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Poker-KI überzeugt im Kampf Mensch gegen Maschine

Sabina Kugler, 17. Juli 2019, Technik

Übertrifft die Poker-KI auf lange Sicht den menschlichen Spieler?

Schon im Jahr 2017 machten Tuomas Sandholm und Noam Brown mit ihrer Poker-KI Libratus Schlagzeilen. Damals gewann die Künstliche Intelligenz gegen einen einzelnen Gegner, einen Profi. Doch in den letzten zwei Jahren hat eine Weiterentwicklung stattgefunden. Das System ist jetzt in der Lage gegen mehrere Pokerspieler gleichzeitig zu bestehen. Diese Fähigkeit hat der KI den Namen Pluribus eingebracht. Tatsächlich hat die Künstliche Intelligenz gegen mehrere Experten am Tisch Erfolge vorweisen können. Die Entwickler sprechen daher vom nächsten Meilenstein.

Eine KI folgt einer gewissen Logik. Doch gibt es beim Pokern einen Part, der nicht immer logisch ist. Gemeint ist das Bluffen. Denn ein Mensch kann durchaus ein schlechtes Blatt auf der Hand haben. Dennoch ist es ihm möglich, durch hohe Einsätze, seien Mimik und Gestik den Eindruck zu erwecken, als hätte er gute Karten. Hier sollte die Künstliche Intelligenz doch an seine Grenzen stoßen. Tut sie aber nicht!

Multiplayer Poker: Pluribus behauptet sich gegen sechs Spieler

„Superhuman AI for Multiplayer Poker“ heißt ein Aufsatz, der im Wissenschaftsmagazin veröffentlicht wurde und wo Sandholm als Informatikprofessor und sein Kollege Brown als Urheber genannt sind. Mit der Weiterentwicklung von Libratus zu Pluribus ist das Programm inzwischen fähig, seinen eigenen Platz am Pokertisch einzunehmen. Denn die Poker-KI behauptete sich gegen sechs Profis mit Bravour. Gespielt wurde dabei Texas Hold’em Poker ohne Limit. Die Entwickler wählten diese Art des Pokers mit Bedacht, da neben dem Kartenglück auch strategisches Denken und Taktik zum Ziel führt. Und gerade der taktische Aspekt ist doch eigentlich ein Punkt, wo der Mensch gegenüber der Maschine im Vorteil seien sollte.

Prinzipiell stimmt dies auch. Doch gilt es zwei unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Der Mensch hat die Fähigkeit Gefühle, Emotionen und kleinste Regungen an seinen Gegenspielern wahrzunehmen. Eventuell ist er dadurch in der Lage eine Einschätzung zum Blatt des Gegenüber abzugeben. Anders formuliert: Er kann seine Gegner eher durchschauen als die Poker-KI. Die Künstliche Intelligenz hingegen übertrumpft den Menschen bei der statistischen Auswertung. Sie können Zusammenhänge zwischen den Karten ermitteln und Wahrscheinlichkeiten errechnen. Weiterhin greift der Algorithmus aus Trainingsdaten und somit auf seine eigenen Erfahrungen zurück.

Pluribus wurde optimiert: Im Vergleich zu anderen ählich gelagerten Programmen (Libratus, AlphaGo, Deep Blue und Co) verbraucht die neue Programmierung relativ wenig Rechenleistung.

Poker-KI: Ergebnisse sind noch von unabhängiger Stelle zu bestätigen

Poker im Casino: Glück oder Geschick? (Bildquelle)

Experten sehen diese Entwicklung in Sachen Künstlicher Intelligenz als solide an. Einerseits wird auf die faire Evaluierung der Daten verwiesen. Denn die Zielgruppe war weise gewählt. Es wurden genügend Partien absolviert, um aussagekräftige Ergebnisse vorzulegen. Und die Ausgangslage für Mensch und Maschine war ebenfalls identisch. Denn beide Parteien erhielten die gleichen Informationen. Dennoch kommt bei anderen KI-Experten noch ein wenig Skepsis durch. Denn was ihnen bislang fehlt, ist die Bestätigung von einem unabhängigen Forscherteam. Schlussendlich haben die Entwickler ihre Software selber einem Test unterzogen. Andere Gruppen von Spielern und ein unabhängig agierendes Team zur Evaluation könnten für eine solche Bestätigung sorgen.

Woran sich andere Forscher jedoch stören, ist der Begriff „superhuman“ – also übermenschlich. Denn diese Bezeichnung trifft häufiger zu, als der Leser glauben mag. Schlussendlich übertrifft sogar ein simpler Taschenrechner die Rechenleistung des Menschen. Doch dieser wird im Verkauf nicht mit dem Attribut „übermenschlich“ versehen. Daher wird zu Recht darauf verwiesen, dass eine Künstliche Intelligenz erst dann signifikant verbessert ist, wenn diese auf rationaler Basis bessere Entscheidungen trifft oder schneller lernen kann als eine wirkliche Person. Hier wurde ein bestehendes Konzept von Libratos, wo die KI bereits im Duell gewann, auf eine größere Spielergruppe übertragen – mit Erfolg. Andere Forscher bewerten ehemalige Erfolge, wie von Deep Blue im Schach, jedoch höher.

Pluribus kann sich behaupten: Für die Entwickler steht jedoch im Vordergrund, dass ihre Poker-KI sich in einer Gruppe von Spielern erfolgreich behaupten kann.

So lernt eine Poker-KI seine zukünftigen Spielzüge

Die Schöpfer haben selber eingeräumt, dass ihre Künstliche Intelligenz früher Fehler gemacht oder einfach nicht sehr clever agiert hat. Doch viele Übungsstunden gegen sich selbst und gegen menschliche Gegner haben sich ausgezahlt. Denn Pluribus ist lernfähig. Hat sich eine Strategie in der Vergangenheit bei gleicher Ausgangslage als lohnend erwiesen, so wird diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft angewandt. Doch was wollen Poker-Fans noch wissen: Gegen welche Profis ist Pluribus angetreten? Und wie hoch war der Gewinn der Poker-KI?

Natürlich verdienen diese Fragen eine Antwort. Pokerstars wie Elias und Ferguson traten gegen die Künstliche Intelligenz an. An dieser Stelle war es jedoch wichtig, die Motivation der Spieler hoch zu halten. Denn im Prinzip konnten sie hier nur an Ansehen verlieren. Daher bekamen die Mitspieler Prämien, wenn sie besser als ihre menschlichen Mitspieler abschnitten. Insgesamt wurde hier über 12 Tage gespielt. Dabei umfasste das Turnier Mensch vs. Maschine 10.000 Hände. Letztlich ist das Abschneiden von Pluribus von Interesse. Die KI erhöhte ihren Grundeinsatz um den Faktor 480. Wer mehr erfahren möchte, der kann einen ausführlichen Bericht beim Schweizer Tagesanzeiger lesen.

Aufruhr in der Poker-Szene: Erst kürzlich machte das Online-Pokern von sich Reden, als die YouTube-Kanäle einiger Profis gebannt

Poker-KI überzeugt im Kampf Mensch gegen Maschine 1200 1000 2019-07-17 10:55:50 Online-Casino.de

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