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Ohne Glücksspielwerbung: Forest Green Rovers gehen voran

Steht das Sportwetten Sponsoring im Fußball vor dem Aus? / Shutterstock.com

Die Forest Green Rovers gelten schon jetzt als der „grünste“ Profi-Club der Welt. Obendrein sind sie jetzt der erste Verein, der sich aktiv gegen das Glücksspiel-Sponsoring im Fußball ausspricht. Ein mutiges Statement. Besonders in England. Denn England ist nicht nur als Nation von Fußball-Fans, sondern auch wegen seiner Wettleidenschaft bekannt. Doch die Forest Green Rovers schlagen nicht nur bei der Ablehnung von Werbung für Glücksspiele ihren eigenen Weg ein. Veganes Essen, ein Stadion aus Holz, eine Trainerin und ein klimaneutraler Betrieb – positive Schlagzeilen gab es über diesen Verein in den vergangenen Monaten zur Genüge.

Uns hat sich diesbezüglich zunächst eine ganz konkrete Frage gestellt. Ist es möglich diese strittigen Themen der Fußballwelt engagiert aufzugreifen und dennoch erfolgreich zu sein? Seitdem der Verein im Jahr 2010, als die Übernahme durch Dale Vince abgeschlossen war, auf den Nachhaltigkeits-Zug aufsprang, ist der Club über die Play-Offs in die League Two aufgestiegen. Es ist allem Anschein an langsamer, aber stetiger Prozess. Schauen wir auf die letzten drei Jahre. In der Saison 18/19 erreichten die Rovers dort den fünften Platz – Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Dann kam die Spielzeit 19/20, welche mit dem zehnten Platz endete. Und aktuell finden wir Forest Green und der Name ist dort Programm, auf dem siebten Platz. Bei noch einem ausstehenden Spiel sind die Play-Offs zum Greifen nahe.

Glücksspiel und Fußball gehören für den Chef der Rovers nicht zusammen

„Ich glaube, dass Glücksspiel im Fußball ein Missbrauch des Fußballs und der Fans ist“, so Club-Chef Dale Vince. Weiterhin führt er aus: „Das Glücksspiel hat den Fußball überholt. Wenn man sich ein Spiel im Fernsehen ansieht, wird man mit Werbung überschwemmt. Für mich hat der Spaß bereits aufgehört.“ Tatsächlich ist es im Großbritannien so, dass die Vereine der EFL im Durchschnitt mit 40 Millionen britischen Pfund von den Werbepartnern aus dem Bereich Sportwetten profitieren. Weil die Gefahr besteht, dass einige Mannschaften diesen finanziellen Verlust nicht überstehen würden, spricht sich die englische Fußballliga gegen ein Verbot von Sportwetten-Werbung aus. Andererseits ist es ein trauriges Bild, dass die Vereine nicht ohne diese Gelder auskommen sollen. Übrigens findet seit 2005 (Gambling Act) eine Diskussion statt, ob Glücksspielwerbung im Profisport verboten gehört. Bis zum Herbst 2021 soll eine Entscheidung her.

Dementsprechend ist die Aussage von Dale Vince, dem Vereinsoberen der Forest Green Rovers, auch vom Zeitpunkt her clever gewählt. Schauen wir doch nochmal genauer auf die ersten zwei Ligen in England. Innerhalb der Premier League tragen acht Clubs Glücksspiel-Logos auf der Brust. In der Championship (zweite Liga) sind es sogar zehn Vereine. Die Ligen selber werden zum Teil von Sky Bet gesponsort. Und auf den Werbetafeln rund um den Rasen blinken ebenfalls die Buchmacher auf und verleiten Fans zum Spielen. Ein wenig Unterstützung bekommt Vince von Mark Palios, den Vorsitzenden der Tranmere Rovers. Denn er sieht die Fußballclubs in England auch ohne Einnahmen aus Sportwetten-Sponsoring überleben. Die Forest Green Rovers unterstützen Big Step, eine Wohltätigkeitsorganisation. Diese stützt Familien, die ein Mitglied auf Basis von Wettsucht verloren haben.

Tabak-Werbung ist im Stadion verboten! Dieser Vergleich ist naheliegend. Zigaretten machen süchtig. Spielerschützer sehen eine ähnliche Gefahr bei Sportwetten.

Forest Green Rovers: Klimaneutral und auf die Zukunft bedacht

Lassen sich Fußball & Wetten trennen? / Shutterstock.com

Drei Jahre ist es inzwischen her, dass der Forest Green Rovers Fußballclub als klimaneutral eingestuft wurde. Es handelt sich um den ersten Verein weltweit, der diese Hürde genommen hat und auch hat nehmen wollen. Doch was wurde diesbezüglich unternommen? Einmal sind die Trikots und die Schienbeinschoner nicht aus Textilien, sondern aus Bambus – einem nachwachsenden Rohstoff – und später aus Kaffeesatz und recyceltem Plastik gefertigt worden. Dabei will Club-Boss Vince gar nicht mit Verboten arbeiten, wenn er Nachhaltigkeit predigt: „Das ist eine der großen Botschaften, an denen wir als Fußballclub arbeiten – wir müssen Sachen wie Autos, Fußball und Burger nicht aufgeben, aber anders machen.“

Inzwischen sind die Forest Green Rovers seit 2015 vegan. Denn Boss Vince hat zunächst das rote Fleisch verbannt und dann das Fleisch ganz generell. Bei den Spielern, so berichtet er, sei diese Maßnahme gut angekommen. Denn bei ihnen handelt es sich um Profis. Und ihnen konnte erklärt werden, dass insbesondere rotes Fleisch der Leistung eher schade. Bei den Fans gab es zunächst eher Probleme, die Umstellung auf Tofu-Burger zu erklären. Doch diese Maßnahme brachte dem Club überregional Bekanntheit ein. Denn die Forest Green Rovers haben jetzt 100 Fanclubs in 20 Ländern vorzuweisen. Außerdem erlaubte der Verein den Zuschauern im Gegenzug eigene Speisen mitzubringen. Inzwischen ist das Vegane-Angebot jedoch gut angekommen. Die Stadionkantine „Devil´s Kitchen“ hat den Absatz vervierfachen können. Inzwischen werden sogar andere Clubs mit vegetarischen Mahlzeiten beliefert.

Neues Holzstadion: Die Forest Green Rovers bauen das erste Stadion, welches aus Holz besteht. Die Erlaubnis ist bereits da. Solarmodule sollen für die Stromversorgung sorgen. Als Trainer der Rovers ist gerade Jimmy Ball tätig. Er hat vorrübergehend übernommen. Vereinsboss Vince schließt auch die Anstellung einer Trainerin in Zukunft nicht aus.

Ohne Glücksspielwerbung: Forest Green Rovers gehen voran 1200 1000 2021-05-07 10:46:15 Online-Casino.de

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