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Novomatic zieht sich in Österreich zurück und erobert die Welt

Sabina Kugler, 7. Februar 2020, Wirtschaft

Bildquelle: Novomatic Gruppe

Novomatic wird das Kleine Glücksspiel in Österreich sein lassen. Eine neuerliche Bewerbung ist nicht vorgesehen. Dass diese Ankündung nicht mehr als eine Randnotiz bei der Glücksspielmesse ICE in London gewesen ist, macht eines sehr deutlich: Für Novomatic ist Österreich, obwohl es die Heimat des Glücksspielkonzerns ist, nur ein sehr kleiner Markt. Der Fokus liegt auf dem Vertrieb eigener Produkte auf der ganzen Welt. Europa und die USA stehen hier im Fokus. Vom 4. – 6. Februar wurden die Novoline Spiele und Automaten auf einem eigenen Stand einem weltweiten Publikum präsentiert.

Merkur, Bally Wulff oder eben Novomatic – an diesen Namen kommen interessierte Besucher der ICE in London nicht vorbei. Besonders der Konzern von Harald Neumann ist schon aus Tradition mit dem größten Stand auf der Messe vertreten. 5.000 Quadratmeter Fläche nehmen die modernen Automaten und übrigen Produkte ein. Auf der Messe gab es außerdem zu feiern, dass der im Jahr 1980 gegründete Konzern 40 Jahre alt geworden ist.

Novomatic beendet Zusammenarbeit mit den Casinos in Österreich

Novomatic beendet das Kapitel Österreich. Allerdings handelt es sich nur um einen teilweisen Rückzug. Wenn die Konzession für das Kleine Glücksspiel ausläuft, möchte sich Harald Neumann nicht mehr darum bemühen. Außerdem soll von einer Bewerbung auf Casino-Lizenzen abgesehen werden. Vielleicht ziehen wir die Betrachtung zunächst von der anderen Seite auf. Was verbleibt in Österreich? Da hätten wir die Beteiligung an den Lotterien, sowie Admiral Sportwetten. Außerdem soll das Hauptquartier von Novomatic weiterhin in Gumpoldskirchen bestehen bleiben. Mit dieser Ankündigung auf der ICE in London setzte Neumann den Fokus für die nächsten Jahre ohne Zweifel auf eine internationale Expansion.

Allerdings reden wir hier über einen Zeitpunkt in der Zukunft. Zuerst läuft nämlich die Lizenz in Oberösterreich aus. Diese Konzession besitzt noch bis 2023 seine Gültigkeit. Auch in der Steiermark, in Niederösterreich, Kärnten und dem Burgenland liegen aktuell noch Lizenzen vor, die von der Novomatic-Tochter ACE ausgeübt werden. Ob ein Rücktritt aus den Bundesländern in Österreich mit einem Verkauf der ACE-Tochter einhergeht, dazu hat sich der starke Mann bei Novomatic nicht geäußert. Gegenüber den Journalisten verkündete Neumann: „Der Fokus liegt in Zukunft außerhalb Österreichs“. Dabei macht er deutlich, dass dies auch für den Fall gelte, dass in Österreich mal eine Lizenzierung bezüglich des Online-Glücksspiels durchgeführt würde. Ein Kernargument des Rückzugs ist, dass sich Novomatic nicht nochmal innerhalb von Österreich vorwerfen lassen möchte, eigene Interessen zu verfolgen. So ist dies rund um die Casinos-Affäre geschehen.

CASAG Beteiligung: Die Anteile an der Casinos Austria AG sollen von Novomatic bis zur Mitte des laufenden Jahres abgestoßen werden. Neumann will sich dann auch aus dem Aufsichtsrat der CASAG und der Lotterien in Österreich zurückziehen.

Neumann zielt auf „Riesige Märkte“ ab

Glücksspiel in den USA vor Liberalisierung (Bildquelle)

Wenn wir einen Blich auf Österreich werfen, so stehen dort gut 6.000 Geldspielautomaten. Im Vergleich zu den USA, wo es 1,3 Millionen Stück sind, ist diese Zahl tatsächlich zu vernachlässigen. Weiterhin machte Neumann deutlich, dass Deutschland der wichtigste Markt in Europa ist. Weiterhin soll auf die zentral- und osteuropäischen Länder geschielt werden. Spanien und Amerika stehen ebenso im Fokus. Der Novomatic-Chef ließ ebenfalls durchblicken, dass ein Eintritt in den Markt der Ukraine ebenfalls in Erwägung gezogen wird. Wenn wir das Marktvolumen der genannten Länder addieren und mit dem Potential von Österreich vergleichen, wird es für Novomatic wirtschaftlich kaum ein Rückschritt sein, wenn sie sich zum Teil aus ihrer Heimat zurückziehen.

Generell ändert sich auch die Aufstellung ein wenig. Bislang ist Novomatic beim Vertrieb von Games groß dabei. Doch in den USA hat Novomatic den Stamm der Seminolen für sich gewonnen. Diese betreiben die Hard Rock Marke. In diversen Cafés oder Casinos wird dort ebenfalls an den Automaten gespielt. Eine besondere Bedeutung kommt diesbezüglich dem Tochterunternehmen Greentube zu, wie Neumann verkündete: „Greentube spielt eine wichtige Rolle, weil es den digitalen Bereich vorantreibt. Der Anteil des Onlinegamings soll wachsen. Hier befinden wir uns in einer Warteposition aufgrund des regulatorischen Umfelds“. Novomatic möchte diesbezüglich am liebsten in den Niederlanden und Österreich einsteigen. 2021 könnte sich der Markt auch in Deutschland öffnen.

Konstanter Umsatz: Im Jahr 2019 soll das Geschäftsergebnis ähnlich wie 2018 ausfallen. Auf die gesamte Novomatic Gruppe bezogen, reden wir von einem Umsatz von ungefähr 5,1 Milliarden Euro.

Novomatic auf der Messe ICE in London

Zum 40-jährigen Jubiläum hat der Konzern Technologien aus der Zukunft, Gegenwart und der Vergangenheit präsentiert. Ob mobile Lösungen, Social Media, Cash- oder Management-Produkte, Novomatic hat rund um das Glücksspiel in vielen Bereichen die Nase vorne. Als größter Vertreter auf der Messe, zeigte das Unternehmen aus Gumpoldskirchen über 200 Gaming-Terminals vor.

Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Novomatic bei einer internationalen Prämierung erneut mit einem Award bedacht wurde. So sackten die Österreicher die Auszeichnungen zum „Casino Supplier of the Year“ bereits zum dritten Mal in Serie ein. Eine umfassende Jury hatte dabei die Auswahl aus 175 Kandidaten. Umso größer die Ehre für Novomatic, diesen Preis zum dritten Mal in Folge mitgenommen zu haben.

Novomatic zieht sich in Österreich zurück und erobert die Welt 1200 1000 2020-02-07 09:51:43 Online-Casino.de

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