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Poker AI Libratos schließt Turnier mit Gewinn ab

Martin Hill, 6. Februar 2017, Sport & Spiel

Facebook Algorithmus bringt Jugendliche und Glücksspiel zusammen. (Bildquelle)

Der Kampf Mensch gegen Maschine besteht bereits seit knapp 20 Jahren. In den 90ern verlor ein Schachweltmeister gegen den Computer Deep Blue von IBM. Erst im letzten Jahr unterlag ein koreanischer Großmeister im Go im Duell mit der Software Alphago. Jetzt haben die Poker-Profis schlecht ausgesehen. In einem über 20 Tage andauernden Event konnte die AI Libratos mit großem Gewinn abschließen.

A.I. ist die Abkürzung für „Artificial Intelligence“. Zu Deutsch ist auch von einer K.I. die Rede, was sich wiederum mit Künstlicher Intelligenz übersetzen lässt. Während des Events „Brains vs. Artificial Intelligence“, welches mit Abschluss des Januars 2017 endete, steckte die Maschine die menschlichen Spieler häufig in die Tasche.

Künstliche Intelligenz erreicht den nächsten Meilenstein

Nach Schach und Go kommt Poker. Computer werden immer intelligenter. Diese Erfahrung mussten vier Poker-Profis in Pittsburgh machen, wo in einem Spielcasino das Turnier mit Teilnahme einer A.I. ausgetragen wurde. Denn die künstliche Intelligenz hängte die Profispieler ab. Bei einer Dauer von knapp drei Wochen Spielzeit, kann durchaus von einem aussagekräftigen Ergebnis gesprochen werden.

Gespielt wurde Texas Hold`EM. Ein Rückblick in eine Zeit vor zwei Jahren brachte den menschlichen Spielern noch den Sieg ein. Jetzt haben Tuomas Sandholm von der Carnegie Mellon Universität im Bereich Computerwissenschaften und sein Doktorand Noam Brown gewonnen. Sie waren die schlauen Köpfe, die hinter den jeweiligen Softwaren stehen.

Dong Kim ist ein 28-jähriger Pokerprofi. Schon vor Abschluss des Turniers war von ihm folgendes zu vernehmen: „Es fühlte sich an, als ob ich gegen einen Betrüger spielen würde, so als ob er meine Karten sehen könnte.“ Zu diesem Zeitpunkt war damit zu rechnen, dass die Maschine über den Menschen triumphieren wird.

Die vier Poker-Profis waren erstaunt über das wechselnde Verhalten der Software. Mal wurde mit schlechten Karten geblufft, dann wieder mit guten Karten Bescheidenheit vorgespielt.

Sandholm ist der Kopf hinter der Entwicklung von Libratos. Er sieht die Herausforderung für die Maschine größer als beim Schach oder Go. Denn beim Pokern muss die K.I. mit unvollständigen Informationen auskommen und das Bluffen „lernen“. Dahingegen lassen sich Spielzüge beim Schach oder Go anhand der vom Spielfeld gelieferten Informationen berechnen.

Über zehn Jahre entwickelt Sandholm bereits Poker-Software. Im Vergleich mit echten Spielern haben sich seine Entwicklungen mehrfach in den Blickpunkt gespielt. Früher waren die realen Spieler im Vorteil. Jetzt konnten in einem Turnier erstmals die vier Profis geschlagen werden.

Texas Hold`EM wurde in der Variante Heads-Up-No-Limit gespielt. Wären die Einsätze echt gewesen, so hätte der Computer 1.766.250 US-Dollar gewonnen. Die vier Profis bekommen insgesamt 200.000 US-Dollar ausgezahlt. Diese Summe wird nach dem Abschneiden im Turnier gegen die Maschine zwischen den vier Teilnehmern aufgeteilt.

Warum wird eine Poker-AI entwickelt? Die Herausforderung reizt ohne Frage, aber auch über den Einsatz in anderen Bereichen darf nachgedacht werden. Entscheidungen im militärischen Bereich, bei der medizinischen Behandlung oder bei Firmenverhandlungen sind nur einige Aspekte, welche künftig von Robotern übernommen werden könnten.

Mensch vs. Maschine – Kurzes Info Video (englisch)

Poker: Mehr als nur ein Glücksspiel

Im gewissen Sinne unterstützt das Ergebnis im Duell „Mensch vs. Maschine“ die These, dass Poker mehr als nur Glück beim Kartengeben ist. Das gleich vier Poker-Profis gegen Libratos verloren ist kaum mit Zufall zu erklären. Zumal die A.I. häufig mit schlechten Karten einen Bluff ausgeführt und gewonnen hat.

Hier lassen sich erneut Vergleiche zum Schach oder Go ziehen. Bei diesen Brettspielen würde niemand von Glück sprechen, da der Spieler jeden Zug von Beginn an in der eigenen Hand hat. Beim Poker ist es die Ungewissheit über die anderen Karten, welche das Spiel spannend macht. Libratos hat jedoch gelernt mit diesem Faktor umzugehen.

Das bestimmte Poker-Spieler regelmäßig bei Turnieren abräumen legt ebenfalls nahe, dass Poker mehr Geschick als Glück erfordert. Ansonsten würden die Gewinner bei dem oftmals sehr großen Teilnehmerfeld häufiger wechseln.

Go: Die wohl größte Herausforderung für eine künstliche Intelligenz

Go: Die vielleicht größte Herausforderung für eine K.I. (Bildquelle)

Go gilt als eines der komplexesten Spiele der Welt. Neben der Fähigkeit zu denken wird auch die kreative Gehirnhälfte einbezogen. Auch hier konnte der Computer den Menschen bezwingen. Am 09. März 2016 gewann Alphago gegen den koreanischen Profi-Spieler Lee Sedol. Das Ergebnis bestätigte sich in fünf Partien, welche jeweils über mehrere Stunden andauerte.

Bei jedem erneuten Versuch war lange unklar, wer überhaupt in Führung liegt. Die Software muss hier mit zahlreichen Verzweigungen auf dem Spielfeld kalkulieren. Davon gibt es mehr als unser Universum Atome vorweist.

Ähnlich wie beim Pokern, sollte die künstliche Intelligenz beim Go oder Schach Erkenntnisse liefern, welche sich auf andere Bereiche des Lebens transportieren lassen. Allerdings gibt es durchaus auch Kritik an der Erforschung von A.I. Denn wenn der Computer den Menschen überflügelt, könnten je nach Einsatzgebiet (beispielsweise im Militär) auch Gefahren von dieser Entwicklung ausgehen.

1997 gewann zudem der Computer Deep Blue im Schach gegen den damals amtierenden Weltmeister Gary Kasparow aus Russland. Das Duell wurde über sechs Partien ausgetragen. Hinter der Software steht das Unternehmen IBM, welches sich später jedoch aus der Branche zurückgezogen hat.

Poker AI Libratos schließt Turnier mit Gewinn ab 300 250 2017-02-06 15:28:51 Online-Casino.de

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