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OASIS-System für Glücksspiel-Sperren erfolgreich gestartet

Sabina Kugler, 6. August 2021, Technik

Mit OASIS können sich Spieler für Glücksspiele sperren lassen. / Bild: Shutterstock.com

Bei der neuen Ausgestaltung des Glücksspielstaatsvertrages stand der Spielerschutz an erster Stelle. Denn lange schon konnten Kunden in Deutschland mehr oder weniger unbeaufsichtigt bei Buchmachern im Internet oder bei den über längere Zeit rechtlich verbotenen Online-Casinos agieren. Inzwischen sind virtuelle Slot-Spiele von der Regierung abgesegnet. Grund genug den Spielerschutz zu stärken. Und hier kommt OASIS als Maßnahme in Frage. Dabei handelt es sich um ein System, um Spieler vom Glücksspiel auszuschließen. Dieser Ausschluss erfolgt natürlich nicht wahllos, sondern auf Antrag. Spielsüchtigen soll damit der Zutritt zum Online-Glücksspiel verwehrt bleiben.

Auf der Homepage von Regierungspräsidium Darmstadt in Hessen heißt es folgerichtig: „Die Spielersperre stellt ein spielformübergreifendes, bundesweites Instrument zum Schutz von Spielerinnen und Spielern und zur Bekämpfung der Glücksspielsucht dar.“ Dieser Schritt ist, wenn wir mal ehrlich sind, schon lange notwendig. Denn wer sich bislang sperren ließ, der konnte häufig in einem anderen Bundesland oder im Internet noch bedingungslos zocken. Damit soll jetzt nach und nach Schluss sein. Doch wie weit reicht der Arm von OASIS? Wie lange wird eine Sperre aufrechterhalten? Und wo könnte das Spielersperren-System an seine Grenzen stoßen? Diese Fragen wollen wir versuchen zu beantworten.

Wer profitiert von OASIS?

Zunächst einmal brauchen Spieler, die sich bereits haben sperren lassen, keinen erneuten Antrag zu stellen. Denn in Hessen gab es OASIS schon länger. Und auch Rheinland-Pfalz hatte die Sperrdatei unlängst etabliert. Wer eine Sperre in diesen Bundesländern in Auftrag geben hat, der ist jetzt bundesweit gesperrt. Glücksspieler können nach ihrer Sperre in keinem der angeschlossenen Lokalitäten mehr spielen – dies gilt online wie offline. Das Land Hessen rechnet damit, dass die seriösen Glücksspielanbieter alle am Spieler-Sperren-System OASIS teilnehmen werden. Daher ist von 5.000 neuen Veranstaltern und 40.000 zusätzlichen Betriebsstätten die Rede, welche in das System zu integrieren sind. Damit soll es Glücksspielsüchtigen schwerer gemacht werden, ihre Sucht auszuleben. Für die Verwaltung des Sperrsystems ist das Regierungspräsidium in Darmstadt zuständig. Gut möglich, dass diese Verantwortung später an die noch in der Entstehung befindliche Glücksspielbehörde in Sachsen-Anhalt abgegeben wird.

Wie lange hält eine Sperre bei OASIS an? Wer sich einmal hat Sperren lassen, bleibt nicht zwingend für immer gesperrt. So ist das Konzept nicht ausgelegt. Im Antrag auf Sperre kann selber eine Frist eingetragen werden. Nach Fristablauf ist das Spielen wieder möglich. Wer eine unbefristete Sperre in Auftrag gegeben hat, kann diese nur auf erneuten Antrag aufheben lassen. In diesem Fall müsste jedoch zumindest ein Jahr vergangen sein. Neben Selbstsperren sind auch Fremdsperren möglich. Dafür müssen aber in aller Regel schon andere Ansatzpunkte (z.B. ärztliche Beratung) gescheitert sein. Aus einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt ist zu entnehmen, dass das Spieler-Sperrsystem OASIS stabil arbeitet. Gleichwohl sind die Angestellten bemüht, Anträge auf Sperren oder für die Aufnahme in OASIS möglichst zügig zu bearbeiten.

OASIS jetzt in allen 16 Bundesländern: Bislang war das Spieler-Sperrsystem nur in Hessen und in Rheinland-Pfalz zugelassen. Künftig bekommen alle Bundesbürger die Chance sich selbstständig für Glücksspiele sperren zu lassen. Diese Sperre gilt für fast alle Glücksspiele. Lotterien sind davon jedoch ausgenommen.

Vorteile und Nachteile des Spieler-Sperrsystems

OASIS als Maßnahme gegen Spielsucht (Bildquelle)

Die Pluspunkte liegen klar auf der Hand. Wer wirklich ein Problem mit dem Glücksspiel hat und in der Regel mehr Geld verliert, als er es sich leisten kann, der gehört in OASIS aufgenommen. Gleiches gilt für Spieler, die eigentlich gar nicht so viel Geld verspielen wollen – selbst, wenn sie es sich leisten könnten. Und wer nur mal eine Auszeit vom Glücksspiel nehmen und dabei nicht den Versuchungen erliegen möchte, der hat die Chance sich für wenige Wochen oder Monate sperren zu lassen. Hier zeigt OASIS sogar eine gewisse Flexibilität. Und scheinbar sind auch die Anbieter daran interessiert, den Spielerschutz bestmöglich zu erfüllen. Denn es sollen schon mehr als 3.000 Anträge beim Regierungspräsidium in Darmstadt eingegangen sein. Bei der Antragsbearbeitung und bei der Umsetzung zeigt sich, dass das Sperrsystem OASIS bereits erprobt ist.

Bei der Anmeldung für OASIS gab es bislang selten Probleme. Allerdings soll die Anmeldung mit dem Internet Explorer Probleme gemacht haben. Hier gilt es eventuell auf einen anderen Browser auszuweichen. Bei einer vier- bis fünfstelligen Anzahl von Anträgen wird es voraussichtlich eine Zeit dauern, bis die Bearbeitung sämtlicher Anbieter abgeschlossen ist. Interessant ist es dann zu sehen, wie umfassend diese Sperre funktioniert. Denn das Internet endet nicht an der deutschen Landesgrenze. Schafft es der Staat Anbieter ohne OASIS-Anschluss konsequent vom Spielbetrieb in Deutschland auszuschließen? Doch selbst in diesem Fall lässt sich mit wenigen Klicks ein VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) einrichten. Damit gaukeln wir dem Internet vor, dass wir von einem anderen Standort aus surfen. Und schon haben wir Zugriff auf Glücksspielangebote außerhalb der Bundesrepublik.

OASIS setzt sich durch: Grundsätzlich ist das Spielersperren-System eine gute Sache. Für Fragen bietet das Regierungspräsidium in Darmstadt eine Hotline an. Auch per E-Mail ist die Behörde zu erreichen. Anbieter können sich seit dem 2. August 2021, 8 Uhr morgens an OASIS anschließen lassen.

OASIS-System für Glücksspiel-Sperren erfolgreich gestartet 1200 1000 2021-08-06 08:51:33 Online-Casino.de