Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Online Casinos in Deutschland: Experten regen Novellierung an

Roulette gehört zu den beliebtesten Casino-Spielen (Bildquelle)

Seit vielen Jahren gibt die Regulierung zu Online Casinos in Deutschland Anlass zu Kritik. Kürzlich eingebrachte Vorschläge zur Änderung, auch um den EU-Vorschriften zu entsprechen, gehen den Experten nicht weit genug. Bei der Lizenzierung von Sportwetten gibt es Lücken zu schließen und der umfassende Markt der Online Casinos ist ausgeschlossen. Eine Studie aus Berlin, ausgearbeitet von drei anerkannten Wissenschaftlern, kommt zur Erkenntnis, dass eine umfassende Überarbeitung der Glücksspielregulierung nötig ist.

Allerdings bemängeln nicht nur Vertreter aus dem Bereich der Sportwetten und des Casinos die aktuellen Regelungen. Auch vom Deutschen Lottoverband (DLV) ist Kritik, im Verbund mit Forderungen, zu vernehmen. Denn die Lotterien in Deutschland sind rückläufig, während in anderen Ländern Anstiege bei den Einnahmen generiert werden.

Experten äußern sich zum Glücksspiel in Deutschland

Unter dem Titel „Faktenbasierte Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags“ haben die drei Experten ein Dokument mit 317 Seiten ausgearbeitet. Themen sind unter anderem die Spielsuchtbekämpfung, der Jugend- und Spielerschutz, sowie das Optimierungspotential anhand internationaler Fallbeispiele. Neben den Sportwetten, finden auch Online-Casino und Poker Erwähnung. Nicht zuletzt sind die Bekämpfung der Kriminalität und des Betrugs thematisiert. Und sogar der Schutz der Integrität des sportlichen Wettbewerbs wurde aufgegriffen. Schließlich findet sich sogar ein Ausblick auf die geplante Umsetzung zum Glücksspielstaatsvertrag 2018. Aber zunächst wollen wir einen Blick auf die drei Experten/Autoren werfen, welche die Studie aufgesetzt haben.

Justus Haucap: Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler ist seit 2009 als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf tätig. Seit 2015 hat er dort den Posten des Dekans inne. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Gustav-Stolper-Preis des Vereins für Sozialpolitik 2015, kennzeichnen seinen Werdegang.

Martin Nolte: Der Hochschulprofessor an der Deutschen Sporthochschule Köln ist gelernter Jurist und Sportrechtler. Das Thema Sportrecht ist sein Steckenpferd und so schrieb er von 2009 bis 2011 eine regelmäßige Kolumne im Handelsplatt. Gleichwohl gehört Nolte als Beauftragter zum Arbeitskresi Glücksspiel des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Heino Stöver: Als Hochschullehrer und Sozialwissenschaftler, sowie Mitgründer des Vereins „Kommunale Drogenpolitik/Verein für akzeptierende Drogenarbeit“ ist seine Expertise unbestritten. Nationale und internationale Forschungsprojekte, beispielsweise zum Drogenkonsum, haben seine Laufbahn geprägt. Heute ist Stöver Professor an der Frankfurt University of Applied Science und ist dort beim Schwerpunkt „Sozialwissenschaftliche Suchtforschung“ tätig.

Natürlich ist es möglich, einen Blick auf die Studie mit 317 Seiten zu werfen.

Illegales Glücksspiel: Nur ein Grund für Änderungen am Staatsvertrag

Der Ausarbeitung der Berliner Studie hat unterschiedliche Gründe. Ganz oben auf der Liste der Prioritäten steht die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels. Denn eine Erkenntnis ist, dass Deutschland im internationalen Ranking zur Regulierung des Glücksspielmarktes hinter anderen Nationen zurücksteht. Im stichprobenartigen Vergleich von sechs Ländern Europas, ist die Bundesrepublik auf dem letzten Platz gelandet – hinter Dänemark, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Polen. Es handelt sich um eine Untersuchung nach dem DICE-Index, welcher die Gesetze unter der Betrachtungsgrundlage analysiert, den Schwarzmarkt oder Graubereich in regulatorische Bahnen zu lenken. Die drei Wissenschaftler haben sich festgelegt und auch die Änderungen, welche kürzlich von den Ministerpräsidenten beschlossen wurden, als nicht geeignet eingestuft. Die Empfehlung: Attraktive, legale, aber kontrollfähige Angebote im Internet schaffen. Professor Dr. Justus Haucap bringt es auf den Punkt:

„Nur wenn Glücksspiel legal stattfindet, kann der Staat auch seine anderen Ziele erreichen: Verbraucher zu schützen, Spielsucht zu bekämpfen und Manipulationen im Sport zu verhindern. […] Genau damit scheitert die aktuelle Regulierung aber auf ganzer Linie.“

Dabei muss das Rad gar nicht neu erfunden werden. Andere Länder machen es erfolgreich vor. Die Experten empfiehlt den Politikern und Verantwortlichen in Deutschland ein Blick über die Landesgrenze hinaus zu werfen. Dänemark und Großbritannien können als Vorbilder dienen. Sogar das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein, welches beim Glücksspiel seit Jahren einen eigenen Weg geht, findet in der Studie positiv Erwähnung.

Sogar beim staatlichen Glücksspiel, dem Lotto, hält sich die Zufriedenheit mit der aktuellen Ausarbeitung in Grenzen. Kein Wunder, denn in Deutschland sind die Umsätze seit Einführung des Glücksspielstaatsvertrages 2017 um 26% eingebrochen. Andere Länder Europa konnten einen Anstieg um bis zu 64% erreichen. Damit gehen nicht nur Umsatzeinbußen einher. Auch zweckgebundene Steuern für den Breitensport, die Kultur und Wohlfahrt sollen jährlich in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro niedriger als möglich ausgefallen sein.

Berliner Studie: Ein Blick auf das Fazit

Bei den Aspekten Spielsuchtbekämpfung, Jugend- und Spielerschutz spricht die Studie mehrere Empfehlungen aus. Zunächst ist die Begrenzung des Angebots keine geeignete Maßnahme zur Prävention. Die Ausarbeitung eines konkreten Maßnahmenpakets ist in der Studie ersichtlich. Mittelpunkt ist ein qualitativer Verbraucherschutz in Abgrenzung zur derzeitigen Begrenzung von Angeboten.

Auch die Lizenzen haben in der Untersuchung Erwähnung gefunden. Laut Ausarbeitung sind diese ausnahmslos nach qualitativen Richtlinien auszustellen. Maßnahmen zur Identifizierung und Authentifizierung, sowie eine anbieterübergreifende Sperrdatenbank wurden angeregt. Damit einher soll eine Kontrolle des Marktes und der Marktteilnehmer gehen, um einen umfassenden Spielerschutz zu gewährleisten. In Bezug auf Sportwetten lautet die Empfehlung, die Aufnahme von Jugend- und Amateurspielen einzustellen. Die Frühwarn-Systeme werden als zweckdienlich empfunden.

Als Schlusspunkt der Studie wird von den Autoren empfohlen, den bereits von den Ministerpräsidenten unterschriebenen 2. Glücksspieländerungsstaatsvertrag zu novellieren.

Online Casinos in Deutschland: Experten regen Novellierung an 300 250 2017-05-31 09:55:12 Online-Casino.de

Weitere Casino News