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Mybet: Verkauf von Online-Sportwetten und Casino ein Thema

Martin Hill, 20. Juli 2018, Wirtschaft

Bildquelle: mybet Holding SE

Mybet ist für seine Sportwetten und das angeschlossene Online-Casino bekannt. Allerdings droht die Konkurrenz dem Traditionsunternehmen das Wasser abzugraben. Über einen Verkauf der Web-Aktivitäten wird schon länger nachgedacht. Jetzt ist ein konkretes Dokument von Seiten des Buchmachers unterzeichnet worden. Es handelt sich um eine Absichtserklärung zum Verkauf, ein sogenannter Termin Sheet, welcher die Übertragung des Online-Geschäfts an einen strategischen Investor zum Gegenstand hat.

Die mybet Holding SE ist gewissermaßen ein deutsches Traditionsunternehmen – zumindest in der Branche der Wettanbieter. Wenngleich die Lizenz unlängst aus Malta gestellt wird, hat das Unternehmen deutsche Wurzeln. Doch aktuell scheint die Konkurrenz übermächtig. Mehr als 100 Buchmacher sind allein in Deutschland aktiv. Schon im 1. Quartal des Jahres 2018 gab es Gespräche über den Einstieg eines Investors aus Malta.

Rückblick: Mybet unterzeichnet im März eine unverbindliche Vereinbarung

Den Marktaustritt bereitet die mybet Holding SE schon länger vor. Am 09. März 2018 ist eine Partnerschaft verkündet worden. Wenngleich der Name des Investors nicht genannt wurde, so soll es sich um einen führenden Sportwettanbieter, samt Casino-Sektor, mit Sitz in Malta gehandelt haben. Dies hat das Berliner Unternehmen verlauten lassen. Weiterhin heißt es in einer Veröffentlichung: „Die mybet Holding SE und der Investor haben heute eine im Hinblick auf die mögliche Durchführung einer Transaktion unverbindliche Vereinbarung unterzeichnet, die dem Investor eine mindestens 30-tägige Exklusivität mit Option auf eine 30-tägige Verlängerung bei diesen Verhandlungen einräumt.“ Ziel war die Gründung eines Joint Ventures. In diesem Szenario hätte mybet jedoch 51 Prozent der Anteile und somit die Mehrheit am Geschäft, behalten. Zu einer Verbindlichkeit mit dem Investor ist es nicht gekommen. Die Gespräche wurden im Mai gestoppt.

Wo liegen die Gründe für die geplante Veränderung? Läuft das Mybet Casino schlecht? Sind Sportwetten aus der Mode gekommen? Beide Branchen verzeichnen weiterhin ein großes Wachstum. Problematisch ist hingegen, dass jährlich viele neue Anbieter den Markt betreten. Der Wettbewerb ist weiter angestiegen. Weitere Ableger werden sich auf dem überfüllten Markt etablieren. Wenn wir uns den neuesten Finanzberichten der mybet Holding widmen, so erkennen wir einen Rückgang des Konzernumsatzes. Waren es im 3. Quartal 2016 noch 34.672 TEuro, so ist diese Summe zum 3. Quartal 2017 auf 24.886 TEuro geschrumpft. Es handelt sich um einen Rückgang von 28,2 Prozent. Dabei sind die Sportwetten von 21.389 TEuro auf 17.781 TEuro gefallen (-16,9%), während der Casino-Sektor sogar von 11.702 TEuro auf 5.418 TEuro zurückgegangen ist (-53,7%).

Abfall des Aktienkurses: Die Wertpapiere waren zum 3. Quartal 2016 noch 0,11 Euro das Stück wert. Ein Jahr später ist die Aktie auf 0,05 Euro abgefallen.

Verkauft die Mybet Holding die Sportwetten und das Casino?

Auch mit den Aktien ging es bergab (Bildquelle)

Der Vorstand der mybet Holding SE hat sich die Zustimmung des Aufsichtsrates geholt. Am 13. Juli 2018 wurde verkündet, dass ein Term Sheet mit einem strategischen Investor unterzeichnet wurde. Inhalt dieses Dokuments ist eine mögliche Veräußerung der Online-Sportwetten und des Online-Casinos. Der Investor möchte, im Gegensatz zu dem geplanten Joint Venture, welches im März ein Thema war, die volle Kontrolle. Das Online-Geschäft soll zu 100 Prozent übernommen werden. Betroffen wären die Gesellschaften PNO Casino Ltd. Und Personal Exchange International Ltd. Damit würde die Marke mybet, zumindest was das Internetgeschäft betrifft, an den bislang nicht näher benannten Investor aus Malta gehen. Beim Verkaufspreis ist ein hoher einstelliger Millionenbetrag im Gespräch.

Das deutsche Unternehmen möchte sich hierbei das Geschäft im Business-Bereich erhalten. Gemeint sich hier die stationären Wettshops, welche eine durchaus positive Entwicklung genommen haben. Die Anzahl an registrierten Kunden ist generell von 1.631.213 (3. Quartal 2016) auf 1.714.894 (3. Quartal 2017) angestiegen. Die Anzahl der Wettshops in Deutschland hat im selben Zeitraum um 9 Stück abgenommen. Ende 2017 wurden 144 Shops betrieben. Der Einzelhandel in diesem Bereich soll künftig weiter ausgebaut werden. Während sich die Wetteinsätze im Vergleichszeitraum online um 24,8 Prozent verringerten, war es im Retail-Sektor nur 2,8 Prozent. Allerdings ist hinzuzufügen, dass im Jahr 2016, wo höhere Kennzahlen erreicht worden sind, die Fußball Europameisterschaft durchgeführt wurde. Hier gibt es die Konzernzahlen zum 3. Quartal 2017 zur Einsicht.

Entscheidung steht noch aus: Ein Verkauf der Online-Aktivitäten der mybet Holding SE scheint derzeit sehr wahrscheinlich. Bislang sind weder der Investor namentlich genannt, noch wurde ein konkreter Verkaufstermin öffentlich.

Fazit: Von anfänglichen Schwierigkeiten bis zum Verkaufsgespräch

Die rückläufigen Kennzahlen wiegen schwer. Kürzlich sind ebenfalls Stolpersteine aufgetreten. Die neue Plattform mit modernem Design ging erst verspätet im März 2018 an den Start. Das Live-Casino wurde der Marke Novomatic befüllt. Die Novoline Spielen gingen in Deutschland jedoch offline. NetEnt ist eingesprungen. Die Gespräche mit einem Investor bezüglich eines Joint Ventures im März hat die Anleger ebenfalls nicht erfreut. Jetzt scheint der Verkauf kurz bevor zu stehen. Die Marke mybet ginge in diesem Fall online an ein Unternehmen aus Malta, dessen Identität noch ungeklärt ist. Das deutsche Unternehmen, die mybet Holding SE, möchte sich künftig auf den Direktvertrieb der Wettshops konzentrieren. Es bleibt interessant zu sehen, wer der Investor mit Erfahrungen in der Sportwetten- und Casino-Branche ist und wann der Deal über die Bühne geht.

Mybet: Verkauf von Online-Sportwetten und Casino ein Thema 1200 1000 2018-07-20 12:22:18 Online-Casino.de

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