Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Novomatic steigt bei Casinos Austria Aus: Übernimmt Sazka?

Dieter Maroshi, 18. Dezember 2019, Wirtschaft

Eine Admiral Sportsbar betrieben von Novomatic

Novomatic ist ein österreichisches Unternehmen, tätig im Glücksspiel. Daher haben sie sich bei der Privatisierung der Casinos Austria beteiligt. Doch in den letzten Jahren gab es immer mal wieder Unstimmigkeiten mit der Sazka-Gruppe. Zuletzt haben die Korruptionsvorwürfe das Fass wohl endgültig zum Überlaufen gebracht. Novomatic zieht die Reißleine. Sie steigen aus. Doch damit wird ihr Anteil an Aktien frei. Sind es die Tschechen von Sazka, die letztlich von dieser Entscheidung profitieren?

Es geht rund in Österreich und das nicht nur am Roulette-Tisch. Erst die Personalaffäre um Sidlo und Co und jetzt steigt sogar Novomatic aus. Damit ändert sich die Eigentümer-Struktur. Offen ist hingegen noch, wohin die jetzt verfügbaren Anteile wandern. Macht der Staat von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch? Oder sichert sich die tschechische Sazka-Group die Mehrheit an den Casinos Austria?

Aktuelle und künftige Eigentümerstruktur der Casinos Austria

Die Entwicklung bei Casinos Austria ist durchaus spannend. Vor dem Verkauf von Novomatic hielt der Konzern 17,2 Prozent. Höher sind nur zwei andere Parteien investiert. Dabei handelt es sich um die Sazka-Gruppe. Die Tschechen haben 38,3 Prozent Anteile. Mit 33,2 Prozent hat die ÖBAG aus Österreich knapp ein Drittel des Unternehmens in der Hand. Wer jetzt mitgerechnet hat, der sieht noch eine Lücke. Diese wird einerseits durch Schelhammer & Schattera (5,3 Prozent) und die Privatstiftung Melchart (4,9 Prozent) gefüllt. 17,2 Prozent sind auf dem Markt. Wir müssen keine Rechenkünstler sein um zu erkennen, dass die Sazka-Gruppe damit die 50-Prozent-Hürde nehmen und die Casinos Austria damit unter ihre Kontrolle bringen könnte. In Addition kämen die Tschechen auf 55,5 Prozent.

Doch gibt es noch ein Schlupfloch aus Sicht der Österreicher, denen ein von den Tschechen kontrolliertes Glücksspielunternehmen ein Dorn im Auge sein könnte. Denn die Staatsholding Öbag hat ein Vorkaufsrecht. Dieses gilt allerdings nicht für alle Anteile. Die Lage ist wie folgt: Sämtliche Aktionäre können sich, entsprechend ihrer aktuellen Anteile, ein Stück am ehemaligen Novomatic-Kuchen abschneiden. Da Sazka aktuell die meisten Wertpapiere hält, wären sie hier der hauptsächlich Begünstigte. Allerdings würden sie nicht ganz 40 Prozent erhalten. Sie könnten ihren Anteil um knapp 6,6 Prozent aufstocken und kämen damit auf 44,9 Prozent. Das reicht nicht für die Mehrheit. Allerdings gilt dies nur, wenn alle anderen Aktionäre von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Allein die Öbag kann sich 5,7 Prozentpunkte sichern. Dadurch blieben Sazka maximal 11,5 Prozent, womit ihre Anteile am Unternehmen sich auf 49,8 Prozent belaufen würden. Es liegt also in der Hand der Beteiligungsgesellschaft.

Beratungsfrist: Eine schnelle Entscheidung wird nicht fallen. Derzeit verstreicht eine einmonatige Frist zu Beratungszwecken. Dann folgt eine erste Abstimmung, die von drei Monaten zur Ausübung der Vorkaufsrechte ergänzt wird. Im Sommer 2020 ist mit einer Entscheidung zu rechnen.

Novomatic entscheidet aus eigenem Antrieb Casinos Austria zu verlassen

Casinos Austria vor Strukturänderung / Shutterstock.com

Gute Publicity haben die Casinos Austria Novomatic zuletzt nicht eingebracht. Harald Neumann begründet gegenüber Orf diesen Schritt: „Die bisherige Eigentümerstruktur hat zu keiner zufriedenstellenden Entwicklung der Casinos Austria geführt.“ Dieser Einschätzung kann nach dem kürzlich aufgeflogenen Skandal zum Personalschacher kaum widersprochen werden. Von Seiten der Politik werden Rufe laut, dass die Öbag von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen soll. So könnte die Mehrheitsbeteiligung der Tschechen verhindert werden. Was bereits nicht mehr zu verhindern ist, ist das die Sazka-Gruppe die Aktienmehrheit hält.

Dennoch ist es ein Unterschied, sollten die Tschechen die Grenze von 50 Prozent überschreiten. Allerdings hat die Staatsholding immer genügend Anteile für eine Sperrminorität. Aber selbst wenn die Öbag sein Recht ausübt, alle anderen Beteiligten aber nicht, käme die Sazka-Group sehr nah an die 50 Prozent heran. Dann bräuchte es nur noch einen Deal mit dem Bankhaus Schelhammer & Schattera, der Privatstiftung Melchart oder der Hotel Sacher GbmH, um letztlich doch auf über die Hälfte der Anteile zu kommen.

Österreich und die Privatisierung: Mit der Entstaatlichung bessert das Land seine Finanzen auf. Dieser Schritt stößt, insbesondere beim sensiblen Glücksspielsektor, innerhalb der Bevölkerung durchaus Kritik hervor.

Hat die Sazka-Gruppe sich die Mehrheit schon gesichert?

Wenn die Öbag und auch die anderen Beteiligten an Casinos Austria ihre Anteile aufstocken, sind für Sazka keine 50 Prozent zu erreichen. Allerdings soll bereits eine Vereinbarung mit dem Bankhaus Schelhammer & Schattera geschlossen sein. Wenn wir die zusätzlichen 6,6 Prozent durch das Vorkaufsrecht für Sazka, sowie die 5,31 Prozent vom Bankhaus, zu den bestehenden 38,3 Prozent zuzählen, kommen wir auf eine Summe von 50,21 Prozent. Damit wären die Tschechen Mehrheitseigner. Es ist nicht der erste Versuch der Sazka-Gruppe sich die Mehrheit zu sichern. Ein vormals geplanter Stimmrechtsvertrag mit Novomatic kam wegen Differenzen nicht zustande.

Doch Novomatic streicht die Segel. Jetzt ist der Weg für die Sazka-Gruppe also frei. Wenn das tschechische Unternehmen ohnehin die Mehrheitsbeteiligung erlangt, macht es für die anderen Beteiligten wenig Sinn, die eigenen Anteile aufzustocken. Dies gilt zumindest in Hinsicht auf eine mögliche Blockade von Sazka. Die Öbag möchte die neue Lage erst bewerten. Fest steht: Mit ihren 33 Prozent besitzen sie die Sperrminorität und können wichtige Entscheidung im Zweifel blockieren.

Novomatic steigt bei Casinos Austria Aus: Übernimmt Sazka? 1200 1000 2019-12-18 10:09:46 Online-Casino.de

Weitere Casino News