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Liechtenstein eröffnet in vier Jahren vier Spielcasinos

Sabina Kugler, 17. April 2020, Wirtschaft

Liechtenstein wird zu Europas Casino-Standort / Shutterstock.com

Eingebettet zwischen Österreich und der Schweiz finden wir das Fürstentum Liechtenstein auf der Landkarte. Mit einer Bevölkerung von nicht einmal 40.000 Bewohnern umfasst das gesamte Land so viele Menschen, wie eine deutsche Mittelstadt. Selbst die Länge des Staates ist nur mit 25 Kilometern beziffert. In einer knappen halben Stunde hast du Liechtenstein mit dem Auto durchquert. Und auf dieser Reise könntest du aktuell vier Spielcasinos anschauen. Diese Spieltempel sind über die letzten vier Jahre entstanden. Und damit soll längst nicht Schluss sein. Denn für das Jahr 2020 sind zwei weitere Neueröffnungen geplant.

Daher spricht das Handelsblatt offensiv bereits vom Las Vegas von Europa. Doch kann das kleine, sonst so beschauliche Liechtenstein diesen Titel ausfüllen? Macau hat es für Asien geschafft. Doch dort leben immerhin nochmal 15 so viele Menschen. Liechtenstein wird vermutlich nie das Image einer Neon- und Glücksspielmetropole anhaften. Dass möchten die Anwohner zum größeren Teil auch gar nicht. Doch mit bald sechs Spielbanken kommt auf je 6.300 Einwohner ein Casino. Zumindest diesbezüglich wäre Las Vegas dann überflügelt.

Liechtenstein auf der Suche nach einem neuen Geschäftsfeld

Ältere Semester unter unseren Lesern werden sich noch an ein Liechtenstein erinnern, welches als Oase für Steuerflüchtlinge bekannt gewesen ist. Dorthin brachten die Vermögenden ihr Guthaben, um keine oder weniger Steuern zahlen zu müssen. Das Liechtensteinische Bankengeheimnis hat diese Strategie ermöglicht. Doch aus der EU, insbesondere auch von Deutschland, gab es diesbezüglich viel Druck. Inzwischen liegt es bereits zwölf Jahre zurück, dass das Bankengeheimnis kein Geheimnis mehr ist. Kontodaten werden ausgetauscht. Und von einem Tag auf den anderen fiel das Geschäftsmodell eines ganzen Staates zusammen. Seitdem sollen dort ehrliche und saubere Geschäfte abgewickelt werden. Allerdings ist dies ebenso das Anliegen anderer Staaten und Banken. Daher ist die Konkurrenz ungleich größer als mit dem Bankgeheimnis bis 2008.

Doch das kleine Liechtenstein ist erfinderisch. Über die vergangenen Jahre wurden die ersten vier Spielcasinos eingerichtet. Diese lauten auf die Namen Admiral Ruggell, Schaanwald Liechtenstein, Grand Casino Liechtenstein und Casino Admiral Triesen. Schon auf das Jahr 2018 bezogen, entrichteten die Casinos im Fürstentum 19 Millionen Schweizer Franken an den Staat. 2019 wird die Abgabe höher ausgefallen sein. Für das aktuelle Jahr ist, wegen der Gesundheitskrise die vor Landesgrenzen nicht Halt macht, mit einem kleinen Rückschlag zu rechnen. Dennoch sind die zwei Projekte für neue Spielbanken nicht auf Eis gelegt. Das Land schaut hierbei in die Zukunft. Und irgendwann sind die Spielcasinos natürlich wieder geöffnet.

Grenzen geschlossen: Hätten die Casinos in Liechtenstein geöffnet, sie würden dennoch hinter den Erwartungen zurückbleiben. Denn zu 80 Prozent kommen die Besucher aus dem Ausland. Besonders die Schweiz und Österreich stehen hierbei als Nachbarn im Blickpunkt.

Parallelen zwischen Casinoangebot und Bankengeheimnis

Zum Spielen nach Liechtenstein reisen (Bildquelle)

Zunächst einmal sollen natürlich Einnahmen generiert werden. Doch dies gilt für jede Spielbank, weiter gefasst sogar für jedes Unternehmen. Beim Bankengeheimnis lockten die Liechtensteiner jedoch die Gelder aus anderen Staaten ins Fürstentum. Ähnlich wird aktuell mit den Spielern der Casinos verfahren. Denn zu 80 Prozent stammen die Kunden aus dem Ausland. Besonders die Österreicher und Schweizer haben hier den Vorteil einer kurzen Anreise auf ihrer Seite. Generell ist die Landschaft in Liechtenstein sehr beschaulich. Und die Wege dort sind alle kurz. Und obwohl die Casinos dem Land Einnahmen generieren, gilt das Fürstentum für die Betreiber als Steuerparadies.

Blicken wir nochmals auf das Geschäftsjahr 2018 zurück. Denn dort ist von einem Bruttospielertrag in Höhe von 19 Millionen Schweizer Franken (17,11 Millionen Euro) die Rede – nur bezogen auf die Casinos Austria Liechtenstein AG. Davon mussten die Betreiber 35 Prozent Geldspielabgabe zahlen. Weiterhin fallen 12,5 Prozent an Unternehmenssteuer, sowie Aufsichtsabgabe an. Was sich nach sehr hohen Abgaben anhört, ist in Wahrheit als günstig anzusehen. Denn wo in Liechtenstein maximal 40 Prozent als Glücksspielabgabe anfällt, sind es in Deutschland schon 60 Prozent. Und die genannten Umsätze aus 2018 wurden von nur zwei Spielbanken erzielt. Die neuesten zwei Etablissements eröffneten erst Ende 2019. Daher liegt diesbezüglich kein Ergebnis vor. Und 2020 folgen die nächsten zwei Casinos.

Neue Einnahmequelle generiert: Günther Fritz von der VU bringt die neue strategische Ausrichtung seines Landes auf den Punkt. Er sagt: „Der Plan für ein neues Geschäftsfeld ist aufgegangen.“

Liechtenstein im Wandel: Vom Glücksspielverbot zum Casino-Land

2008 platzte das Bankengeheimnis. 2009 endete das Glücksspielverbot im Land. Ein Zufall? Nein, denn neue Geschäftsfelder sollten aktiv erschlossen werden. Doch der schnelle Erfolg blieb aus. Daher wurde die Glücksspielgesetzgebung im Jahr 2016 einer Reform unterzogen. Die Folge war, dass jetzt ausländische Anbieter sich für Konzessionen bewerben durften. Der Andrang auf die Lizenzen ist groß. Dennoch ist Liechtenstein ein Industriestaat. Denn zu 40 Prozent kommen die Steuereinnahmen aus der Industrie. Es folgen die Finanzen mit 25 Prozent. Die Einnahmen aus den Casinos schlagen lediglich mit zwei Prozentpunkten zu Buche. Dennoch ist anzunehmen, dass sich der Anteil über die kommenden Jahre weiter erhöht. Kritiker fürchten einen negativen Einfluss der Casinos. Dabei sind sie den Ruf als Oase für Schwarzgeld gerade erst losgeworden.

Liechtenstein eröffnet in vier Jahren vier Spielcasinos 1200 1000 2020-04-17 09:27:54 Online-Casino.de

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