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Online-Casinos 2021: Befeuert die Politik den Krypto-Boom?

Dieter Maroshi, 22. Februar 2021, Recht & Gesetze

Wie attraktiv sind Online-Casinos 2021? / Bild: Shutterstock.com

Im Jahr 2021 ändert sich Einiges für die Online-Casinos. Tatsächlich hat es schon im letzten Jahr angefangen. Neue Regeln erschweren den Casinoseiten das wirtschaften. Dies geschieht politisch gesteuert im Sinne des Spieler- und Jugendschutzes. Doch löst die Politik mit neuen Maßnahmen ein konkretes Problem nicht: Wie soll der Markt an illegalen Angeboten ausgetrocknet werden? Es wäre naiv zu glauben, dass alle Online-Casinos sich um eine deutsche Lizenz bemühen und sich freiwillig an das neue Regelwerk halten. Bislang hat die Politik versucht über die Zahlungsmethoden Einfluss auszuüben. So zogen sich PayPal und die Kreditkarte VISA von den Online-Casinos zurück. Allein damit ist es jedoch nicht getan. Denn indem anderen Zahlungsanbietern die Partnerschaft mit Casinos erschwert wird, finden Kryptowährungen immer größeren Anklang.

Und für Bitcoin und Co hat uns die Politik in Deutschland noch keine überzeugende Lösung präsentiert. Daher stellen wir uns folgende Frage: Wie entwickelt sich der Markt der Online-Casinos in Deutschland ab Juli 2021? Denn zu diesem Zeitpunkt greift der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV). Kunden und Internet-Casinos müssen eine Entscheidung treffen oder schon im Vorfeld getroffen haben. Und die Politik stellt mit seiner Regulierung die Weichen. Allerdings ist zu bezweifeln, dass Anbieter und Spieler überwiegend in den „richtigen“ Zug einsteigen.

Die Fehleinschätzungen der Politik

Die Politik hat die Aufgabe zu regulieren. Dieser Steuerung des Glücksspiels kommt die Regierung schon seit vielen Jahren nur ungenügend nach. 2012 gab es die letzte große Änderung. Damals blieben Online-Casinos gänzlich unberücksichtigt. Dennoch waren und sind sie auf dem deutschen Markt aktiv. Jetzt soll der neue Staatsvertrag weiter fassen. Umgekehrt sind die Regeln teilweise so strikt, dass es den Angeboten an Attraktivität fehlt.

Darum tragen die Spieler die Regulierung 2021 nicht mit

Wo liegt eigentlich der Reiz im Online-Casino zu spielen? Manche Kunden entspannen gerne bei einer Runde am Automaten. Einige jagen hierbei einen hohen Jackpot. Andere suchen sich lieber einen virtuellen Tisch und spielen beispielsweise Roulette oder Blackjack im Stake.com Casino. Besonders Spaß macht dies im Live-Casino – also gegen andere, echte Spieler. Und jetzt ratet mal, was laut neuem GlüStV 2021 gestrichen ist? Richtig: Jackpots, Live-Games, sowie Tischspiele. Es bleiben also im Prinzip nur die normalen Spielautomaten übrig.

Doch nicht genug der Regeln. Denn bei einem Automatenspiel lassen sich in sehr kurzer Zeit aktuell viele Euros setzen. Künftig ist dies nicht mehr möglich. Gleich drei Beschränkungen verlangsamen und verkleinern das Spiel im Online-Casino. Dazu zählt das generelle Einzahlungslimit, welches bei 1.000 Euro liegt. Durchaus möglich, dass die Grenze nach Vorlage von Einkunft- oder Vermögensnachweisen erhöht wird. Doch beim Einsatz gibt es ebenso ein Limit von einem Euro je Drehung. Obendrein ist je Runde eine Pause von fünf Sekunden einzuhalten.

Wir haben diesbezüglich schon auf die Wettbewerbsverzerrung durch den neuen GlüStV hingewiesen.

Das Glücksspiel ändert sich im Jahr 2021. Doch könnte sich ein großer Schwarzmarkt auftun. / Bild: Shutterstock.com

 

Deshalb verweigern sich viele Casino-Seiten der deutschen Lizenz

Der Wunsch der deutschen Politik ist natürlich, dass sich die Casino-Anbieter um eine Lizenz bewerben. Einerseits sind damit Einnahmen verbunden. Andererseits verpflichtet sich die Casinoseite damit den Regeln des GlüStV. Und das Glücksspiel-Unternehmen zahlt dann auch weiterhin hier seine Steuern. Die Wunschvorstellung: Alle Internet-Spielbanken versuchen an eine DE-Konzession zu kommen. Doch dieser Gedanke ist utopisch. Viele Spieler werden bei den vorab genannten Regeln das Weite suchen. Dadurch ist das Geschäft nicht mehr lukrativ. Deshalb werden viele Online-Casinos ihr Glück lieber in der vermeintlichen Illegalität suchen und sich weiterhin auf EU-Gesetze berufen.

Gerne verdeutlichen wir den Einnahmeverlust anhand eines simplen Beispiels. Highroller – also Kunden, die mit enorm hohen Einsätzen spielen – machen im Casino vermutlich nur zwischen ein und drei Prozent aus. Doch diese wenigen Kunden bringen den Online-Spielbanken ebenso viel Umsatz ein, wie die restlichen Spieler – vermutlich sogar mehr. Wegen des Einzahlungs- und Einsatzlimits fällt dieser Umsatz bereits weg. Wie gesagt: Mindestens die Hälfte. Und dann bleiben weitere Spieler dem bisherigen Stammcasino lieber fern, weil es anderswo noch Live- und Tischspiele gibt.

Zwischenfazit: Realistisch gesehen verkümmert das Angebot an Casino-Games wegen des neuen Glücksspielstaatsvertrages. Deshalb werden sich viele Spieler nach illegalen Alternativen umsehen. Und diese wird es geben. Denn wirtschaftlich sind die Regeln des GlüStV für viele Casinoseiten nicht attraktiv.

Das Scheitern des Glücksspielstaatsvertrages ist vorprogrammiert

Aus unserer Sicht ist der GlüStV 2021 damit ein Stück weit zum Scheitern verurteilt. Natürlich wird sich ein gewisser Teil der Spieler kanalisieren – also zu den legalen Glücksspielseiten leiten – lassen. Keine Frage. Doch die Suche nach Alternativen hat bereits begonnen. Denn diverse Anbieter halten sich schon jetzt an kommende Vorschriften. Die Hoffnung: Eine Lizenz zu erhalten. Das Risiko: Spieler an Online-Casinos verlieren, die weiterhin Jackpots, Live-Casinos und Tischspiele bieten. Und was macht die Politik aktuell gegen diese Internet-Spielbanken? Das Gleiche wie in den vergangenen Jahren: Nicht viel!

Illegale Angebote unterbinden: Zahlungsmethoden sind der falsche Weg

Allerdings ist es längst nicht so, als hätte die Regierung in den vergangenen Wochen und Monaten gar keine Schritte gegen illegales Glücksspiel im Internet eingeleitet. PayPal trat 2019 den Rückzug an. Seitdem sind nur noch Zahlungen für Sportwetten, nicht mehr aber für das Online-Casino möglich. Die VISA Kreditkarte ging diesen Weg 2020. Politisch wurde hier Druck ausgeübt. Rückzahlungen standen und stehen im Raum. Denn Glücksspiel ist zum Teil in Deutschland illegal und die Zahlungsanbieter haben dennoch entsprechende Überweisungsaufträge durchgeführt.

Auf den ersten Blick sieht das Verschwinden dieser Zahlungsanbieter wie ein Erfolg der Politik in der Bekämpfung illegalen Glücksspiels aus. Allerdings ist dies zu kurz gedacht. Vielleicht verschwinden auch Trustly und die Sofortüberweisung vollständig aus den Online-Casinos. Doch gleicht dies nicht dem vielzitierten Kampf gegen Windmühlen. Ist es also ein Kampf, der nicht zu gewinnen ist? Einerseits scheint es immer weitere Zahlungsweisen zu geben. Und selbst wenn die Regierung es schafft, den Markt der klassischen Zahlungsanbieter und E-Wallets für Online-Casinos 2021 auszutrocknen, so findet sich letztlich dennoch ein Weg.

Im Screenshot zu sehen: Stake.com – ein 100% Krypto-Casino

 

Krypto-Währungen bekommt die Regierung nicht in den Griff

Wie lässt sich mit einer Kryptowährung im Online-Casino bezahlen? Zunächst braucht es einen Anbieter, wo eine virtuelle Währung gelistet ist. Und der bekannteste Name ist der Bitcoin. Wie gedenkt die Politik gegen das Einzahlen vorzugehen? Überraschung: Zahlungen mit dem Bitcoin sind nachzuvollziehen. Denn die Aussage, dass Bitcoin-Transaktionen anonym sind stimmen nicht. Doch ist diese Nachvollziehbarkeit kein Problem. Und selbst wenn es die Politik irgendwie schafft, aus diesem Grund den Bitcoin zu vertreiben, ist dies noch immer nicht problematisch.

Denn es gibt Kryptowährungen, welche zu 100 % anonym funktionieren. Und diese haben bereits Einzug bei einigen Anbietern gefunden. Dash ist eine solche Kryptowährung. Und solange die Politik die Zahlungsströme nicht vollends zum Erliegen bringen kann, werden Spieler einen Weg finden. Übrigens ist es sehr leicht über eine Krypto-Börse Coins zu erwerben und dann darüber eine Einzahlung zu tätigen. Hier haben wir nur mal eine kleine Auswahl an Krypto-Börsen zusammengestellt.

 

Wie viel Prozent der Spieler durch restriktive Maßnahmen in den illegalen Markt getrieben werden, ist im Vorfeld nur schwer abzuschätzen. Doch die Unzufriedenheit über die aktuellen Casino-Angebote steigt rapide an.

Zwischenfazit: Wenn im Juli 2021 der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft ist, dann sind die illegalen Online-Casinos noch da. Vermutlich versucht die Regierung die Zahlungsmethoden bei den Hörnern zu packen – Drängen auf Rückzahlung. Doch zumindest für die Kryptos ist dies ein aussichtsloser Kampf. Und die ersten Krypto-Casinos sind schon auf dem Markt. Für diese Art zu bezahlen hat die Politik aus unserer Sicht keine Lösung parat.

In diese Richtung entwickelt sich der Online-Casino-Markt ab Juli 2021

Natürlich haben wir keine Kristallkugel zur Hand. Doch aus der aktuellen Entwicklung lassen sich durchaus Rückschlüsse ziehen. Fangen wir beim Juli 2021 an. Ab diesem Zeitpunkt gilt der neue GlüStV. Hier wird die Politik auf die Einhaltung der Regeln von Lizenznehmern pochen. Gleichwohl werden Casinoseiten, die aktuell in Deutschland tätig sind, aber keine Konzession vorweisen können, zum Erwerb einer Lizenz oder zur Einstellung des Angebotes aufgefordert. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die Politik kaum eine Handhabe hat, gegen Anbieter vorzugehen, die ihren Sitz auf Malta oder Gibraltar haben. Daher wird es auch weiterhin illegale Online-Casinos geben. Die Kundschaft teilt sich also auf:

Einerseits gibt es die Kunden, die mit den Spielautomaten auf dem deutschen Markt zufrieden sind und die auch mit den übrigen Vorschriften leben können (Einsatz- und Einzahlungslimit, etc.). Und dann gibt es die Highroller, die Tischspiel-Enthusiasten und die Jackpot-Jäger, die sich – weil das Angebot am legalen Markt nicht attraktiv genug ist – Alternativen suchen. Und sie werden fündig. Diese Spieler will der Staat dann vermutlich über die Zahlungsmethoden packen. Weitere Dienstleister müssen sich zwangsweise aus den Internet-Casinos zurückziehen. Doch zumindest die Kryptowährungen werden bleiben. Zahlungen finden dann halt über Krypto-Börsen statt.

Letztlich wird vermutlich ein großer Schwarzmarkt entstehen, bei dem niemand so genau weiß, wie groß er eigentlich ist. Und die Politik feiert voraussichtlich trotzdem ihren Glücksspielstaatsvertrag, der endlich auch Poker und Casinos reguliert – doch die Regulation findet an vielen Spielern vorbei statt!

Schon heute gibt es genügend Krypto Casinos auf dem Markt. Der Trend setzt sich fort! / Bild: Shutterstock.com

 

Fazit: Wann kann die Politik diese Fragen beantworten?

Schließen möchten wir mit ein paar Fragen, die uns bezüglich des Online-Glücksspiels in Deutschland im Zusammenhang mit der bevorstehenden Regulierung zwangsläufig kommen.

Ist das Casino-Angebot nach der Regulierung attraktiv genug? Aus unserer Sicht ist dies nicht der Fall. Sehr viele Spieler suchen alternative Casinos und versenken ihre Einsätze dann abseits der Regulierung.

Wird den Internet-Spielcasinos genug Freiraum gelassen? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Anbieter von Casino-Spielen im Internet bis zu 90 Prozent ihrer Einnahmen einbüßen. Limits für die Spieler und das generelle Abwandern von Kunden beflügeln diese Zahl. So lohnt sich der legale Weg vermutlich kaum.

Soll das illegale Angebot über die Zahlungsmethoden ausgetrocknet werden? Dieser Weg wurde in der Vergangenheit verfolgt. Diverse Zahlungsweisen haben den Rückzug angetreten. Doch langfristig sehen wir diesen Kampf als erfolglos an. Die Regierung braucht alternative Ideen in der Bekämpfung der Illegalität.

Wie sollen Krypto-Zahlungen unterbunden werden? Darauf könnte es letztlich hinauslaufen. Wenn alle anderen Wege wirklich mal versperrt sind, dann zahlen die Kunden halt mit einer Kryptowährung. Solange die Politik keine Antwort findet, teilt sie die Spieler nur in einen legalen Markt und einen (vermutlich recht großen) Schwarzmarkt auf. Netzsperren sind diesbezüglich ebenfalls keine Lösung, lassen sich diese doch mit wenigen Klicks umgehen.

Natürlich verfolgen wir das Geschehen rund um den GlüStV und den Glücksspielmarkt auch in Zukunft aufmerksam. Schließlich möchten wir wissen, wie nahe wir mit unserer Prognose zur Entwicklung der Online-Casinos 2021 an der Realität liegen.

Online-Casinos 2021: Befeuert die Politik den Krypto-Boom? 1200 1000 2021-02-22 14:45:14 Online-Casino.de

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