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Online-Spielsucht: Machen Internetspiele den Menschen krank?

Martin Hill, 30. Mai 2017, Sport & Spiel

Führt Gaming zur Sucht? (Bildquelle)

Millionen Menschen hocken tägliche vor den Bildschirmen. Heutzutage ist fast jedes Medium an das Internet angeschlossen. Das Handy heißt heute Smartphone und hat Zugang. Gleiches gilt für das Tablet. Laptop und Desktop-PC sind hier die „Veteranen“. Und natürlich ist der Zugriff auf das World Wide Web inzwischen auch über den Fernseher und die Spielekonsole möglich. Alles Wege zur Online-Spielsucht, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgefunden haben will.

Derzeit wird durchaus umstritten diskutiert, ob Online-Spiele eine nachweisbare Sucht verursachen. Angeblich ist die WHO in Zusammenarbeit mit der Psychological Association (APA) bemüht, neue Krankheitsbilder zu entwerfen. Neben der Online-Spielsucht, sollen auch Definitionen für Suchtverhalten in Bezug auf soziale Medien, Facebook und Twitter entworfen werden.

Online-Spielsucht vs. Glücksspielsucht: Ein anderes Thema!

Es ist deutlich herauszustellen, dass die Online-Spielsucht und die Glücksspielsucht voneinander abzugrenzen sind. Laut den genannten Organisationen verursacht das exzessive Online-Spielen eine eigenständige Störung, welche sich von der bekannten Spielsucht in Spielhallen und Casinos abhebt. Die Unterschiede sich deutlich. Denn das Online-Spielen ist nicht mit einem steten Geldeinsatz verbunden. Computerspiele sind zwar ebenfalls als Monats-Abo verfügbar, der finanzielle Aufwand hält sich dabei aber in Grenzen. Dies gilt auch für sogenannte Download Contents und den Erwerb entsprechender Spiele.

Dennoch sind einige Gemeinsamkeiten nicht abzustreiten. Denn sowohl das Online-Casino, als auch das Online-Spiel können bequem, zu jeder Zeit des Tages, von daheim ausgeführt werden. Mit der Maus in der Hand und den Augen auf den Bildschirm gerichtet, fliegt die Zeit nur so dahin. Wer sein Online-Spielen nicht mehr unter Kontrolle hat, soll bald im Krankheitskatalog unter der Bezeichnung „Internet Gaming Disorder“ oder „Gaming Disorder, predominantly online“ geführt werden. Eine offizielle Definition zur Online-Spielsucht gibt es noch nicht, zur Sucht und Glücksspielsucht aber schon:

Sucht: Im Caritas Glossar ist die Sucht als ein umgangssprachlicher Ausdruck definiert, welcher die Abhängigkeit von einer Substanz oder einem Verhalten kennzeichnet. Der Betroffene verliert hierbei die Selbstkontrolle. Gleichwohl wird die Sucht als Ausweg vor belastenden Gefühlen beschrieben. Bei der Caritas wird gleichwohl darauf verwiesen, dass Sucht eine anerkannte Krankheit ist und die Renten- und Sozialversicherungsträger Kosten der Behandlung zu tragen haben.

Spielsucht: Schon 1992 erkannte die WHO pathologisches Spielen als Krankheit an. Die Zuordnung als Impulskontrollstörung folgte. Die Beschreibung als episodenhaftes Glücksspiel, welches die Lebensführung des Betroffenen beherrscht, sowie das soziale, berufliche und familiäre Leben in den Hintergrund drängt, hat sich herausgebildet.

Ob Computerspiele zur Glücksspielsucht führen, wurde ebenfalls schon thematisiert.

Kritik an der Aufnahme der Online-Spielsucht als Krankheitsbild

In früheren Jahren wurden Horrorfilme oder Rock-Musik verteufelt. Online-Spiele sind neuerdings die Ursache vieler Probleme. Meistens weisen jedoch Leute darauf hin, die gar keinen Bezug zur Thematik haben. Moralisch werden Computerspiele häufig als verwerflich dargestellt. Dabei kommt es nur zu häufig vor, dass sämtliche Games über einen Kamm geschoren werden. Ein Rollenspiel zum Beispiel kommt einem guten Buch sehr nahe oder auch einen Film. Trotz sind Vielleser oder exzessive Fernsehzuschauer nicht im Krankheitskatalog gelistet.

Experten befürchten zudem negative Auswirkungen auf Gelegenheitsspieler. Denn diese sehen sich plötzlich dem Stigma gegenüber, etwas Unmoralisches oder Krankheitsbildendes zu tun. Auch Kinder beschäftigen sich heute viel mit entsprechender Technik. Eine Sucht ist hier jedoch eher selten gegeben. Denn dafür müsste das Verhalten schon zwanghaft sein. Wird dem Nachwuchs das Spielgerät genommen, so beschäftigen sich die Kinder zumeist auch gerne mit dem Fußball, Fahrrad oder der Puppe.

Ein weiterer Aspekt regt die Kritik weiter an. Denn mit der Aufnahme der Online-Spielsucht als eigenständiges Krankheitsbild, könnten Ärzte und Psychologen für entsprechende Dienstleistungen abkassieren. Es wären Behandlungen oder sogar Therapien zu verschreiben. Hierbei ist jedoch fraglich, wann tatsächlich eine Online-Spielsucht vorliegt. Macht ein Mini-Spiel auf dem Smartphone im gleichen Maße süchtig, wie ein MMORPG (Online-Rollenspiel)?

Online-Spielsucht: Nur Panikmache?

Professioneller Spieler vor dem PC (Bildquelle)

Jede Sucht ist ernst zu nehmen, sofern auch ein Suchtverhalten vorliegt. Viele Gamer können jedoch problemlos über einen langen Zeitraum aussetzen und sich anderweitig beschäftigen. Dies gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Fremdsprachige Fachzeitschriften (u.a. „Journal of Behavioral Addictions“) haben sich bereits mit diesem Thema befasst. Bislang ist der Beweis jedoch ausgeblieben, dass es eine größere Gruppe von Betroffenen zur Online-Spielsucht gibt. Zudem verlieren Online-Spiele meist über einen längeren Zeitraum ihren Reiz, so dass sich die Spieler anderen Dingen widmen.

Freilich gibt es Studien, welche auf Probleme in Bezug auf Online-Spiele hinweisen. Allerdings haben Experten bereits angemerkt, dass die Kriterien zur Einordnung in das Suchtmuster zu niedrig ausgewählt worden sind. Bislang gibt es keine verlässlichen Daten zur Erfassung von Online-Spiele-Süchtigen. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass ein Krankheitsbild ohne fundierte Studien von der WHO und der APA geschaffen werden soll. Es steht zudem die Frage im Raum, ob den genannten Organisationen bei der Bestimmung entsprechender Krankheitsbilder wirklich das Wohl der angeblich Betroffenen am Herzen liegt. Immerhin könnten sich die Ärzte, Psychologen und Pharma-Vertreter freuen, da eine neue Gruppe von „Kranken“ geschaffen würde.

Online-Spielsucht: Machen Internetspiele den Menschen krank? 300 250 2017-05-30 10:54:25 Online-Casino.de

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