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Partypoker zieht sich wegen Geldspielgesetz aus Schweiz zurück

Martin Hill, 11. Januar 2019, Wirtschaft

Poker im Casino: Glück oder Geschick? (Bildquelle)

Das neue Geldspielgesetz hat in der Schweiz seit 2019 seine Gültigkeit. Partypoker ist wohl der erste Anbieter, der daraus seine Konsequenzen gezogen hat. Doch generell scheinen einige Glücksspielanbieter ihre Entscheidung noch herauszögern zu wollen. Die Eidgenossen stimmten im letzten Jahr mit einer Mehrheit für diese Gesetzesänderung. Jetzt müssen vermutlich diverse Glücksspielanbieter verabschiedet werden. Denn es ist nicht anzunehmen, dass sich im kommenden halben Jahr noch große Änderungen ergeben.

Dennoch wurde das erste Halbjahr 2019 als Übergangsphase angesetzt. Wer in diesem Zeitraum noch in der Schweiz aktiv Glücksspiele anbietet, der braucht noch keine Strafe zu fürchten. Damit haben die großen Konzerne noch Zeit, um ihren Rückzug vorzubereiten. Alternativ steht diese Zeitspanne auch noch offen, um Gewinne einzufahren. Anschließend sind die Geldspiele im Internet verboten. Ob sich diese Sperre als wirkungsvoll erweist, bleibt jedoch abzuwarten. Kritiker haben von Beginn an bemängelt, dass es genügend Wege gibt, eine Sperre zu umgehen.

Partypoker zieht sich zurück: Folgen weitere Glücksspielanbieter?

Um bei Partypoker am Glücksspiel teilzuhaben, ist eine Registrierung nötig. Bereits seit 2001 ist das Unternehmen verfügbar. Inzwischen können Anwender dort in vielen Sprachen ihr Glück beim Pokern versuchen. Als Besitzer ist inzwischen die GVC Holding eingetragen, welche mit dem 888 Casino ebenfalls eine bekannte Marke unter den virtuellen Spielbanken betreibt. Für die spielfreudigen Eidgenossen ist dies keine gute Nachricht. Es handelt sich um das erste Unternehmen, welches offiziell seinen Rückzug angekündigt hat. Es liegt die Befürchtung nahe, dass weitere Firmen aus der Welt des Glücksspiels folgen. Die Konzerne treffen diese Entscheidung natürlich nicht gerne. Aber das Schweizer Geldspielgesetz nimmt ihnen hier jeden Spielraum. Ein Rückzug scheint für Partypoker derzeit die einzige Lösung.

Doch haben es die die meisten Anbieter nicht so eilig wie Partypoker. Denn immerhin wurden den Unternehmen eine Übergangsfrist eingeräumt. Bis zum Juli 2019 müssen die Prozesse abgeschlossen und die Online-Angebote eingestellt sein. Partypoker scheint seinen Kunden möglichst lange Zeit geben zu wollen. Denn angeblich ist bereits eine Aufforderung erfolgt, die Bankroll aufzuzahlen. Vielleicht hatte die Schweiz für das Unternehmen auch nicht einen so hohen Stellenwert. Allerdings hat die Regierung gar nicht vor, das Glücksspiel komplett aus der Schweiz zu verbannen. Es wird den Kantonen sogar vorgeschlagen, welche Art von Spielen zu erlauben ist. Allerdings trifft dies nicht auf das Online-Gaming zu.

Schwer zu kontrollieren: Dies ist eine Begründung, warum in der Schweiz das Internet-Glücksspiel zum großen Teil abgeschafft wird. Kritiker sehen hier einen Lobbyismus, da die heimischen Anbieter weiterhin im Web agieren dürfen. Allerdings sind diese Unternehmen vor Ort leichter zu regulieren.

Schweiz: PokerStars sucht nach einer Möglichkeit des Verbleibs

Was passiert beim Online-Poker in der Schweiz? (Bildquelle)

Das Geldspielgesetzt schließt die Glücksspielanbieter aus dem Ausland aus. Dies trifft natürlich nicht nur Poker-Seiten, sondern ebenso Buchmacher und Online-Casinos. Das Land suchte nach einer Möglichkeit die Regulierung voranzutreiben und den Spieler- und Jugendschutz auf ein neues Level zu heben. Eine dauerhafte und zuverlässige Kontrolle aller im Internet zu erreichenden Casinos scheint unmöglich. Daher sollen nur Anbieter, die auf dem heimischen Markt tätigt sind, Online-Spiele anbieten dürfen. Und trotzdem wehrt sich mit PokerStars derzeit ein Anbieter kampflos den Posten zu räumen.

Dies wurde auch aus einer Stellungnahme deutlich, in der es heißt, dass die Kunden in der Schweiz informiert werden, sobald abzusehen ist, wie sich das neue Gesetz auf das Angebot von PokerStars auswirkt. Die Stars Group, der Mutterkonzern, scheint jedoch einen Plan-B in der Hinterhand zu haben. Eine Zusammenarbeit mit Schweizer Casinos scheint derzeit möglich. Diese würden vom Know-How des Pokeranbieters profitieren und umgekehrt könnte das Unternehmen weiterhin auf dem Schweizer Markt tätig bleiben. Natürlich würde PokerStars in diesem Fall mit einer Lizenz ausgestattet werden müssen.

Money Gaming Act: Inzwischen dürfen die Anbieter aus der Schweiz ihre Produkte online an die Kunden vermitteln. Dies hat ein Gesetz erlaubt, welches bereits seit sechs Jahren in Arbeit war.

Geldspielgesetz: Modernisiert die Schweiz den Markt?

Kritiker sehen im Geldspielgesetz einen Rückschritt. Fakt ist jedoch, dass das Gesetz mit einer großen Mehrheit von 67,4 Prozent angenommen wurde. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Kernaspekte sind ein stärkerer Spielerschutz und den Erhalt eines Beitrages für das Gemeinwohl. Und hier sind die Anbieter aus dem Ausland natürlich wenig hilfreich. Die Regierung schlägt den Kantonen jedoch vor, dass weiterhin Geldspiele zu erlauben sind. Dies betrifft Sportwetten, Lotterien und Geschicklichkeitsspiele. Kleinspiele, wie Lotto, Tombolas oder lokale Pokerturniere sollen ebenfalls erlaubt bleiben.

Während die ausländischen Operatoren derzeit ihre Strategien planen, einige treten den Rückzug an, andere versuchen irgendwie mit den Casinos vor Ort eine Partnerschaft einzugehen, müssen die Kantone das neue Geldspielgesetz regional umsetzen. Die Umsetzungsvorschläge der Regierung dienen dabei als Leitlinie, wie aus der Aargauer Zeitung hervorgeht. Es zeichnet sich jedoch ab, dass Glücksspiele, wenn regional veranstaltet, durchaus hoch im Kurs stehen. Vielleicht soll damit der Befürchtung entgegnet werden, dass die derzeitigen Online-Spieler über eine VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) die Netzsperre umgehen und trotzdem ihre Gelder weiter ins Ausland tragen. In diesem Fall wäre die ganze Mühe nämlich vergeblich gewesen.

Partypoker zieht sich wegen Geldspielgesetz aus Schweiz zurück 1200 1000 2019-01-11 09:31:01 Online-Casino.de

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