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Klage gegen den Videobeweis: Es geht um knapp 191 Euro

Schwierige Entscheidungen zum Fußball (Bildquelle)

Schon Wochen vor dem Start der Saison 19/20 steht fest, der Videobeweis sorgt weiter für Diskussionen. In der abgelaufenen Spielzeit hat mancher Fan ungläubig den Kopf geschüttelt, wenn der Schiedsrichter eine Entscheidung revidiert hat. Mitschuld an der verfahrenen Situation sind jedoch ebenso die Initiatoren, welche die Regeln im stillen Kämmerlein immer mal wieder angepasst haben. Dann hat öfters auch noch die Technik, Stichwort kalibrierte Linien, versagt. Und jetzt reißt die Diskussion um den Videobeweis selbst in der Sommerpause nicht ab.

Denn mit seiner Sportwette hätte ein Spieler eigentlich 190,97 Euro gewonnen. Doch dafür hätte der Videobeweis eingreifen müssen. Denn dessen Fehlen versaute den Tippschein. Für den Sportwetter scheint die Lage klar zu sein. Schuld ist die Deutsche Fußball Liga (DFL). Daher wurde eine Klage angestrebt, welche jetzt vor dem Amtsgericht in Nürnberg verhandelt wird. Doch gibt es wirklich eine Chance, den Videobeweis auf diese Art anzugreifen?

1. FC Nürnberg vs. Schalke 04: Aberkanntes Tor verhindert Wetterfolg

Der Spieler setzte sein Geld darauf, dass im Spiel der Nürnberger gegen die Schalker, ein Tor fällt. Uns zwar in der 1. Halbzeit. Das Spiel endete zwar mit 1:1, doch beide Treffer wurden in den zweiten 45 Minuten erzielt. Allerdings gab es durchaus einen Treffer und zwar in der 43. Minute. Der Torschütze war der Nürnberger Hanno Behrens. So ist die Szene entstanden: Daniel Caligiuri von den Knappen verpatzte eine Rückgabe mit der Brust zum Torhüter nach einer Flanke der Nürnberger. Der Ball landete zwischen Keeper Nübel und Angreifer Behrens. Letztgenannter war gedankenschnell und reckte das Bein in Richtung Leder. Er erwischte den Ball und beförderte ihn am Schlussmann vorbei in die Maschen. Doch die Freude des FCN dauerte nur kurz an. Denn ohne groß zu Zögern nahm Schiedsrichter Robert Kampka den Treffer zurück.

Er entschied auf gestrecktes Bein. Eine solche Aktion wird bei hoher Geschwindigkeit im Fußball als Foulspiel gewertet. Denn durch den Zusammenstoß mit einem anderen Spieler entsteht ein erhöhtes Verletzungspotential. Anders formuliert: Wer mit einem gestreckten Bein in den Zweikampf geht, der nimmt die Verletzung seines Gegenübers in Kauf. Daher ist abzupfeifen. Von der Theorie zurück zur Praxis. Denn im Spiel der Nürnberger streckte Behrens sein Bein zwar durch, doch eine Berührung mit Torhüter Nübel hat es nicht gegeben. Dementsprechend lag kein Foulspiel vor. Der Treffer hätte zählen müssen. Doch so stand es nach 45 Minuten noch immer 0:0. Hier lässt sich das Video mit den Highlights einsehen.

Wann greift der Videobeweis ein? Spielentscheidende Szenen, wie Tore und etwaige Rote Karten sollen in Kölner Keller einer Überprüfung unterzogen werden.

Verlorene Sportwette führt zur Klage: Ist die DFL angreifbar?

Viele Sportler sind gegen Videobeweis (Bildquelle)

Kläger ist ein frustrierter Spieler. Er klagt wegen einer unerlaubten Handlung von Spielführer Kampka. Gemeint ist die Rücknahme des Treffers von Behrens. Aber nicht nur dem Wetter fehlte hier das Verständnis. Warum hat der Videoschiedsrichter nicht eingegriffen? Immerhin ging es um ein Tor. Eine erneute Prüfung hätte nicht geschadet. Die Fans im Stadion und vor den Bildschirmen daheim zeigten sich ebenso unverständlich. Doch von offizieller Seite gibt es eine Erklärung. Denn ein Treffer war noch gar nicht gefallen. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie bevor der Ball die Torlinie überquerte und nahm den Videoassistenten damit ihre Möglichkeit Einfluss zu nehmen. Ohne Frage werden die Regeln mitunter kleinlich umgesetzt.

Fakt bleibt jedoch, dass es sich um eine offensichtliche Fehlentscheidung gehandelt hat. Und ein Sportwetten Spieler möchte diesen Entscheid nicht so ohne weiteres hinnehmen. Er pocht darauf, dass sein Gewinn in Höhe von 190,97 Euro ohne Fehler des Schiedsrichters zur Auszahlung gekommen wäre. Die Klage befindet sich aktuell im schriftlichen Verfahren. Die beklagte Partei (DFL) hat dem Kläger einen Schriftsatz vorgelegt. Bis zum 22. Juli 2019 muss hierauf eine Antwort erfolgen. Doch ist sich die DFL seiner Sache ziemlich sicher. Christopher Holschier sieht in seiner Funktion als Sprecher der Deutschen Fußball Liga keine Rechtsgrundlage. Tatsächlich finden die Regelungen zum Schiedsrichterwesen beim Deutschen Fußball Bund (DFB) statt.

Wo lag der Fehler? Ganz klar hat sich Schiedsrichter Robert Kampka hier einen Fauxpas erlaubt. Denn normalerweise sollen die Spielführer die Partie weiterlaufen lassen. Denn nur so ist der Videobeweis im Nachgang anzuwenden. Daher kam es zur Klage auf „unerlaubte Handlung“.

Videobeweis: Flucht oder Segen für den Fußball?

Seit 2017 ist der Videobeweis nun schon im Einsatz. Die IFAB (International Football Association Board) wertete die Umsetzung im Februar des Jahres 2019 als vollen Erfolg. Dabei wird auf die Hinrunde der Bundesliga Bezug genommen, wo 40 Fehlentscheidungen korrigiert worden sind. Aus Sicht der Fans bleibt jedoch die kleinere Zahl an fehlerhaften Anwendungen des Videobeweises im Gedächtnis. Doch lässt sich ebenso nicht leugnen, dass durch das technische Hilfsmittel auch die Zahl an Gelben und Roten Karten zurückgegangen ist. Der Fußball wird also fairer.

Nicht zuletzt muss dem Videobeweis zugutegehalten werden, dass er auch nach zwei Jahren noch in der Entwicklungsphase steckt. Ohne Frage wird es noch Änderungen an der Umsetzung geben. Für die Schiedsrichter ist der Videobeweis, der eigentlich eine Hilfe sein soll, ein zweischneidiges Schwert. Denn ihre Fehlentscheidungen treten jetzt stärker in den Fokus.

Klage gegen den Videobeweis: Es geht um knapp 191 Euro 1200 1000 2019-06-21 08:59:08 Online-Casino.de

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