt, dass die Landesregierungen bezüglich der Tischspiele eigene Regeln erlassen dürfen. Diesbezüglich gibt es jedoch massenhaft ungeklärte Fragen. Gelten diese Vorschriften nur regional? Dann müsste es eine virtuelle Einlasskontrolle geben. Jedes Bundesland würde eigene Anbieter für Online-Roulette und Co bestimmen. Dass trägt deutschlandweit nicht zur Übersicht bei.

Einen Aspekt aus unserem eigenen Titel haben wir noch gar nicht erläutert. Was hat es mit dem Spitzensteuersatz von 44 Prozent für Online-Casinospiele auf sich? Diese Steuer geht aus einer Pressemitteilung des Finanzministeriums Schleswig-Holstein hervor. Dabei ist die Höhe der Casino-Steuer ganz klar an die Bruttospielerträge der Internet-Spielbanken gekoppelt. Eines gilt es jedoch zu erwähnen. Noch ist Online-Roulette nirgendwo in Deutschland legal. Auch in Schleswig-Holstein steht derzeit eine parlamentarische Beratung bevor. Doch die Zielsetzung ist immerhin klar definiert: Das Bundesland möchte Lizenzen an private Anbieter vergeben. Hier soll das Online-Glücksspiel also nicht in staatlicher Hand bleiben.

Was sind die Pläne von Schleswig-Holstein mit Online-Roulette und Co?

Kurz und knapp: Online-Casinospiele sollen wieder erlaubt werden. Ob dies jedes Bundesland so handhaben wird ist noch nicht klar. Schleswig-Holstein zeigt wie gewohnt klare Kante. Einerseits wird deutlich ausgeführt, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Daher müssen die Anbieter von Online-Casinospielen für in Deutschland angefallene Spieleinsätze auch Steuern bezahlen. Finanzministerin Monika Heinold bringt es auf den Punkt: „Mit dieser Regelung leisten wir einen Beitrag zur Steuergerechtigkeit. Der digitale Raum ist nicht frei von Regeln. Online-Casinobetreiber müssen sich ebenso am Steueraufkommen des Landes beteiligen, wie analoge Unternehmen.“ Dass ist zweifelsfrei richtig so. Und wo der Glücksspielstaatsvertrag bereits die Sportwetten, Online-Poker und virtuelle Automatenspiele pauschal mit 5,3 Prozent gemessen am Bruttospieleinsatz besteuert, soll nun eine Regelung für die Tischspiele gefunden werden.

Doch die im GlüStV 2021 genannten Spielformen sind deutschlandweit mit der gleichen Steuer bedacht. Wo die Bundesländer bei Online-Roulette und Co jedoch eigene Vorschriften erlassen dürfen, könnte ein gewisses Chaos entstehen. Es sei denn, die anderen Bundesländer richten sich bewusst an Vorreiter Schleswig-Holstein aus. Hier sollen Bruttospielerträge bis zu einer Summe in Höhe von 300.000 Euro mit einem Steuersatz von 34 Prozent bedacht sein. Zwischen 300.000 und 750.000 Euro gilt eine Besteuerung in Höhe von 39 Prozent. Der Spitzensteuersatz liegt bei Bruttospielerträgen von 750.000 Euro und darüber. Es handelt sich um 44 Prozent. Diese Zahlen sind in einem vom Kabinett beschlossenen Gesetzesentwurf bereits niedergeschrieben. Als Bruttospielertrag gilt die Differenz zwischen dem geleisteten Einsatz und dem Gewinn. Zahlungspflichtig sind natürlich die Online-Casinos bzw. die Anbieter der Tischspiele. Die Umsatzsteuer wird in diesem Fall auf die Online-Casinosteuer angerechnet.

Andere Bundesländer, andere Sitten: Scientific Games hat bereits eine Pressemitteilung über eine Zusammenarbeit mit Lotto Hessen veröffentlicht. Es geht zwar nicht daraus hervor, dass es sich um Online-Casino-Spiele handelt. Doch die Chance ist da. Eventuell kommen aber „nur“ virtuelle Automatenspiele zu Lotto Hessen.

Vor- und Nachteile der vermeintlichen Rückkehr von Online-Tischspielen

Aktuell herrscht Roulette-Flaute / Shutterstock.com

Online-Roulette kehrt zurück! Allein diese Nachricht ist doch ein Grund zu feiern. Seit Monaten vermissen wir die Tischspiele jetzt schon. Dazu zählen auch Blackjack und Baccarat und vermutlich viele weitere Live-Dealer-Spiele. Genaueres ist nicht bekannt. Doch Hand aufs Herz. Schon jetzt ist eigentlich klar, dass die Vorteile überwiegen. Könnte die Besteuerung zu einem Stolperstein werden? Dieser Gedanke ist nicht ganz abwegig. Zwar trifft die Casino-Steuer die Anbieter und nicht den Kunden. Doch fällt die Gewinnmarge dadurch zu niedrig aus, so müssen sich auch die Anbieter etwas ausdenken. Zwar ist die Auszahlungsquote beim Online-Roulette recht hoch. Und es werden sich kaum weitere grüne Nullen einfügen lassen, um die Quote absichtlich zu senken. Doch eine teilweise Weitergabe der Steuer an den Spieler ist keinesfalls ausgeschlossen.

Nur zur Erinnerung: Auch die 5,3 Prozent Wett- oder Automatensteuer bezieht sich in erster Linie auf den Wettanbieter oder die Spielothek. Doch diese Unternehmen reichen die Besteuerung fast immer an den Spieler weiter. Es ist daher keinesfalls ausgeschlossen, dass die Rückkehr des Online-Roulette mit höheren Kosten verbunden ist. Ein weiterer Nachteil fällt sofort ins Auge. Jetzt haben wir die News von Schleswig-Holstein. Dort sollen Tischspiele an private Anbieter vergeben werden. Das Bundesland Hessen könnte Lotto Hessen ins Rennen schicken. Dass ist jedoch noch spekulativ. Andere Bundesländer könnten ebenfalls ihr eigenes Süppchen kochen. Je nachdem in welchem Bundesland der Spieler sich aufhält, gelten also unterschiedliche Regeln. Es ist ebenfalls möglich, dass Casino-Spiele in einem Bundesland komplett gesperrt bleiben. Dass macht die Umsetzung kompliziert und das Verständnis der Kunden leidet ebenfalls.

Steuereinnahmen nicht vorherzusagen: Hier ist Schleswig-Holstein sehr ehrlich. Vermutlich gibt es keine validen Daten, wie viele Spieler Einsätze in welcher Höhe leisten. Gleichwohl gibt es eventuell keine Daten, wie viel Steuern die Casino-Anbieter in der Vergangenheit gezahlt haben und wie diese Steuern anteilig auf die Bundesländer umzurechnen wären.

Kehrt Online-Roulette mit Spitzensteuersatz von 44 Prozent zurück? 1200 1000 2021-10-20 11:13:43 Online-Casino.de

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