Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Malta plant Änderungen der Lizenzierung von Online Casinos

Malta Gaming Authority (MGA) - Europäische Glücksspiellizenzen (Bildquelle)

Die Malta Gaming Authority (MGA) ist in Europa derzeit das Maß der Dinge in Sachen Lizenzvergabe für Online Casinos. Denn einerseits sind die wirtschaftlichen Voraussetzungen vor Ort für die Unternehmen sehr vorteilhaft und auf der anderen Seite gehört Malta zur EU. Dies bedeutet, dass laut Dienstleistungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union Wetten und Online-Casino-Spiele angeboten werden dürfen. Dennoch plant das Land einen bedeutenden Umbruch in Hinblick auf das Glücksspiel.

An dieser Stelle ist vorwegzuschicken, dass der Abbau von Bürokratie ein Kernziel der neuen Strukturierung ist. Die MGA möchte den Prozess an einigen Stellen verschlanken, um sich wiederum auf Gebiete zu konzentrieren, die ein größeres Risikopotential vorweisen. Diesbezüglich wurde bereits ein White Paper mit 186 Seiten herausgegeben.

Ziele der Änderung in Bezug auf die Lizenzvergabe auf Malta

Während der Aufwand mit der Neustrukturierung der Lizenzvergabe bestenfalls reduziert wird, soll das gesetzliche Profil aus einer regulatorischen Perspektive angehoben werden. Weiterhin soll die MGA flexibler in ihrer Entscheidung gegen Kontrollen aus dem Gesetz sein. Im Gegenzug findet eine Intensivierung der Sektoren statt, welche für das Wachstum maßgeblich sind. Zudem sollen Maßnahmen geschaffen werden, um Spielerstreitigkeiten zu schlichten. Das Festlegen objektiver Standards soll zukünftig vorgezogen werden, anstatt Innovationen durch festgelegte Anforderungen zu behindern. Die Kontrolle von Feldern soll gestärkt werden, welche Hochrisikoprofile vorweisen. Zudem steht ein Verwaltungskonzept zur Diskussion, welches den Anbieter in Not schützt und auf diesem Wege sowohl Arbeitsplätze, als auch finanzielle Mittel der Spieler, schützt.

Ein weiteres Kernkonzept ist die Verringerung der regulatorischen Belastung in Bezug auf etablierte Spielebetreiber auf Malta. Freilich werden diese Unternehmen weiterhin geprüft. Der Prozess soll jedoch gestrafft und dadurch die Belastung verringert werden. Die Kontrollmechanismen sollen erweitert werden. Mystery Shopping ist hier ein Stichwort. Bei diesem Prozess nutzen Angestellte der MGA die Dienstleistung des Unternehmens zum Zwecke der Überprüfung. Die automatisierte Berichterstattung soll gestärkt werden. Das Besteuerungsverfahren soll über zwei Hauptschichten weiter gestrafft werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der reinen Business-to-Business Anbieter soll gestärkt werden, indem diese Dienstleister aus der Gaming-Steuer ausgeschlossen werden. Ein Teil der Lizenzgebühren können für Startups gestundet werden. Weitere Ziele betreffen die Stärkung von verantwortungsvollen Personen, neue und effektive Prozesse zur Bekämpfung von Kriminalität, sowie deren Sanktionierung. Ebenso stehen der Geldfluss und die Sicherheit der Spielergelder im Fokus.

Ein Kernmerkmal der Änderung ist die Vergabe von Lizenzen über 10 Jahre. Bislang werden die Konzessionen für 5 Jahre ausgestellt.

„The Gaming Act“: Der geplante gesetzliche Rahmen

Neues Lizenzmodell – The Gaming Act (Bildquelle)

 

Die Verwaltung soll einfacher werden

Malta Gaming Authority Lizenzen Class 1 bis 4 (Bsp.: Betsafe)

Eine der wichtigsten Änderungen, welche im White Paper vorgeschlagen wird, ist die Abänderung auf lediglich zwei unterschiedliche Lizenzen. Diese würden sich in Business-to-Consumer (B2C) und Business-to-Business (B2B) beschränken. Derzeit gibt es vier unterschiedliche Lizenzklassen, welche bisweilen nochmals unterteilt sind. Es werden entweder fixe Beträge je Monat oder ein prozentualer Anteil vom Einsatz oder Einkommen als Maßstab herangezogen. Unter die Klasse 1 fallen aktuell die herkömmlichen Online-Spiele. In diese Kategorie gehören neben den Casinos, auch Bingo und Lotto. Lizenzen der zweiten Rubrik werden an Online-Spiele und Wetten ausgegeben. Auf der dritten Ebene finden sich schließlich die Betreiber, welche die Wetten oder Spieler nur auf Basis eines Provisionsmodells anbieten. Neben den Affiliates fallen auch Poker-Räume in diesen Sektor. Die vierte Klasse von Lizenzen betrifft I-Gaming Plattformen. Je nach Klasse ist derzeit ein gewisses Einlagekapital erforderlich, um überhaupt eine Lizenz zu erhalten. Eben dieses Konzept soll in Zukunft verschlankt werden.

Bei den genannten Zielen gibt es noch unklare Felder. In diese Schublade gehört beispielhaft die stärkere Kontrolle von Unternehmen mit erhöhtem Risikopotential. Hier ist nirgends erwähnt, wie entsprechende Firmen ermittelt werden. Die Darlegung eines Risikoprofils fehlt vollständig. Ein weiteres Element, welches angesprochen wurde, ist die Einführung der Krypto-Währung. Bitcoins stehen hier im Fokus. Malta hat dieses Konzept früher immer mit einer Portion Skepsis betrachtet, sieht jetzt aber, dass kein Weg mehr daran vorbeiführt. Diesbezüglich soll noch eine Studie zum Ende des Jahres 2017 erstellt werden.

Malta vs. Gibraltar: Die eindeutige Nummer eins

Mit dem Brexit ist bei den Glücksspielanbietern auf Gibraltar eine große Ungewissheit eingetreten. Wenngleich der Austritt von England aus der EU noch nicht vollzogen ist, so haben erste Entscheide vor Gericht dargelegt, dass Gibraltar und Großbritannien als Einheit gesehen werden. Dies würde den Sonderstatus für Glücksspiele aufheben. Denn aktuell zahlen die Unternehmen auf Gibraltar lediglich 1%. Durch die Zugehörigkeit zu England könnte ein Anstieg auf bis zu 15% erfolgen. Obwohl Gibraltar gegen den Austritt der Briten aus der EU gestimmt haben, sind sie jetzt Leidtragende. Denn der Sonderstatus als Glücksspielhochburg scheint verloren zu gehen.

Wo Gibraltar als Verlierer des Brexits gilt, ist Malta eindeutig der Gewinner. Vielleicht basiert die Neustrukturierung der Lizenzen und des gesamten Prozesses im Rahmen der Online-Casinos sogar aus dem Wissen, dass der Ansturm auf die Verwaltung in Malta steigen wird. Wenn Glücksspielunternehmen auf Gibraltar nicht mehr wirtschaften können oder möchten, ist ein Umzug nach Malta die logische Wahl. Vor Ort ist man entsprechend bemüht, den Aufwand an Bürokratie zu entschärfen und dabei die regulatorische Qualität beizubehalten oder sogar zu erweitern.

Malta plant Änderungen der Lizenzierung von Online Casinos 300 250 2017-07-17 16:33:21 Online-Casino.de

Weitere Casino News