Klage: Schadensersatz nach Roulette-Unfall

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Klage: Schadensersatz nach Roulette-Unfall

Bei einigen Casino-Spielen stellt sich die Frage: Ist es ein Glücksspiel oder doch eine Sportart? Wenn die Verletzungsgefahr einbezogen wird, muss Roulette demzufolge ein Sport sein. Denn vor einiger Zeit wurde der Spieltisch von Mitarbeitern des Maryland Live Casinos in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht richtig bedient.

Als Folge verließ die Kugel mit Schwung die Roulette-Scheibe und schoss auf das Gesicht eines Mannes zu. Diesem blieb keine Möglichkeit des Ausweichens mehr. Er bekannt die Kugel an die Schläfe und ging nieder.

Spieler fordert via Klage 300.000 US-Dollar Schadensersatz

Bei dem Spieler handelt es sich um Leander Stocks. Er verklagt das Casino aber nicht etwa wegen eines Verlustes, der durch den Unfall zustande kam, sondern wegen des Unfalls selber und der nachfolgenden Aktion eines Mitarbeiters.

Denn nachdem Stocks die Kugel oberhalb des Auges an den Kopf bekommen hatte, waren die Schmerzen so stark, dass ein Mitarbeiter ihn in den Waschraum begleitet hatte. Der freundliche Mann empfahl Augentropfen zu verwenden. Dies führte zu kurzzeitiger Verwirrung, da die Kugel das Auge gar nicht berührt hat.

Dennoch kam Stocks der Aufforderung nach. Nach der Einnahme verschlechterte sich seine Sehkraft vorrübergehend. In seiner Orientierungslosigkeit, als er das besagte Casino verlassen wollte, stieß er erneut mit dem Kopf gegen die Tür. Die Folge war eine Gehirnerschütterung.

Die Nachfolgen des Roulette Unfalls hielten mehrere Tage an. Zudem blieben post-traumatische Kopfschmerzen zurück. Der Kläger führt aus, dass dies seine Lebensqualität dauerhaft vermindert hat. Seine Forderung bei der Gerichtsverhandlung: 300.000 US-Dollar Schmerzensgeld und die Übernahme der Kosten des Prozesses.

Der eigentliche Unfall geht bereits auf das Jahr 2013 zurück, wird aber aktuell verhandelt.

Klagen gegen Casinos

Dass Spieler gegen Casinos klagen kommt tatsächlich häufiger vor. In der Regel ist ein größerer Verlust vorausgegangen. Die Argumentation lautet häufig, dass das Casino dem Spieler nicht hätte erlauben dürfen zu spielen, weil er süchtig ist. Auch eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht wird häufiger angeklagt.

Der Schadensersatz im aktuellen Fall ist zweigeteilt. Einmal sollen 150.000 US-Dollar wegen Fahrlässigkeit gezahlt werden. Dies beschreibt das Verhalten des Angestellten am Roulette-Tisch, der den Ball mit der Drehscheibe nicht richtig bedient hat. Dieser dürfte den Spieltisch, bei richtiger Anwendung nicht verlassen.

Weitere 150.000 US-Dollar werden gefordert, wegen der schlechten Nachsorge. Dies spielt auf den Ratschlag des hilfsbereiten Mannes an, der mit seiner Empfehlung auf Augentropfen für einen weiteren Unfall gesorgt hatte.

Durch diese Zweiteilung ist es möglich auch dann Geld zu bekommen, wenn ein Teil der Klage abgewiesen wird.

Klage: Schadensersatz nach Roulette-Unfall 300 200 2016-09-23 16:53:29 Online-Casino.de

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