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Online Casinos in der Schweiz: Netzsperre!

Netzsperre in der Schweiz beschlossen: Glücksspiel nur noch von heimischen Anbietern im Web? (Bildquelle)

Die Casinos in der Schweiz und die Kantone (Gliedstaaten der Schweizer) haben eine Entwicklung in Gang gesetzt, welche Online-Glücksspieler sauer aufstoßen wird. Denn durch entsprechende Lobbyarbeit wurde darauf hingewirkt, dass Netzsperren für Online Casinos im Internet durchgesetzt werden. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Maßnahme umstritten, nicht zuletzt weil die Sperren von findigen Internetnutzern leicht zu umgehen sind.

Der Hintergedanke von Seiten der Offline-Casinos und der Kantone ist, dass die Einnahmen durch Glücksspiele im Land und damit folglich bei den Spielcasinos und Kantonen selber bleiben. Die Konkurrenz wird durch die Netzsperre im Internet gewissermaßen ausgeblendet. Die erste Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

Die Schweizer Zensur des Internets

Um in der Schweiz Geldspiele anbieten zu dürfen, ist eine Konzession notwendig. Laut einer Verfassungsbestimmung aus dem Jahr 2012 trifft diese Vorschrift ebenso auf Glücksspiele im Internet zu. Vor fünf Jahren, als die Bestimmung durchgesetzt wurde, fehlt es jedoch an einer Diskussion, wie genau die Umsetzung aussehen soll.

Gesetzlich stand die Aufteilung der Zuständigkeit im Fokus. Wofür ist der Bund zuständig? Wo müssen die Kantone einschreiten? Auf diesem Weg sollte zudem die Abgabe der Spielbanken sichergestellt werden. Jetzt soll die Umsetzung erfolgen. Das Parlament hat die Verfassungsbestimmung vor Augen und muss diese in eine gesetzliche Regelung ummünzen.

Damit Anbieter ohne Lizenz ausgeschlossen werden können, wurden Netzsperren vom Nationalrat diskutiert. Dies würde nicht das Aus der Online-Glücksspiele in der Schweiz bedeuten. Allerdings käme der Entschluss einer großen Einschränkung gleich. Denn anschließend dürften nur Casinos Online-Spiele anbieten, die über eine Konzession in der Schweiz verfügen.

Legalität vs. Monopolstellung: Die Umsetzung der Verfassungsbestimmung aus dem Jahr 2012 wirft durchaus Fragen auf. Hat der Nationalrat bewusst eine Lösung gefunden, welche die Monopolstellung der Schweizer Casinos wahrt? Sollen einfach nur der Profit der eigenen Casinos und damit auch die Steuereinnahmen gesteigert werden?

Diskussionen soll es kaum gegeben haben. Bernhard Guhl brachte den Antrag ein, dass sämtliche Online Casino verboten werden sollen. Sehr schnell kam jedoch die Einigung zustande: Casinos mit Lizenz in der Schweiz dürfen auch im Internet ihre „Waren“ feilbieten. Da insbesondere ausländische Wettbewerber mit den Netzsperren ausgeschlossen werden, müssen sich der Bundesrat und Ständerat Vorwürfe des Lobbyismus gefallen lassen.

Einzig der Nationalrat hat länger über die Thematik beraten. Schlussendlich wurde doch zugestimmt. Die Abstimmung endete mit 147 Stimmen für die Sperren, sowie 32 Gegenstimmen. Sieben Stimmberechtigte enthielten sich. Die Stimmabgaben dagegen kamen hauptsächlich von den Grünliberalen, sowie aus Teilen der FDB, SVP und der Grünen.

Haben die Netzsperren eine Signalwirkung auf andere Branchen?

Im Markt der Online Casinos werden insbesondere ausländische Anbieter ausgeschlossen. Die Schweiz bleibt im Internet für die Casinos des Landes geöffnet. Die Konkurrenz wird einfach mittels eines Gesetzes ausgeschlossen. Ein freier Wettbewerb sieht anders aus. Entsprechend kritisch äußerten sich einige Politiker.

China und Nordkorea führte Mauro Tuena von der SVP aus Zürich an, um das Gebaren der Schweiz ins Verhältnis zu setzen. BeateFlach von der GLP aus Aargau benannte dieses Vorgehen als „nicht unserer offenen, modernen und freiheitlichen Gesellschaft“ würdig.

Zudem wurde ein Vergleich zu anderen Branchen gezogen. Franz Günter von der SVP aus Luzern führte das Taxiunternehmen Uber an. Auch die Hoteliers von Airbnb agieren aus dem Ausland in der Schweiz. Würde einem entsprechenden Antrag ebenfalls zugestimmt werden, sollten sich die Taxiunternehmer oder Hotelbetreiber für einen Ausschluss dieser Wettbewerber aus dem Schweizer Internet aussprechen?

Diese Argumentation hat jedoch keine Früchte getragen. Der Nationalrat hat sehr eindeutig für die Netzsperren plädiert. Diese werden größtenteils nicht als Zensur empfunden. Die Befürworter verwiesen darauf, dass Nutzer, welche ein illegales Angebot ansteuern, über einen Warnhinweis abgeschreckt werden sollen. Andere Politiker waren offener und sprechen direkt von einem Mittel, um ungefähr 250 Millionen Franken im Jahr an Steuern und Abgaben in der Schweiz zu halten.

Welche Argumente sind richtig: Zensiert die Schweiz das Internet, indem den Bürgern vorgeschrieben wird, auf welchen Seiten gespielt werden darf? Oder ist es nur konsequent Glücksspielanbieter ohne Konzession auszuschließen, auch um suchtgefährdete Spieler in den mit Auflagen belegten Landescasinos zu halten?

Betroffen sind unter anderem Casino-, Sportwetten- und Poker-Seiten im Internet. Große Namen, wie 888, Pokerstars und Co sollen künftig in der Schweiz ausgesperrt werden.

Befürworter und Kritiker waren sich jedoch in einem Punkt einig: Die Netzsperren sind sehr leicht zu umgehen.

Online Casinos in der Schweiz: Durch die Nutzung von VPNs weiterhin möglich

Mit einem VPN kann die Netzsperre umgangen werden. (Bildquelle)

Ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) ist die geläufige Maßnahme, um Netzsperren zu umgehen. Nicht einmal die Komplexität beim Einrichten eines entsprechenden virtuellen Netzwerkes ist zu befürchten. Einige Browser haben Plugins verfügbar, welche das Umschiffen mit nur einem Klick ermöglichen.

Wie funktioniert ein VPN? Hierbei wählt sich der Nutzer über einen Server im Ausland auf die entsprechende Seite ein. Der Nutzer wählt sich einen entsprechenden Server aus. Der Browser Opera hat dieses Feature vom Start weg implementiert. Weiterhin gibt es im Web Methoden das eigene Surfen zu anonymisieren.

Zudem ist es möglich einen alternativen DNS-Server einzurichten. Hierbei wird der Internetseite eine IP-Adresse aus dem Ausland vorgespiegelt. Selbst über die Eingabe der IP-Adresse im Browserfenster sollten sich die Online-Glücksspielseiten bequem aufrufen lassen. Im Internet gibt es diverse Homepages, welche die Domainnamen in die zugehörigen IP-Adressen umwandeln.

Je nach Wettanbieter sollte es zudem möglich sein, die Sperrung der Internetseite über das Ansteuern einer App zu umgehen. Die Möglichkeiten das Auslandsangebot weiterhin nutzbar zu machen sind damit gegeben.

Online Casinos in der Schweiz: Netzsperre! 300 250 2017-03-05 15:12:09 Online-Casino.de

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