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mybet Holding meldet Insolvenz und Aktie fällt um 70 Prozent

Martin Hill, 15. August 2018, Wirtschaft

Bildquelle: mybet Holding SE

Die mybet Holding war lange Zeit ein Glanzlicht unter den Sportwetten-Anbietern und zuletzt generell beim Glücksspiel. Doch die starke Konkurrenz hat dem deutschen Unternehmen immer mehr das Wasser abgegraben. Zunächst war die Übernahme durch Investoren ein Thema. Doch eine Einigung konnte nicht erzielt werden. Jetzt soll die mybet Holding SE zahlungsunfähig sein. Ein Insolvenzverfahren steht vor der Einleitung.

Aus Kundensicht ist mybet immer ein guter Vertrauter gewesen. Denn die Firma ist an der Börse notiert und muss seine Zahlen daher offenlegen. Im Dschungel der Wettanbieter waren sich Spieler hier sicher, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Doch jetzt stehen säumige Steuerzahlungen in einer Größenordnung von 4 Millionen Euro vor der Vollstreckung. Da das Unternehmen die Zahlung nicht leisten kann, muss Insolvenz beantragt werden.

mybet findet keine Investoren: Gespräche abgebrochen!

Die mybet Holding SE ist im Internet mit seinen Sportwetten und dem Casino vertreten. Eben diese Sparten standen bereits vor dem Verkauf. Schon im März fand die Unterzeichnung einer Vereinbarung statt. Ein nicht näher genannter Investor wollte einsteigen und das Online-Business übernehmen. Allerdings waren die bis dahin getätigten Verhandlungen unverbindlich. 30 Tage lang hätte der Investor sich für eine Investition entscheiden können. Weitere 30 Tage Verlängerung waren einzufordern. Inzwischen sind diese Zeitspannen abgelaufen. Eine Übernahme des Online-Geschäfts kam nicht zustande. Dies erklärt auch, warum der Insolvenzantrag jetzt und nicht schon früher erfolgt. Am Freitag, den 17. August 2018, soll der Antrag gestellt werden. Die potentielle Bildung eines Joint Ventures mit einem Investor ist bei Anlegern nicht gut angekommen. Die jetzige Entwicklung sieht noch finsterer aus.

Die Unterlagen für den Insolvenzantrag werden aktuell vorbereitet. Dieser betrifft alle drei deutschen Konzerngesellschaften des Berliner Unternehmens. Am Freitag sollen die Dokumente beim Amtsgericht eingehen. Die Gespräche mit dem Investor, welche sich über die vergangenen Monate hingezogen haben, wurden am Montag, den 13. August 2018, offiziell für beendet erklärt. Eine Übernahme des Online-Geschäfts ist gescheitert. Als Begründung wurden Forderungen vom Investor genannt, die von Seiten mybets nicht erfüllt werden konnten. Was genau dies für Bedingungen waren, ist nicht bekannt.  Selbst eine letzte Hoffnung wurde dem Glücksspielunternehmen genommen. Denn das Finanzamt in Frankfurt am Main lehnte einen Antrag auf vorübergehende Einstellung der Vollstreckungsmaßnahmen für ausstehende Sportwettensteuern ab.

Personal Exchange International Ltd: Unter diesem Namen firmiert die Gesellschaft von mybet auf Malta, wo eine Lizenz für den Betrieb der Sportwetten und des Casinos ausgestellt wurde.

Ausstehende Steuerschulden der mybet Holding SE

mybet Holding SE: Aktienkurs bricht ein (Bildquelle)

Die Ausstehenden Schulden beim Fiskus belaufen sich inzwischen auf 4 Millionen Euro. Eine Summe, die die mybet Holding SE nicht flüssig hat. Investoren hätten einen entsprechenden Betrag beisteuern können. Dazu ist es nicht gekommen. Die Insolvenz lässt sich an diesem Punkt nicht mehr abwenden. Dabei hat die Firma, einst als Fluxx gegründet, zu Jaxx umgewandelt und schlussendlich bei Mybet angekommen, einen interessanten Weg genommen. Tatsächlich ist beim Berliner Unternehmen schon länger eine Abwärtstendenz zu erkennen. 2009 standen die Umsätze mit 115 Millionen Euro auf ihrem Höhepunkt. Anschließend fielen sie jedoch auf einen Wert von maximal bis zu 70 Millionen Euro ab. Wenn wir auf das Jahr 2015 blicken, so waren es nur noch 45 Millionen Euro.

Bezogen auf das Jahr 2017 waren nur die Einkünfte und Ausgaben aus den ersten neun Monaten einzusehen. 25 Millionen Euro betrug der Umsatz nur noch. Dabei lässt sich jedoch herausheben, dass mybet nie einen großen Gewinn vorzuweisen hatte. Eine Ausnahme gibt es. Im Jahr 2012 kam es dank eines Sondereffekts zu einem Gewinn von 6 Millionen Euro. Ansonsten belaufen sich die Verluste jedoch auf insgesamt 28 Millionen Euro. Es ist schwer zu sagen, wo das Unglück seinen Anfang nahm. Probleme mit den Behörden gab es immer mal wieder. In Griechenland wurde das Casino blockiert. Und generell haben sich die Rahmenbedingungen in unterschiedlichen Ländern eher verschlechtert. Auch der Versuch des Einstiegs in die Lotterien scheiterte.

Novomatic zog sich ebenfalls zurück: Aus den Online-Casinos verabschiedete sich Novoline zum Ende des Jahres 2017. Ein weiterer Schlag für mybet, wo die beliebten Spiele fortan nicht mehr vorzufinden waren.

Aktienkurs von mybet Holdings SE bricht um 70 Prozent ein!

Das börsennotierte Unternehmen aus Berlin hat einen Kursverlust von 0,25 auf 0,07 Euro innerhalb weniger Stunden hinnehmen müssen. Grund waren die gescheiterten Gespräche mit Investoren, sowie die Meldung der Insolvenz. Dabei haben andere Unternehmen aus der Branche einen satten Kursgewinn hingelegt. Doch auch diese Unternehmen mussten, meist wegen der Auflagen vom Staat, zurückstecken. Daher kam es seit 2006, wo den Glücksspiel-Anbietern eine rosige Zukunft prophezeit wurde, nicht überall zum gewünschten Kursanstieg. Dennoch haben viele Sportwetten- und Casino-Aktien über die vergangenen Jahrzehnte deutlich zugelegt.

Diesbezüglich wird es spannend zu sehen sein, wie der Markt reagiert, falls in Deutschland beliebig viele Wettanbieter und Online-Casinos lizenziert werden. Entsprechende Gespräche der Ministerpräsidenten der Bundesländer laufen bereits. Eine weitere Öffnung könnte dem Staatshaushalt helfen und zugleich den Firmen aus dem Glücksspiel-Segment einen Schub verleihen, der sich ebenfalls in den Wertpapieren wiederspiegelt. Nähere Informationen zur Zahlungsunfähigkeit von Mybet gibt es bei Goingpublic.

mybet Holding meldet Insolvenz und Aktie fällt um 70 Prozent 1200 1000 2018-08-15 15:45:52 Online-Casino.de

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