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Paul Gauselmann gibt Amt als VDAI-Präsident ab

VDAI-Chef Paul Gauselmann gibt Amt auf.

Ganze 38 Jahre lang war Paul Gauselmann als Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) tätig. Die vielleicht schillerndste Figur des deutschen Glücksspiels in den letzten 100 Jahren hat dabei einer ganzen Branche zu Erfolg verholfen, zieht sich jetzt aber zumindest aus der Arbeit für den Verband zurück. Wie in dieser Woche bekannt wurde, wird sich Gauselmann nicht wieder für eine Wiederwahl in diesem Jahr aufstellen.

VDAI-Präsident: Nach 38 Jahren Schluss für Gauselmann

Over, Ende und Aus: Paul Gauselmann möchte sich nach 38 Jahren an der Spitze des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Branchenbeobachter haben diesen Schritt schon längere Zeit erwartet, allerdings gilt der 85-Jährige bekanntermaßen als „zäher Bursche“. Bis zuletzt war Gauselmann maßgeblich für den Erfolg der Automatenindustrie in Deutschland verantwortlich, gleichzeitig konnte auch der Verband unter seiner Führung auf ein herausragendes Niveau anwachsen. Doch das wird sich ändern. Am Dienstag teilte der Gründer der Marke Merkur auf der Mitgliederversammlung mit, dass er sich zur kommenden Wahl für den Vorsitz im Vorstand nicht wieder zur Verfügung stellen wolle.

Für den Verband dürfte diese Entscheidung erst einmal einen kleinen Nachteil bedeuten. Das unterstreicht auch VDAI-Vorstandskollege Uwe Christiansen, der mit Blick auf den Wunsch von Paul Gauselmann erklärte: „Paul Gauselmann ist immer für eine Überraschung gut – dafür allerhöchsten Respekt. Unter seiner Branchenführung haben sich deren Umsätze verzwanzigfacht. Wir sind zu größtem Dank verpflichtet“. Eine Aussage, die unweigerlich auch den „Rucksack“ für die Nachfolger etwas schwerer macht.

Inbegriff einer Branche: Paul Gauselmann ist in der deutschen Glücksspielindustrie der mit Abstand bekannteste Name. Bereits seit 1981 führt Gauselmann den VDAI als Vorstandsvorsitzender.

Gauselmann Abschied: Trio soll den Verband in der Bahn halten

Die Lücke, die der Merkur-Chef zweifelsohne hinterlassen wird, soll beim verband künftig mit gleich drei Top-Managern gefüllt werden. Zum einen soll Gauselmann-Mitarbeiter Manfred Stoffers den Vorsitz übernehmen. Gleichermaßen berechtigt sein sollen aber auch Lars Rogge als Geschäftsführer von Bally Wulff und Dr. Daniel Henzgen als Mitglied der Geschäftsleitung von Löwen Entertainment. Gauselmann selbst lobte seine Nachfolge bereits und erklärte, dass er diese in den letzten Wochen und Monaten intensiv beobachtet hätte. Auf Verbandsebene hätten die Manager gut zusammengearbeitet, gleichzeitig sei eine gute persönliche Beziehung zwischen den neuen Vorstandsvorsitzenden spürbar.

Optimistische Worte gibt es aber auch vom neuen Dreiergespann selbst. Alle drei Mitglieder der Troika erklärten, dass man optimistisch und zuversichtlich in die Zukunft der Automatenindustrie blicke. Gleichwohl wolle man das Prinzip der Beharrlichkeit von Gauselmann beibehalten und so für weiterhin erfreuliche Zahlen sorgen. Zudem, so Manfred Stoffers, sei es schon immer die Aufgabe einer Troika, einen „Karren aus dem Dreck zu ziehen“. Unrecht hat Stoffers hierbei nicht, immerhin wird als Troika traditionell eine Pferdekutsche bezeichnet.

Paul Gauselmann wird Ehrenpräsident des VDAI

Gauselmann-Abschied VDAI (Bildquelle)

Trotz offiziellem Rückzug scheint es nur schwer vorstellbar, dass sich Paul Gauselmann wirklich komplett vom Verband fernhalten wird. Seit mehr als 50 Jahren ist der Merkur-Chef Mitglied des Verbandes, seit 38 Jahren an dessen Spitze. Darüber hinaus wurde der 85-Jährige von den Mitgliedern gerade erst einstimmig zum Ehrenvorstand gewählt. Neu eingeführt wurde zudem das Amt des Ehrenpräsidenten – auch das darf Gauselmann künftig tragen. Abgesehen von den offiziellen Titeln gilt es als ausgemacht, dass der erfahrene „Automatenkönig“ hinter den Kulissen dem Verband weiterhin beratend und unterstützend zur Seite stehen wird.

Bis heute wird die Arbeit von Gauselmann auch auf Verbandsebene stark bewundert. Kaum ein anderer Vertreter der Branche hat sich in den letzten Jahren auch öffentlich so sehr für diese stark gemacht. Gauselmann war Gast in zahlreiche TV-Shows, führte Diskussionen mit Politikern und steuerte Aufklärungskampagnen für überforderte Spieler – und das alles neben dem Aufbau des eigenen Imperiums.

Casino-König Gauselmann

Dieses wiederum wuchs Anfang der 1970er-Jahre. Im Detail eröffnete Gauselmann 1974 seine erste Merkur-Spielothek in der Stadt Delmenhorst. In der Folgezeit wurden zahlreiche richtige Entscheidungen getroffen und der Ausbau des Unternehmens stark vorangetrieben. Die Gauselmann-Gruppe entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum Marktführer in Deutschland und konnte auch international einen immer stärkeren Fußabdruck hinterlassen. Bekannt ist die lachende Merkur-Sonne heute auf der ganzen Welt. Der Konzern von Gauselmann ist in den Jahren zu einem echten Giganten der Branche herangewachsen. In keiner Spielothek in Deutschland fehlen die Merkur-Spiele, gleichzeitig beschäftigt das Unternehmen mehr als 12.000 Mitarbeiter. Jährlich wird ein Umsatz von gut 2,9 Milliarden Euro eingefahren.

Schon längst ist der Konzern auch nicht mehr nur im Bereich der Entwicklung aktiv. So werden auch die Automatenproduktion, der Vertrieb oder der Support über Merkur abgewickelt. Zusätzlich dazu stehen schon seit geraumer Zeit Cash- und Finanzdienstleistungen zur Verfügung. Hierzu gehören zum Beispiel Wechselmöglichkeiten in Spielhallen, mit denen Spieler Scheine in Münzgeld umwandeln können.

Automaten im Blut: Bereits vor der beeindruckenden Karriere in der heutigen Form hatte Paul Gauselmann mit Automaten zu tun. Er importierte zunächst amerikanische Jukeboxen, tüftelte aber nebenbei bereits an der Entwicklung eigener Spielautomaten.

Paul Gauselmann gibt Amt als VDAI-Präsident ab 300 203 2019-06-28 12:39:17 Online-Casino.de

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