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Männerdomäne eSports: Wo sind die ganzen Zockerinnen?

Sabina Kugler, 24. Februar 2021, Sport & Spiel

Frauen im eSport: Ein sogenanntes Mixed Team. Bild: Shutterstockcom

Natürlich können sich Mädchen und Frauen für Games begeistern. Dennoch ist die eSports-Szene im Profibereich zu einem sehr großen Teil männlich geprägt. Dies wirft Fragen auf. Denn eigentlich ist die Gleichberechtigung beim elektronischen Sport gegeben. Hier wird beispielsweise wegen körperlich Voraussetzungen nicht zwischen Männer- und Damen-Sport unterschieden. Folglich dürften Frauen in den eSports-Teams Platz nehmen. Tatsächlich ist es sogar möglich, dass reine Frauenmannschaften an den Wettbewerben teilnehmen. Bislang ist dies jedoch eher selten der Fall, wie auch ein aktuelles Turnier im polnischen Katowice zeigt.

Die Intel Extreme Masters (IEM) finden derzeit in Polen statt. Es handelt sich um eines der größten Turniere der eSports-Szene im Jahr 2021. Counter-Strike ist das Spiel. Am Wettkampf nehmen die 24 besten Mannschaften teil. Dabei gilt es ein Preisgeld von fast 830.000 Euro zu erringen. Als Favoriten gelten die Jungs von Astralis, Team Vitality und natürlich Vorjahressieger Natus Vincere. Doch ein Fakt ist schon jetzt zu nennen. Die Prämie wird an Männer ausgeschüttet. Denn innerhalb der weltbesten Teams finden sich nur „Jungs“ wieder – keine „Mädchen“. Um sich diesem Problem zu näheren, begeben wir uns im nachfolgenden Abschnitt auf Ursachenforschung.

Frauen und eSports: Bislang keine Erfolgsgeschichte?

Beim Turnier in Polen reden wir von Counter-Strike. Dabei schalten sich die Teams mit Schusswaffen gegenseitig aus. Die Anzahl der Kills (Tötungen) zählt. Natürlich gibt es Frauen, die auf solche Titel stehen. Und da ist auch nix dabei. Doch Titel dieser Art ziehen halt von Natur aus eher ein männliches Publikum an. Auch bei Rocket League und FIFA – beides Sportspiele mit Bezug zum Fußball – schlagen in die gleiche Kerbe. League of Legends ist hingegen eine Battle-Arena mit einem Fantasy-Setting. Hier könnte sich die Damenwelt schon eher wiederfinden. Doch an der Weltspitze machen sich die Frauen erneut rar. Ein Grund: Es fehlt an weiblichen Vorbildern. Ohnehin sind die Frauen beim Gaming in der Unterzahl. Und dann versammeln sich die Frauen oft auch in reinen Damen-Teams. Dabei ist dies in den eSports gar nicht nötig. Dennoch wechseln die wenigsten Frauen in die Mixed-Teams. Dabei hätte dies eine Signalwirkung an junge Gamerinnen.

Es ist jedoch nicht so, dass Frauen bei den eSports überhaupt nicht erfolgreich sind. Denn wenn es nicht um Teamplay geht – also um das Spielen in Gruppen – finden sich schon Frauen an der Weltspitze wieder. Sasha Hostyn, besser bekannt unter ihrem Nickname „Scarlett“ stammt aus Kanada und nimmt am Starcraft-Turnier teil. Dieses wird auch im polnischen Katowice, allerdings in einer Nebenhalle, ausgetragen. Seit einigen Jahren ist sie in der Szene aktiv und braucht sich vor den männlichen Kollegen nicht zu verstecken. Gleichwohl gilt dies für die Chinesin Li „Liooon“ Xiaomeng. Denn die Frau aus Fernost ist im digitalen Kartenspiel Heartstone sogar als amtierende Weltmeisterin gelistet.

Einzelwettbewerbe vs. Teams: Bei Einzelwettkämpfen haben Frauen sich durchaus begonnen zu etablieren. Dort gibt es mit „Liooon“ und „Scarlett“ auch Vorbilder. Doch in die Team-Wettbewerbe kommen die Frauen aktuell scheinbar nur schwierig hinein. Dies mag auch daran liegen, dass sich reine Männerteams nur schwer eine Frau in ihren Reihen vorstellen können.

Deutsche Fußball Liga plant im großen Stil mit Virtual Bundesliga

Frauen zocken auch professionell! Bild: Shutterstock.com

Fußball ist eine weitere Männerdomäne. Dabei hat die Fußballnationalmannschaft der Frauen in Deutschland durchaus große Erfolge vorzuweisen. Doch auch beim Fußball erobern die eSports den Markt immer mehr. Daher hat sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) schon zum Ende des Jahres 2020 dazu entschlossen, das Produkt Virtual Bundesliga (VBL) im großen Stile aufzuziehen. Denn Fakt ist, dass FIFA 21 derzeit in der Rangliste der am häufigsten nachgefragten eSports-Titeln weiter hinten rangiert. Und dass, obwohl Fußball selber sich ungebrochen einer hohen Beliebtheit erfreut. Hier ist als Potential vorhanden. „Unser langfristiges Ziel ist es, die VBL als dritte Wettbewerbsmarke hinter der Bundesliga und 2. Bundesliga zu etablieren“, sagt daher auch Andreas Heyden von der EVP Digital Innovations (DFL). Seit 2012 existiert die VBL bereits. Jetzt soll sie den nächsten Schritt machen.

Tatsächlich gab es schon in der Saison 18/19 eine Weiterentwicklung der virtuellen Bundesliga. Denn seit dieser Spielzeit treffen die Proficlubs in der sogenannten VBL Club Championship gegeneinander an. Dabei ist es der Wunsch der DFL, dass alle 36 Proficlubs der Liga beitreten. „Aber wir zwingen niemanden zur Teilnahme, vielmehr müssen wir über Attraktivität und Wirtschaftlichkeit des Wettbewerbs die Klubs von der Teilnahme überzeugen.“ Die ESL tritt hier als Partner und in dieser Rolle auch als Vermarkter auf. Fraglos sind die Erfahrungen bei Titeln wie League of Legends, Counter-Strike oder Dota 2 groß. „Wir wollen aus FIFA eine Top-Zuschauersportart machen“, sagt daher auch Ralf Reichert in seiner Rolle als ESL-Geschäftsführer. Allerdings sind sich alle Verantwortlichen klar, dass es dafür eher Jahre als Monate braucht.

Frauen in der Virtual Bundesliga: Und hier schließt sich der Kreis. Denn bei RBLZ Gaming wurde schon im September 2020 eine Frau im Team vorgestellt. Auch hier macht sich RB Leipzig also für eine Förderung des Nachwuchses stark.

Männerdomäne eSports: Wo sind die ganzen Zockerinnen? 1200 1000 2021-02-24 09:59:00 Online-Casino.de

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