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MGM Resorts bieten 11 Milliarden für Bwin-Konzern Entain

Sabina Kugler, 6. Januar 2021, Wirtschaft

Quelle: Entaingroup

Bei einer Übernahme werden aus zwei Unternehmen eines. Es gibt einen Käufer. Und einen Verkäufer. Doch bislang mangelt es an der Verkaufswilligkeit. Zumindest beim aufgerufenen Preis. Doch der Reihe nach. Als Kaufinteressent treten hier die MGM Resorts auf. Diese sind besonders durch das Bellagio in Las Vegas bekannt. Von dieser Seite erging eine Offerte in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar an Entain. Hier müssen wir kurz reingrätschen. Entain war bis vor kurzem nämlich noch als GVC Holding bekannt. Doch die unter neuem Namen firmierende Unternehmensgruppe im Glücksspielbereich sieht sich beim Angebot von MGM unterbewertet. Daher ist die Übernahme längst nicht unter Dach und Fach.

Großbritannien und die USA – hier gibt es derzeit in der Glücksspiel-Branche eine große Schnittmenge. Einerseits könnte es den Anbietern aus dem United Kingdom wegen dem Brexit schwerer fallen im restlichen Europa fußzufassen. Andererseits haben sich die Anbieter ohnehin längst auf den großen Markt in den USA gestürzt, der dort seit der schrittweisen Legalisierung des Glücksspiels entstanden ist. Natürlich erhoffen sich die MGM Resorts von einer Übernahme eine größere Kompetenz im Bereich der Sportwetten und allgemein des Glücksspiels. Denn auch die heimischen Anbieter erkennen die Größe des Potentials und wollen sich vor ihrer Konkurrenz platzieren.

Big Deal: Erhöhen die MGM Resorts ihr Angebot für Entain?

11 Milliarden US-Dollar ist den Briten zu wenig. Umgerechnet reden wir hier von immerhin 9 Milliarden Euro. Tatsächlich hat sich Entain, früher unter dem Namen GVC Holdings bekannt, in der Branche einen Namen gemacht. Hierzulande sind Bwin und Ladbrokes eingefleischten Sportwettern ebenfalls ein Begriff. Doch Entain ist rund um den Globus aktiv. Dabei liegt der Fokus eindeutig auf dem Markt im World Wide Web. Dass Entain nun selbst zum Gegenstand einer Fusion werden könnte ist eigentlich nicht weiter erstaunlich. Immerhin ist das Unternehmen selber aus Fusionen und Übernahmen entstanden. 2012 schnappte sich GVC einen Teil von Sportingbet. 2017 wuren Ladbrokes Coral übernommen. Und gemeinsam wurde 2018 bereits mit den MGM Resorts ein volumenstarker Deal geschlossen, um auf dem aufstrebenden US-Markt fußzufassen. Und jetzt wollen sich die MGM Resorts die Marke Entain allem Anschein nach direkt einverleiben.

Mal abgesehen vom Marktvolumen in den USA betreibt Entain in 18 Ländern dieser Welt sein Glücksspielgeschäft. Mehr als 2.800 Angestellte sind beim Unternehmen beschäftigt. Neben Bwin und Ladbrokes sind insbesondere die Marken Partypoker, Sportingbet und Casinoclub bekannt. Doch in einer ersten Mitteilung heißt es, dass Entain das 11 Milliarden Dollar Angebot für „signifikant unterbewertet“ hält. Damit der Deal vorangetrieben wird braucht es also einerseits eine scheinbar deutlich erhöhte Offerte. Weiterhin hätte Entain gerne eine „strategische Begründung“ von MGM, welche für die Kombination beider Marken spricht. Außerdem haben die Briten taktisch klug darauf verwiesen, dass MGM nur bis zum 1. Februar 2021 Zeit hat sich zu äußern, ob das Ziel eine Übernahme ist. Es gibt übrigens einen höchst aktuellen Grund für den Zusammenschluss – zumindest aus Sicht der MGM Resorts. Denn durch die Pandemie sind viele Kunden zum Online-Glücksspiel gewandert. Und hier haben die Resorts ihre Schwachstelle und Entain das Knowhow.

Ein erstes Abtasten? Vielleicht wollten die MGM Resorts nur herausfinden ob Entain gesprächsbereit ist. Es ist durchaus realistisch, dass ein verbessertes Angebot folgt.

Sportwetten in den USA im Höhenflug: Aktienkurse von MGM und Entain reagieren

Großer Markt: Sportwetten in den USA / Shutterstock.com

Was ist in Amerika in den letzten Jahren passiert? Die Gerichte haben den Weg für Sportwetten geebnet. Die ersten Gesetze der Bundesstaaten folgten auf dem Fuße. Die Staaten erhoffen sich Steuereinnahmen. Die Unternehmen Gewinne. Daher ist ein Streit um den Markt entbrannt. Insbesondere britische Unternehmen schließen sich hier mit amerikanischen Firmen zusammen. Die Amerikaner kennen den Markt. Die Briten gelten als Experten bei den Sportwetten und verfügen darüber hinaus über die notwendigen Kenntnisse im Online-Business. Selbst Entain-Boss Segev schätzt den Markt in den Vereinigten Staaten als den Größten überhaupt ein. Dafür müssen dort jedoch weiterhin Sportwetten legalisiert werden. Dennoch scheint ein schnelles Umsatzwachstum beim Wetten in Amerika als wahrscheinlich. Wenngleich nicht beim Fußball, wie wir Europäer, so sind die Amerikaner doch sehr sportbegeistert.

Bis Mitte Februar 2020 hielt sich der Kurs von MGM bei knapp 30 Euro. Dann kam die Pandemie und der Wert rauschte auf bis zu 7,85 Euro in den Keller. Im Gegensatz zu anderen Branchen setzte die Erholung hier langsam ein. Denn die MGM Resorts waren über einen Großteil der Pandemie geschlossen. Einnahmen gingen zeitweise um bis zu 90 Prozent zurück. Heute steht der Aktienkurs wieder bei 25,20 Euro und nähert sich damit dem Wert zum Jahresstart 2020 an. Deutlicher reagiert hat der Aktienwert von Entain PLC. Hier lag der Kurs Mitte Februar bei über 10 Euro und fiel im kürzester Zeit auf 3,50 Euro ab. Doch die Rückkehr zu alter Stärke dauerte kaum einen Monat. Ab September konnte Entain sich sogar kurzzeitig auf bis zu knapp 12 Euro je Aktie steigern. Und mit den Übernahmegerüchten ist der Aktienkurs jetzt sogar auf 16,18 Euro angestiegen.

Der bisherige Deal: MGM und Entain arbeiten bereits zusammen. In den Vereinigten Staaten bringt MGM die Kraft der Marke und Entain die notwendige Technologie ein. Näheres ist bei der FAZ

MGM Resorts bieten 11 Milliarden für Bwin-Konzern Entain 1200 1000 2021-01-06 16:05:55 Online-Casino.de

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