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Novomatic Boss erhofft sich hohe Rendite von Casinos Austria

Martin Hill, 9. Februar 2018, Wirtschaft

Bildquelle: Novomatic Gruppe

Harald Neumann steht an der Spitze des Novomatic Konzerns. Sein aktuelles Interesse gilt dem Auslandsmarkt der Casinos Austria. Dementsprechend sollen die Anteile der Casag gehalten werden. Das Unternehmen aus Gumpoldskirchen aus Niederösterreich ist der größte Glücksspielkonzern in Europa. Dies verdeutlicht bereits das Wachstum. In den vergangenen 30 Jahren wurden über 300 Beteiligungen erworben. Allein in den letzten drei Jahren wurden sich 100 Beteiligungen einverleibt.

Dementsprechend ist es kaum verwunderlich, dass pro Jahr bis zu einer halben Milliarde Euro investiert wird. Zuletzt wurde der Deal mit dem australischen Ainsworth unter Dach und Fach gebracht. Allein für dieses Geschäft gab Novomatic 300 Millionen Euro aus. Die Investition soll sich jedoch auszahlen. Denn mit Ainsworth steht den Österreichern der Weg auf den Markt der USA offen.

Novomatic richtet sein Augenmerk auf den Auslandsmarkt

Es wird offen kommuniziert, dass die Märkte im Ausland ein größeres Wachstumspotential bieten. Entsprechend wurde die USA als Ziel deklariert. Wenngleich Novomatic als größtes Glücksspielunternehmen Europas gilt, so ist man weltweit „nur“ die Nummer drei. Ebenfalls mit Hinblick auf das Auslandsportfolio wurde der Einstieg bei Casinos Austria gewagt. Das Ziel waren 40% der Anteile. Schlussendlich sind es 17,2 Prozent geworden. Einem größeren Anteil hat die Bundeswettbewerbsbehörde einen Riegel vorgeschoben. Dadurch steht Novomatic in der Gruppe der Aktionäre hinter der Sazka-Gruppe aus Tschechien und dem Staat zurück. Auf der Glücksspielmesse ICE in London fand Novomatic-Chef Neumann klare Worte: „Für uns sind die Casinos Austria nur mehr eine Finanzbeteiligung, wir mischen uns operativ nicht ein.“ Diese Aussage ist keinesfalls mit einem geplanten Rückzug verbunden, wie Neumann bestätigt: „Wir wollen langfristig drinnen bleiben.“

Auch mit der Sazka-Gruppe wurde eine Abmachung getroffen. Es handelt sich um ein Vorkaufsrecht ihrer Anteile. Spekulationen auf einen baldigen Wiederverkauf wurden jedoch von sich gewiesen, zumal auch unter ehemaligen Casag-Anteilseignern entsprechende Vereinbarungen bestanden. Da erklärte Ziel von Neumann ist eine hohe Rendite, wie er selber in London ausführte: „Als Eigentümer habe ich das Recht, dass die Beteiligung besser geführt wird und eine gute Rendite abwirft.“ In diesem Sinne soll eine Strategie entwickelt werden. Neumann möchte sich diesbezüglich mit der Sazka-Gruppe und den Vertretern des Staates an einen Tisch setzen. Stärken sollen ausgebaut und Schwächen eliminiert werden. In diesem Zusammenhang kam das Gespräch auf die Aktivitäten der Casag im Ausland.

Derzeit plant Novomatic sich zu konsolidieren. Dementsprechend gilt es die Strategie mit den vorhandenen Unternehmen zu planen. Neueinkäufe sind in nächster Zeit nicht geplant.

Novomatic plant seine Auslandsstrategie mit Bedacht

Fans warten auf die Rückkehr der Online-Slots

Casag plant die Abstoßung der defizitären Auslandsanlagen. Neumann sieht die Video-Lotterie-Terminals der Casinos Austria als Zukunftsmarkt an. Derzeit werden 600 dieser Terminals betrieben. Gesetzlich ist es dem Unternehmen jedoch gestattet, bis zu 5.000 dieser automatischen Lotterie-Annahmestellen zu eröffnen. Schon im vergangenen Jahr konnte Novomatic den Umsatz um 10 Prozent anheben. Damit ist dieser auf 4,8 Milliarden Euro angewachsen. 30.000 Mitarbeiter sind bei Novomatic angestellt. Bei den Auslandsaktivitäten steht insbesondere Deutschland auf einer Liste von Ländern, wo sich etwas ändern muss.

In Deutschland hat sich die Marke Novoline aus dem Online-Glücksspiel vorerst zurückgezogen. Im Zuge des Scheiterns des Glücksspieländerungsstaatsvertrages ist es unwahrscheinlich, dass kurzfristig eine Erlaubnis für ausländische Casino-Betreiber erteilt wird. Auch im Rahmen der physischen Spielautomaten gab es eine Änderung, welche den Austausch von 100.000 Spielautomaten nötig macht. Dies ist mit Kosten von 250 Millionen Euro verbunden. Neumann verwies jedoch auf die Wichtigkeit des deutschen Marktes und den Glauben an das Geschäft in der Bundesrepublik. Dies schließt den Online-Markt mit ein. Der Novomatic-Boss erhofft sich weiterhin auch neue Regeln für das Glücksspiel in Österreich. Die Hoffnung ruht hierbei auf einem Konzessions-System wie in Großbritannien.

Technik-Vorstand Thomas Graf ist der Sohn des Gründers. Er machte deutlich, dass der Umsatzanteil aus dem Online-Geschäft derzeit nur 7% am Gesamtumsatz Allerdings soll diese Sparte ein großes Wachstum vorweisen. Diese Statistik beißt sich jedoch mit dem Markt der USA, wo das Spielen im Internet weiterhin verboten ist.

Blickpunkt Österreich: Novomatic stellt in Wien 500 Automaten auf

Im heimatlichen Österreich hält Novomatic sich mit Aktivitäten nicht zurück nur weil der Auslandsmarkt weit oben in der Prioritätenliste steht. Im Gegenteil, es wird dafür plädiert, das legale Automatenspiel in Wien wieder einzuführen. Gemeint sind die zuvor schon genannten Video Lottery Terminals. Die Casinos haben im Wiener Prater bereits 50 dieser Geräte aufgestellt und wurde dafür mit Kritik von SP-Stadträtin Ulli Sima bedacht. Es wird jedoch spekuliert, dass eine Einigung mit dem Rathaus vorliegt. Novomatic-Chef Neumann erklärt, warum legales Glücksspiel vorzuziehen ist: „Die einzige Möglichkeit aktiven Spielerschutz zu betreiben, ist reguliertes Glücksspiel. In Wien sind dem illegalen Glücksspiel seit dem Automatenverbot Tür und Tor geöffnet.“ Dabei wären die Geräte nicht für Wohnsiedlungen und in Schulnähe geplant. Denn neben dem eigenen Gewinnstreben sollen die gesetzlichen Vorgaben und moralischen Verpflichtungen eingehalten werden.

Geschäft von Novomatic: Die Produktion von Spielautomaten ist das Kerngeschäft. Weltweit stehen 260.000 Produkte aus dem Hause Novomatic in eigenen und fremden Spielhallen. Weiterhin stehen die Entwicklung und Lizenzvergabe von Online-Slots im Fokus.

Novomatic Boss erhofft sich hohe Rendite von Casinos Austria 300 250 2018-02-09 15:58:21 Online-Casino.de

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