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Online-Sportwetten und -Casinos: Kundendaten analysiert

Martin Hill, 15. März 2021, Sport & Spiel

Glücksspiel-Statistik (Bildquelle)

In Großbritannien erforscht die Spielerschutzorganisation GambleAware das Spielverhalten im Online-Glücksspiel. Dabei stehen Sportwetten und Casino-Spiele im Blickpunkt. Kürzlich hat die Organisation ein vorläufiges Studienergebnis mit ersten Erkenntnissen zum Spielverhalten veröffentlicht. Die Glücksspielseiten zeigten sich dabei kooperativ. Denn sieben der größten Unternehmen im Segment der Online-Sportwetten und –Casinos haben auf anonymer Basis Daten von jeweils ca. 20.000 Kunden herausgegeben. Durch die Auswertung von insgesamt 139.152 Konten hat GambleAware sich einen Überblick verschaffen können. Die Analyse bezieht sich dabei auf exakt zwölf Monate – in diesem Fall auf ein Zeitfenster vom 1. Juli 2018 bis zum 30. Juni 2019.

Spielen Männer häufiger als Frauen? Machen Spieler beim Online-Glücksspiel nicht ohnehin immer Verluste? Wie alt sind die Kunden entsprechender Plattformen? Solche und weitere Erkenntnisse hat GambleAware gewonnen. In diesem Artikel geht es uns um eine Zusammenfassung der Kernaussagen. Denn das vorläufige Studienergebnis umfasst 55 Seiten. Wir fokussieren uns daher auf die interessantesten Fakten. Dazu zählen besonders die Altersstrukturen im Online-Glücksspiel. Aber auch die Art und Höhe der Einsätze sind nicht zu vernachlässigen. Auch sollen Unterschiede im Vergleich der Online-Casinos mit den –Sportwetten herausgefiltert werden.

Geschlechter und Einsätze bei Sportwetten

Bezüglich der Sportwetten hat GambleAware herausgefinden, dass 78,4 Prozent der Konten von Männern geführt werden. Diese waren im Durchschnitt 17 bis 100 Jahre alt. Nein, auch in Großbritannien ist das Glücksspiel vor dem 18. Lebensjahr verboten. Da die Daten jedoch auf Basis eines Jahresdurchschnitts gesammelt worden sind und viele Spieler gleich nach ihrem 18. Geburtstag ein Konto eröffnet haben, waren sie in der Durchschnittsstatistik halt noch 17 Jahre alt – haben aber natürlich erst mit 18 ihre erste Wette abgegeben. Ebenfalls von Interesse ist, dass 23 Prozent aller Sportwetten-Spieler innerhalb des Jahres mit einem Gewinn davongekommen sind. Diese Zahl ist höher, als wir vermutet hätten. E-Sports-Wetten werden fast ausschließlich von Männern abgegeben. Zu 80 Prozent waren diese zum Zeitpunkt der Wettabgabe unter 35 Jahre alt. In Großbritannien stieg die Anzahl der Pferdewetten mit steigendem Alter. Ab 55 Jahren sind die Pferderennen sogar dominant.

Nur 0,7 Prozent der Kundenkonten sind für einen Großteil der Gewinne der Buchmacher und Online-Casinos zuständig. So sind es 0,4 Prozent der Konten, die zwischen 5.000 und 9.999 britische Pfund im Vergleichszeitraum verloren haben. 0,2 Prozent der Accounts verloren 10.000 bis 19.999 britische Pfund. Und 0,1 Prozent der Kundenkonten sind für mehr als 20.000 britische Pfund an Verlusten zuständig. Dabei kamen die Verluste zu 48 Prozent durch Sportwetten und zu 29,6 Prozent durch Pferdewetten zustande. Ebenfalls ist auffällig, dass die „Hochrisikospieler“ zu 95 Prozent dem männlichen Geschlecht angehören. Das Alter der Highroller mit den höchsten Verlusten lässt sich auf im Durchschnitt 40 bis 50 Jahre definieren.

Einnahmen kommen zum Großteil von wenigen Spielern! Diese Aussage sollte Experten keinesfalls überraschen. Doch daraus sogleich ein Spielsucht-Problem zu machen, ist stark pauschalisiert. Dafür hätte es weitere Daten zu den Einkünften und den Vermögensverhältnissen der besagten Spieler gebraucht. Vielleicht verdienen die Kunden, die viel Geld verlieren, auch überproportional gut oder besitzen ein entsprechendes Vermögen.

Statistiken zum Online-Casino und den Spielautomaten

Glücksspiel-Fakten: Alter, Einsätze, etc. (Bildquelle)

Gewinne fuhren die Glücksspielkonzerne zu 93 Prozent durch Automaten und andere Casino-Produkte ein. Doch die Spielautomaten liegen mit 72 Prozent vor den virtuellen Casino-Games mit 53 Prozent an der Spitze. Darauf folgend kommen das Live-Casino mit 19 Prozent, sowie Bingo mit 15 Prozent. Abschließend sind noch Instant-Gewinne (z.B. Rubbellose) mit zehn Prozent und Poker mit vier Prozent zu nennen. Auch im Online-Casino sind die Männer dominant – zumindest was die Verluste, bzw. die Gewinne der Anbieter, angeht. Denn zu 69,7 Prozent ist die Kundschaft männlich. Und diese knapp 70 Prozent waren für 74 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Dennoch spielten Frauen länger und in größerer Häufigkeit. Da die Einsätze dabei jedoch niedriger gewählt werden, ist das Risiko geringer. Die Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren ist im Online-Casino am häufigsten aktiv. Mit steigendem Alter sinkt fraglos die Verbundenheit zu virtuellen Glücksspielen rapide ab.

Bezüglich der Online-Casinos sind insbesondere die Sitzungen von Interesse, bei denen große Verluste aus Spielersicht zu verzeichnen sind. Denn 4,1 Prozent der Kundenkonten verlieren im Laufe des Jahres bei zumindest einer Gelegenheit 500 britische Pfund oder mehr. Bei 1,9 Prozent der Konten beläuft sich der entsprechende Verlust auf 1.000 britische Pfund oder mehr. Dabei kommen 0,6 Prozent aller für Spiele verwendeten Konten auf drei oder mehr Sitzungen jährlich, wo der Ausgabeverlust die 1.000 britischen Pfund überstieg. Zu 84,5 Prozent gehörten diese Konten Männern.

Definition von Spielsucht-Problemen: Die Studie setzt einen Maßstab von drei Stunden Spielens ohne zumindest eine 15-minütige Unterbrechung an. Beim Poker trifft dies auf 1,47 Prozent der Spieler zu. Bingo kommt auf 1,33 Prozent und Slots auf 0,75 Prozent. Da der Anteil an Spielerinnen und Spieler bei den Spielautomaten in absoluten Zahlen jedoch am höchsten ist, entfällt auch der größte Anteil an nach dieser Definition Spielsüchtigen (70,3 Prozent) auf diesen Spielbereich. Dann wiederum hatten jedoch 54 Prozent der Kunden, die über drei Stunden ununterbrochen spielten, nur eine solche Sitzung pro Jahr – was wiederum gegen ein Suchtproblem spricht.

Online-Sportwetten und -Casinos: Kundendaten analysiert 1200 1000 2021-03-15 08:47:14 Online-Casino.de

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