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Niederlande: Online Lizenzen erst ab 2021

Probleme bei der Lizenzvergabe (Bildquelle)

Die Niederlande verfolgen das emsige Ziel, den Online-Glücksspielmarkt zu revolutionieren. Konkret soll dieser in den kommenden Monaten auch für private Unternehmen geöffnet werden. Da die Holländer traditionell als spielinteressiertes Volk dienen, ist das Interesse bei den internationalen Glücksspielkonzernen enorm groß. Allerdings werden sich diese wohl länger gedulden müssen als gedacht. Denn die Lizenzvergabe verzögert sich offenbar deutlich.

Erst vor wenigen Tagen teilte der Vorsitzende der zuständigen Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) mit, dass die Lizenzen vermutlich erst ab dem Jahr 2021 geprüft werden könnten. Anschließend würde dann noch ein mehrmonatiges Prüfungsverfahren anstehen. Ursprünglich geplant war, dass die Behörden die Bewerbungen der Unternehmen bereits im Jahr 2020 unter die Lupe nehmen.

Verzögerung zeichnete sich bereits ab

Schon vor geraumer Zeit hat sich das deutsche Nachbarland dazu entschieden, ein neues „Fernspielgesetz“ ins Leben zu rufen. Dieses soll künftig die Geschicke auf dem Online-Glücksspielmarkt in den Niederlanden regeln. Für die internationale Branche ist dieses Gesetz durchaus erfreulich, denn die privaten Anbieter können sich für eine Lizenz des Landes bewerben und anschließend aktiv werden. Wann genau das sein wird, steht jedoch in den Sternen. Bereits in den letzten Monaten zeichnete sich ab, dass der ursprünglich geplante Termin im Jahr 2020 für den Start des Bewerbungsverfahrens wohl nicht eingehalten werden kann. Die Bestätigung hierfür gab es jüngst auf dem Branchentreffen „Gaming in Holland“ vom KSA-Vorstandsvorsitzenden René Jansen.

Dieser teilte mit, dass sich der Bewerbungsprozess um vermutlich ein Jahr verzögern wird. In Kraft treten soll das neue Gesetz erst zum 1. Januar 2021. Und erst ab jenem Tag sollen dann auch die Lizenzanträge der Unternehmen geprüft werden. Jansen erklärte, dass er deshalb auch keine weiteren Auskünfte zu den Details des Lizenzierungsverfahrens nennen könne, auch wenn das Interesse der Unternehmen verständlicherweise groß sei.

Die Liberalisierung des Online-Glücksspiels stößt bei Spielern aus dem deutschen Nachbarland auf viel Zuspruch. Bislang konnten diese nur beim staatlichen Anbieter „Holland Casino“ spielen, der online jedoch kein attraktives Angebot zur Verfügung stellte. Durch die Öffnung für private Unternehmen wird ein deutliches Wachstum in der Attraktivität erwartet.

Lizenzvergabe im Sommer 2021?

Der Ansturm ist riesig. (Bildquelle)

Weshalb sich die Lizenzprüfungen um rund ein Jahr verzögern werden, wurde von der Kansspelautoriteit nicht weiter ausgeführt. Wer die Gründe sucht, findet diese allerdings in den Entwicklungen der letzten Wochen. Nachdem der Gesetzesentwurf für das neue Glücksspielgesetz eigentlich schon stand, forderten zahlreiche Parlamentarier in Den Haag Änderungen an diesem Entwurf. Das kostet selbstverständlich wichtige Zeit. Zudem schien die Glücksspielbehörde KSA aber auch von Beginn an überfordert mit dem drohenden Ansturm auf die Lizenzen und hätte wohl nicht damit gerechnet, dass derart viele Unternehmen Interesse an Aktivitäten in den Niederlanden hätten. Geplant wird daher laut KSA, die Lizenzen erst im Sommer, vermutlich im Juni, 2021 zu vergeben.

Weniger gute Nachrichten sind das für die Branche. Die Verzögerungen durch die Gesetzesänderungen haben in vielen Fällen den Grund, dass sich die Parlamentarier stärkere Maßnahmen vom Spielerschutz wünschen. Umgehend wurde daher reagiert und mitgeteilt, dass in den Niederlanden die „weltweit strengsten“ Spielerschutzauflagen ins Leben gerufen werden sollen. Für die Konzerne bedeutet das, dass hier schon im Lizenzierungsverfahren nachgewiesen werden muss, wie konkret die Spieler geschützt werden. Gefordert werden zum Beispiel spezielle Schulungen für die Mitarbeiter, konkrete Maßnahmen für potenzielle Problemspieler und den Schutz von jungen Spielern zwischen 18 und 25 Jahren. Jansen erklärt hierzu auf dem Branchentreffen:

“Um sich für eine Lizenz zu qualifizieren, werden sie (die Unternehmen, Anmerk. d. Red.) beweisen müssen, dass sie alle Anforderungen erfüllen. Und lassen Sie mich Ihnen versichern: Wir werden definitiv herausfinden, ob Ihre Maßnahmen lediglich auf dem Papier existieren oder wirklich vorhanden sind.“

2020 als Info-Jahr für die Branche

Abgesehen von den möglichen Vorkehrungen für den Schutz der Spieler müssen in den kommenden Monaten noch zahlreiche weitere Details rund um die Lizenzierungsvorgaben besprochen werden. Aus diesem Grund soll das Jahr 2020 vor allem als „Informations-Jahr“ für die Branche dienen. Jansen selbst wird auf mehreren Informationsveranstaltungen in diesem Jahr anzutreffen sein und hier überzahlreiche Themen rund um die Lizenzvergabe aufklären. Unter anderem soll es um die Überprüfung des Alters und der Identität gehen, gleichzeitig aber auch um technische Herausforderungen, die zum Beispiel mit einem Selbstausschlussregister einhergehen. Ebenfalls ein wichtiger Bereich wird zudem die Werbung der Glücksspielunternehmen sein. Hier planen die niederländischen Behörden ein ähnliches Vorgehen wie in Italien. Dort sind die Werbungen in den Medien nahezu komplett verboten. Bei den zuständigen Medienverbänden trifft diese Entscheidung allerdings regelmäßig auf Widerstand.

Insgesamt wartet im Jahr 2020 damit haufenweise Arbeit auf die niederländische Glücksspielbehörde, die zudem nicht weiter in Verzug geraten sollte. Immerhin warten auch die holländischen Staatskassen darauf, von den Glücksspielunternehmen kräftig gefüllt zu werden- Und je früher dies geschehen kann, desto besser ist es natürlich.

Niederlande: Online Lizenzen erst ab 2021 1200 1000 2020-01-02 11:25:28 Online-Casino.de

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