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Lotto-Millionär: So verspielte Achim 8 Millionen D-Mark

Martin Hill, 24. August 2018, Sport & Spiel

Lotto-Glück oder Lotto-Pech? (Bildquelle)

1994 füllte Achim einen Spielschein im Lotto aus und gewann fast 8 Millionen D-Mark. Knapp 25 Jahre später ist von diesem Gewinn nichts geblieben, außer der Erinnerung. Der Weg vom Millionär zurück in den Alltag beschreibt der einstige Gewinner mit Wehmut. In seiner Geschichte rechnet er mit Nachbarn und Freunden ab. Gleichwohl hat erneut ein Lotto-Gewinn aufgezeigt, dass Geld nicht zwingend glücklich macht.

Bei der Lotterie Spiel 77 räumten Achim und seine Frau Petra 7.977.777 D-Mark ab. „Wenn du mit einem Schlag reich wirst, melden sich plötzlich alle.“ So äußerte sich der Gewinner, welcher derzeit von den Medien nur als „Lotto-Achim“ bezeichnet wird. Nach seiner eigenen Auffassung hat er sein Vermögen zum großen Teil wegen Gutmütigkeit verloren.

Lotto-Gewinn von knapp 8 Millionen: Verschenkt und verprasst!

Hans-Joachim Bubert ist jetzt 55 Jahre alt. Mit seiner Frau Petra wohnt er in Rönnau in Schleswig-Holstein. Dort waren sie vor ihrem unverhofften Reichtum wohnhaft und sind es nach dem Großgewinn auch geblieben. Dies mag der erste Fehler und der Anfang vom Ende der Millionen gewesen sein. Denn wie „Lotto-Achim“ berichtet, so wurden 3,5 Millionen einfach so verschenkt. Viele ehemalige Freunde und Nachbarn haben sich gemeldet. Alle hatten sie eigene Sorgen und Wünsche. Einem Kumpel schenkte der Millionär damals 35.000 Euro. Jetzt wo es ihm schlecht geht, stößt ihm vor allem bitter auf, dass er seine Großzügigkeit nicht einmal im Ansatz vergolten bekommt. „Bis heute hat er mir nicht mal 100 als Geste zurückgegeben.“

Bereits vor fünf Jahren titelte die Berliner Zeitung „vom Pech, Lotto-Glück zu haben“. Der Artikel behandelt die scheinbaren Freuden im Lotto zu gewinnen. Mit nur 15 Mark Einsatz wird damals der Hauptgewinn im Spiel 77 geknackt. Achim berichtet, dass er auf dem Sofa vor Freude geweint hat. Der Gewinner arbeitete als selbstständiger Zimmermann. Seine Frau ist gelernte Friseurin. Die beiden lebten von der Hand in den Mund. Dann waren sie Millionäre. Und jetzt sind sie wieder am Anfang angekommen. Die Fehler sind schnell erklärt. Familienmitglieder und Bekannte erhielten schon in den ersten Wochen 2,2 Millionen. Ehefrau Petra spricht ganz offen: „Natürlich wollte ich auch ein wenig auftrumpfen: Seht her, der Achim hat es doch zu etwas gebracht!“

Alles weg: Knapp 8 Millionen D-Mark sind verschenkt, schlecht investiert und verbraucht worden. Inzwischen sind die Konten gesperrt und Gelder eingefroren. Das Ehepaar lebt von den Einnahmen aus dem eigenen Angelshop.

Diese Fehler beging Lotto-Achim mit seinem Vermögen

Jackpot geknackt: Kein Grund zur Freude? (Bildquelle)

Zunächst einmal ist ein Umzug mitunter nicht die schlechteste Idee. Ein Neuanfang, fern von den Freunden und der Familie können sich viele Gewinner jedoch nicht vorstellen. Dort zu bleiben, wo alle einen kennen, ist mitunter aber schwierig. Denn entweder der Lotto-Gewinn wird offen kommuniziert oder es gilt sich bei größeren Ausgaben und der Aufgabe des Jobs zu erklären. Das Ehepar Bubert erzählte Bekannten und Freunden vom ihrem Glück, um die damit einhergehenden Freuden zu teilen und ebenfalls um ein wenig anzugeben. Die Folgen waren vorab nicht abzusehen. Waren die Buberts mit ihrem Geld zu knauserig, so wurde mit „dem Besuch der Weißrussen“ gedroht. Sogar mit der Entführung der Kinder wurde gedroht. Und das gekaufte Haus mit Pferdekoppel wurde von Anschlägen geplagt. Vergiftete, gequälte und sogar getötete Tiere waren die Folge.

Selbst die Ehe steht vor einer Zerreißprobe. Denn die Eltern von „Lotto-Achim“ wollen ihn gegen seine Ehefrau aufbringen. Später ist das Paar nur zu retten, weil die Ehefrau ihre Tagebücher ihrem Mann anvertraut. Darin werden sogar Selbstmordgedanken beschrieben. Gar die Kinder wurden in der Schule zu Zielscheiben. Als „Lottoschweine“ mussten sich die Heranwachsenden beschimpfen lassen. Unterdessen hat Achim finanziell folgenreiche Fehler begangen. Die Wirtschaftskrise 2008 und wenig geschickte Geschäfte mit Immobilien, sowie ein nicht näher beschriebener Schwindel hätten weiterhin einen Teil des Geldes verschlungen. Der eigens aufgebaute Angel-Shop hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht, auch weil die Angestellten hemmungslos geklaut haben. Schon 2009 bringen die beiden das Buch „Mit dem Geld kamen die Tränen“ heraus.

Was vom Gewinn geblieben ist: Im Jahr 2018 ist den Lotto-Millionären nur ihr Haus mit der angeschlossenen Pferdekoppel, sowie der wenig ertragreiche Angel-Shop geblieben.

Wenn das größte Glück sich als schlimmstes Pech entpuppt

Ein aktuelles Beispiel aus Großbritannien zeigt die negativen Folgen eines Lotto-Gewinns auf. Allie Rogers hat bereits mit 16 im Lotto gewonnen. Sie leistete sich neue Brüste, teure Autos und verfiel dem Kokain. Heute, mit 31 Jahren, hat sie nicht einmal genug Geld, um sich vernünftig um ihren behinderten Sohn zu kümmern. Die Anzahl der Lotto-Fails ist groß. Oftmals ist das Vermögen innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte weg. Die Zeit seit dem Jackpot empfinden viele Gewinner als unnötig stressig. Ein altes Sprichwort sagt: „Geld allein macht nicht glücklich.“ Viele ehemalige Lotto-Millionäre können diese Weisheit sicherlich so unterschrieben. Wobei fairer Weise gesagt werden sollte, dass die glücklichen Gewinner, die sich mit cleveren Finanzanlagen ein schönes Leben gönnen, ebenfalls vorhanden sind. Diese sind den Medien aber nicht spannend genug oder sie sind ihnen gar nicht bekannt.

Deutsches Lotto: Das staatliche Lotto kämpft derzeit selber gegen sogenannte Schwarzlotterien. Außerdem steht das Lotto-Monopol unter Beschuss.

Lotto-Millionär: So verspielte Achim 8 Millionen D-Mark 1200 1000 2018-08-24 15:03:54 Online-Casino.de

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