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Neuordnung Glücksspiel in Österreich: Werbung & IP-Sperre

Martin Hill, 12. April 2021, Recht & Gesetze

Online-Glücksspiel in Österreich / Shutterstock.com

Nicht nur in der deutschen Politik ist das Glücksspiel ein Dauerthema. Österreich prescht mit einem Gesetzesentwurf vor. Unter dem Slogan „Neuordnung Glücksspiel“ geht die Gesetzesänderung Ende April in die Begutachtung. Doch stößt die geplante Rechtsänderung in Österreich vielen Spielern und Funktionären übel auf. Denn zwei Dinge würden die Sport- und Glücksspiellandschaft gewaltig umkrempeln. Einmal ist hier ein Werbeverbot zu nennen, welches die Sportindustrie negativ beeinträchtigen würde. Und dann soll ein sogenannte DNS-Blocking – auch als IP-Sperre bekannt – eingeführt werden. Damit würde auch Österreich ausländische Glücksspielanbieter aussperren. Deren Domains wären aus dem österreichischen Territorium nicht mehr zu erreichen.

Lassen sich hier nicht sogar Parallelen zwischen Deutschland und Österreich erkennen? Zumindest eine Netzsperre ist in Deutschland im neuen Gesetz verankert. Und die Schweiz zieht dieses Modell jetzt schon etwas länger durch. Allerdings ist es nicht ganz einfach den Erfolg zu messen. Denn Spieler, die wirklich bei ausländischen Operatoren spielen wollen, steht mit der Verwendung eines VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) eine einfache Option offen, die IP-Sperre zu umgehen. Doch ist das Angebot attraktiv genug, mag das Konzept erfolgreich sein. Ein größerer Stolperstein wäre daher vermutlich das Sport-Sponsoring, welches laut Neuordnung Glücksspiel in Österreich wohl zum Erliegen käme.

Verliert der österreichische Sport seine Wettbewerbsfähigkeit?

Ob die Skispringer, die Fußballer, die Basketballer oder die Eishockeyspieler – sie alle profitieren vom Sport-Sponsoring. Natürlich gibt es weitere Unternehmen, die Werbebanden oder Trikots gerne mit ihrem Unternehmen beflockt sehen würden. Doch Wettanbieter und Casinos haben diesen Markt längst für sich entdeckt. Und für die Vereine und Sportler sind Partnerschaften in diesem Bereich ein lukratives Feld. Clas Retschitzegger ist Präsident der Österreichischen Vereinigung für Wetten und Glücksspiel. Er bringt die Lage auf den Punkt, sollte die Neuordnung Glücksspiel zur Umsetzung kommen: „Der Sport würde am Massivsten leiden. Zuerst müssten wir Sportsponsoring-Aktivitäten einstellen.“ Wettanbieter und Online-Casinos, die eine Lizenz für die EU vorweisen, wären nach der Neuordnung in Österreich nicht mehr legal. Sie hätten keine Lizenz. Folglich müsste der Zugang zu diesen Anbietern verweigert werden. Dadurch macht eine Werbeoffensive von sich aus schon keinen Sinn mehr.

Doch steht vielleicht ohnehin eine Änderung bei der Werberichtlinie aus. Allerdings ist an dieser Stelle die Planung offenkundig noch nicht abgeschlossen. Die Rede ist jedoch davon, die Schranken bei der Werbung analog zum Tabakgesetz zu gestalten. Und für Zigaretten gibt es auf den Trikots und im Sport schon längst keinen Platz mehr. Kommt die Neuordnung Glücksspiel zur Umsetzung, so geht dem Sport in Österreich vermutlich ein Betrag in Höhe von 100 Millionen Euro durch die Lappen. Natürlich geht ein Großteil dieses Betrages derzeit an die Profivereine. Doch wären auch Amateurclubs davon betroffen. Staatliche Förderungen könnten diesen Wegfall keinesfalls kompensieren. Besonders deutliche wäre der Verlust im Fußball, wo elf von zwölf Clubs der Bundesliga Sportwetten-Partnerschaften geschlossen haben. Admiral will ab der kommenden Saison eigentlich die ersten beiden Ligen sponsorn. Und beim österreichischen Skiverband ist der Anbieter Interwetten derzeit als exklusiver Sportwettpartner tätig.

Wettbewerbsfähigkeit im Sport: Stehen den Vereinen weniger Gelder zur Verfügung, so verdienen die Sportler weniger. Damit ist Österreich weniger attraktiv und verliert an Wettbewerbsfähigkeit.

Was bewirkt die Neuordnung Glücksspiel mit der IP-Sperre?

DACH-Ländern: Bald alle mit IP-Sperre (Bildquelle)

Wer keine österreichische Lizenz vorweist, der darf in der Alpenrepublik keine Glücksspiele anbieten. Gleichwohl scheint keine weitere Lizenzvergabe geplant zu sein. Folglich wäre das Online-Glücksspiel auf win2day (Lotto und Casino), Tipp3 und Admiral beschränkt. Für die Casino-Angebote sind die Lizenzen noch bis ins Jahr 2027 hinein an die Österreichischen Lotterien vergeben. Dieses Angebot wird längst unter der Aufsicht der Sazka-Gruppe geführt. Damit schützt Österreich also ein Monopol, welches tatsächlich in der Hand von Tschechen liegt. Für eine zukünftige Vergabe von Konzessionen soll dann nicht mehr das Finanzministerium zuständig sein – wie es bisher der Fall war – sondern ein weisungsfreier Richtersenat. Viele Unternehmen aus dem Glücksspielbereich wurden übrigens in Österreich gegründet. Dazu zählen Cashpoint, Interwetten und Bwin. Doch die Firmensitze liegen heute größtenteils auf Malta. Damit wären diese Unternehmen von einer IP-Sperre und ohne Lizenz für Österreich ebenfalls betroffen.

Spieler sollen durch die Neuordnung Glücksspiel zu den wenigen legalen Angeboten geleitet werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dies nur funktioniert, wenn das Portfolio an Spielen, Wetten oder sonstigen Glücksspielangeboten attraktiv genug ist. Sonst wird sich der findige Internetnutzer nach Alternativen umsehen. Eine IP-Sperre ist dabei ein sehr einfach zu überwindendes Hindernis. Für die Glücksspielanbieter ist übrigens nicht eine Neuregulierung das Problem. Seriöse Anbieter stehen nämlich ebenso für den Jugend- und Spielerschutz ein. Doch nach derzeitiger Sachlage gäbe es keine Möglichkeit sich um eine Konzession zu bewerben. Retschitzegger hat auch diesbezüglich etwas zu sagen: „Ein Lizenzsystem für Online-Glücksspiel wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, dafür setzen wir uns auch ganz massiv ein. Beim Blocking würden zwar wir unsere Kunden verlieren, aber es gibt Anbieter, die von außerhalb des EU-Raums agieren und diese Blocking-Maßnahmen umgehen.“

Besser Qualitätsrichtlinien einführen! Da sind sich Branchenkenner einig. Eine Regulierung über qualitative Standards wäre der bessere Weg. Näheres lässt sich bei Laola1

Neuordnung Glücksspiel in Österreich: Werbung & IP-Sperre 1200 1000 2021-04-12 10:50:17 Online-Casino.de

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