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Partypoker: Betrüger-Bande durch Mitspieler aufgedeckt

Martin Hill, 3. November 2017, Sport & Spiel

Quelle: Partypoker

Partypoker ist ein Anbieter, der erst kürzlich als „Anbieter des Jahres“ im Zuge der EGR Operator Awards 2017 in London abgeräumt hat. Kürzlich hat sich jedoch der Verdacht eines finnischen Spielers auf eben dieser Plattform bestätigt. Einige Poker-Runden während der High-Stakes-Turniere kamen ihm merkwürdig vor. Er merkte sich die Namen, beobachtete weiter und ließ schlussendlich eine Betrüger-Bande auffliegen.

Eine Gruppe von Spieler kooperierte und konnte auf diese Art und Weise das Spiel an einem Tisch manipulieren. Die übrigen Mitspieler waren dadurch dauerhaft im Nachteil. Natürlich handelt es sich um einen Betrug, welcher von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Partypoker und anderen Poker-Seiten im Netz mit harten Strafen geahndet wird.

Collusion: Warum Teamwork beim Pokern verboten ist!

Collusion ist das englische Wort, welches für eine geheime Absprache verwendet wird. In Bezug auf das Pokerspiel handelt es sich um eine Unterredung mehrerer Spieler eines Tisches, mit der Absicht die übrigen Mitspieler auszunehmen. Die Unterhaltung findet entweder im selben Raum, über das Telefon, Skype oder via Messenger statt. Tatsächlich haben die Poker-Anbieter Mechanismen entwickelt, um bestimmte Muster auf Collusion hin zu untersuchen. Dies soll einen Betrug möglichst unwahrscheinlich machen. Wo bei diversen Sportarten das Teamwork angepriesen wird, heißt es am Poker-Tisch für gewöhnlich „jeder gegen jeden“. Denn wenn sich einige Spieler Zeichen geben oder gar über ihre Karten austauschen können, sind die anderen Mitspieler dauerhaft im Nachteil. Denn es ist problemlos möglich den „Mitspielern“ kleine Einsätze zuzuweisen und dabei das gesetzte Geld der übrigen Spieler einzusacken, während bei schlechten Karten aller Gruppen-Mitglieder auf das Setzen verzichtet wird.

Beispiel für Collusion: Ein Spieler mit vermeintlich schlechten Karten kann den Pott in die Höhe treiben. Der nachgelagerte Spieler, welcher nicht in die Gruppe eingebunden ist, muss mit seinem Karten überhöhen. Dieser Trick funktioniert jedoch nur, wenn ein weiterer Spieler ein noch besseres Blatt auf der Hand hat und den „Überbieter“ wiederum überbietet. Tatsächlich gibt es diverse Taktiken, um die Mitspieler am Tisch auszunehmen.

Finne deckt Betrüger-Bande bei Partypoker auf

Boris Becker: Vorstellung als Markenbotschafter für Party Poker

Kommen wir nun von der Theorie zum aktuellen Fall bei Partypoker. Am 21. Oktober 2017 hat der User „FarseerFinland“ im TwoPlusTwo-Forum einen Thread eröffnet. Dieser lautet auf den Titel „Huge collusion ring in High Stakes MTTs at PartyPoker“. Dort äußerte der Spieler seine Vermutung, dass die hochdotierten Turniere des Anbieters unterwandert sind. Der finnische Spieler, welcher bei PartyPoker unter dem Nickname „DukeOfSuffolk“ unterwegs ist, verweist auf seine eigene Erfahrung bei den Turnieren mit Buy-ins im Gegenwert von 109 US-Dollar und mehr. In seinem Posting konnte der zwei konkrete Vorfälle benennen, welche für ihn auf eine Collusion hindeuteten. Aufgrund dieser Beobachtungen betrieb der Spieler aus Finnland eigene Nachforschungen, welche schlussendlich zur Sperrung der Accounts von den Betrügern führte.

Erstmals stellte der Spieler eine Unregelmäßigkeit am Finaltisch beim Wednesday Turbo Highroller Turnier, am 18. Oktober 2017, fest. Es waren bereits 48 Hände gespielt und bislang war kein Gegenspieler von „DukeOfSuffolk“ all-in, also mit maximalem Einsatz auf den Tisch gegangen und ist gecalled worden. In diesem Fall wäre der gleiche Einsatz geboten worden. Ebenfalls auffällig war, dass das Turnier, nach dem Ausscheiden von „DukeOfSuffolk“ nur noch wenige Minuten gedauert hat. Die ersten Nachforschungen begannen. Die gleichen sechs Spieler waren fast immer in denselben Turnieren unterwegs. Zudem meldeten sie sich zum gleichen Zeitraum bei Partypoker an.

Nur wenige Tage später, am 20. Oktober 2017, kam es zum zweiten Vorfall. Denn an diesem Tag fanden sich vier der besagten Gegenspieler in einem High Roller Turnier ein. Die übrigen zwei Player melden sich ebenfalls für das Event an. Weiterhin entdeckte der aufmerksame Finne acht weitere Accounts, die ähnliche Gesetzmäßigkeiten aufwiesen. Gespielt wurden fast nur Clubber II-Turniere, die Anmeldungen gingen im Mai ein und die Events wurden in ähnlichen Kombinationen zusammen gespielt.

Accounts wurden geschlossen: Wenngleich mit Verzögerung wurden die Konten der beteiligten Spieler mit Nutzername „Sorcian“, SciorXxx“, „PowerCarl“, „GASSGUSS“, „dimitriax“ und „domingo661“ geschlossen. Weitere Nutzer wurden auf verdächtiges Verhalten hin untersucht.

So agiert Partypoker bei den Vorwürfen von Collusion

Partypoker, eine Plattform die im Dezember 2016 Boris Becker als Werbeträger gewinnen konnte, bearbeitet entsprechende Fälle über ein Risikomanagement-Team. Tom Waters hat, in seiner Rolle als Managing Director, inzwischen Stellung bezogen: „Eine Gruppe von Accounts hat als Team gespielt, um sich gegenüber anderen Spielern einen Vorteil zu verschaffen.“ Gleichwohl verwies der Leiter bei der Untersuchung darauf, dass jeder Fall individuell behandelt wird. Ebenso gestand er einen Fehler ein, dass einige Accounts noch länger als gemeldet aktiv waren. Allerdings beschwichtigte Waters auch und kramte eine Statistik hervor: 99 Prozent der Collusions-Vorwürfe sollen sich schlussendlich als falsch herausstellen.

Waters freut sich auch über die gezeigte Eigeninitiative des finnischen Spielers, da es hilft entsprechende Fälle aufzudecken. Freilich sind ebenfalls Sicherheitsmechanismen im Einsatz. Technische Mechanismen sollen Bots (Computerspieler) oder auffälliges Verhalten filtern und anzeigen. Da dieses System viele Hände auswerten muss, um auf ein Muster zu schließen, ist es durchaus üblich, dass Spielern die Collusion früher auffällt. Inzwischen hat PartyPoker konkret reagiert und eine Adresse für entsprechende Beschwerden unter collusion@partypoker.com eingerichtet.  Die Opfer der aktuellen Collusion sollen nach Möglichkeit entschädigt werden.

Partypoker: Betrüger-Bande durch Mitspieler aufgedeckt 300 250 2017-11-03 15:59:05 Online-Casino.de

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