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Online-Casino-Markt reagiert auf Regulierung zum Spieleangebot

Dieter Maroshi, 4. Juni 2021, Wirtschaft

Klagen gegen Online-Casinos auf lange Sicht erfolglos? / Shutterstock.com

Am 8. September 2020 betrat der Umlaufbeschluss die Bildfläche. Und einige Online-Casino-Anbieter mussten sicherlich mehrmals tief durchatmen. Denn darin enthalten war praktisch ein Verbot von allen Tischspielen. Blackjack und Roulette gelten jedoch als die beliebtesten Spielformen, neben den weiterhin erlaubten Automaten, im Internet-Casino. Doch natürlich gilt es zu prüfen, ob sich die Anbieter überhaupt an das geplante Regelwerk halten. Tatsächlich tritt es offiziell erst zum 1. Juli 2021 in Kraft. Allerdings geht es der Politik um die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit der virtuellen Spielotheken. Deshalb fragte der FDP-Abgeordnete Christian Grascha mal beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport nach.

Diese „Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung“ ist online einzusehen. Kurz und knapp wollen wir die wichtigsten Punkte zusammenfassen. Grundsätzlich ging es bei dieser Nachfrage darum zu klären, wie viele Online-Casinos sich bereits an das neue Regelwerk halten. Allerdings ist ebenfalls anzumerken, dass es sich nur um eine Stichprobe handelt. Denn die Bundesländer teilten sich die Überwachung der Glücksspielanbieter während der Duldungsphase auf. Und die Anfrage ist nur an das Land Niedersachsen ergangen. Folglich bildet die Auswertung der Daten nur einen Teil der Casino-Anbieter ab. Scheinbar halten sich aber die meisten Casinos an die neuen Vorschriften.

Online-Casinos setzen Vorschriften um: Das kleinere Übel gewählt?

Deutschland plant die Vergabe von Casino-Lizenzen. Mit dieser Nachricht hätte ein Jubelschrei durch die Branche gehen können. Doch wer nicht lizenziert ist, der soll vom Markt verbannt werden. Netzsperren sind vermutlich das Mittel der Wahl. Doch schon bevor die neuen Gesetze greifen, wurden die Anbieter auf die Probe gestellt – der Umlaufbeschluss. Darin sind Regeln verankert. Und wer sich nicht daran hält, der soll bei einer künftigen Lizenzvergabe schlicht und ergreifend nicht mehr berücksichtigt werden. Marktausschluss oder Angebots-Reduzierung? Bei dieser Wahl hätten wohl die meisten Unternehmen das kleinere Übel gewählt. Und deshalb sind die Tischspiele, sowie Jackpot-Games bei den Anbietern verschwunden. Spielautomaten blieben meist erhalten. Diesbezüglich gab es jedoch ebenfalls Regeln umzusetzen. Weiterhin ist laut DSWV die Rede davon, dass 54 Prozent Umsatzeinbußen beim virtuellen Automatenspiel zu verzeichnen sind.

Was sich zunächst nach einem Erfolg anhört, ist keiner. Denn die fehlenden Einsätze bei regulierten Anbietern werden mit großer Wahrscheinlichkeit bei Online-Casinos mit Sitz in der Karibik oder in Asien verbucht. Einsätze auf Tischspiele sind komplett verschwunden. Dass war natürlich so beabsichtigt, wird aber die Abwanderungsbewegung in den Schwarzmarkt begünstigt haben. Weiterhin ist festzuhalten, dass von den Anbietern, die das niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport kontrolliert, neun Stück die technischen Anforderungen nicht einhalten. Das Ministerium hat hier Untersagungsverfügungen erlassen. In vier weiteren Fällen ist das Angebot nicht mehr verfügbar. 26 Ermächtigungen wurden erlassen. Und in weiteren Fällen steht eine Untersuchung noch aus oder ist noch nicht abgeschlossen. Leider geht aus der Antwort nicht hervor, wie viele Online-Casinos allein vom Bundesland Niedersachsen zu kontrollieren sind.

Umgang mit den Online-Casinos: Das Vorgehen ist allem Anschein nach wie folgt geplant. Entweder bewerben sich die Anbieter um eine Lizenz und halten sich im Zuge dessen an die Vorschriften oder es findet eine Aussperrung aus dem Markt „Deutschland“ statt.

Änderungen des Verbraucherverhaltens und Maßnahmen gegen Zahlungsdienstleister

Wie lässt sich im Online-Casino zahlen? / Shuttstock.com

Aus der gemeinsamen Geschäftsstelle in Hessen ist zu vernehmen, dass eine „Großzahl“ der Anbieter aus Europa ihre Maßnahmen entsprechend der geplanten Regulierung angepasst hat. Anders sieht es hingegen bei den nicht in Europa ansässigen Unternehmen aus. Doch aktuell gestaltet sich die Sachlage so, dass die europäischen Online-Casinos klar die Marktführerschaft innehaben. Allerdings konnte die Geschäftsstelle in Hessen auf eine etwaige Verschiebung des deutschen Kundenstammes von Europa nach Asien/Karibik noch gar nicht reagieren. Denn der neueste Jahresreport kommt erst Ende 2021 heraus. Allerdings ist es aktuell so, dass nicht nur gegen Online-Casinos vorgegangen wird. Denn die Regierung versucht auch die Zahlungsströme zu unterbinden.

Im September wurden gemeinsam beschlossene Leitlinien veröffentlicht. Und wenn sich die Glücksspielanbieter nach nun neun Monaten noch immer nicht daran halten, so sollen die Zahlungen erschwert werden. Diesbezüglich nimmt das niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport Kontakt mit ausgewählten Zahlungsdienstleistern auf. So ist bekannt, dass das Regierungspräsidium Darmstadt zwölf Anbietern für Sportwetten betroffen sind. Von Niedersachsen aus wurden vier Anbieter auf eine entsprechende Liste gesetzt. Nachfolgend wurden Zahlungsanbieter, mit denen die Behörde in Kontakt steht, informiert. In der Antwort heißt es: „Der Zahlungsdienstleister hat daraufhin mitgeteilt, seine Vertragspartner angewiesen zu haben, die Annahme als Zahlungsmittel bei diesen Glücksspielanbietern zu verweigern.“ Allerdings ist die Prüfung dieser Aussage noch nicht abgeschlossen. Ein weiterer Dienstleister hat die Zahlungsausführung bei elf Online-Wettanbietern bereits untersagt. Dennoch scheint es ein wenig wie der Kampf gegen Windmühlen. Denn weitere Zahlungsmethoden stehen bereit. Und inzwischen sind diese alle mehr oder minder leicht zu bedienen.

White List als Maßstab: Vom Regierungspräsidium Darmstadt gibt es, zumindest für Sportwetten, eine Liste der erlaubten Anbieter. Wer hier gelistet ist, der darf mit sämtlichen Zahlungspartnern kooperieren. Umgekehrt werden Zahlungsdienstleister bisweilen auf diese Liste verwiesen, um Zahlungsströme zu nicht aufgeführten Anbietern zu unterbinden. Ähnlich wird es bei den Online-Casinos wahrscheinlich ebenfalls kommen.

Online-Casino-Markt reagiert auf Regulierung zum Spieleangebot 1200 1000 2021-06-04 10:26:06 Online-Casino.de

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