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Poker-Star Phil Ivey hat weder betrogen noch gewonnen

Martin Hill, 27. Oktober 2016, Recht & Gesetze

Glücksspiel im Casino

Pokerfans haben diesen Gerichtsentscheid sehnlich erwartet: Phil Ivey vs. Borgota Casino. Der Spieler konnte innerhalb von vier Abenden im Casino 9,6 Millionen US-Dollar gewinnen. Das Geld wurde ihm ausbezahlt. Die Begründung: Ivey soll geschummelt haben. Der Vorwurf lautet auf „Egde Sorting“, anders ausgedrückt markierte Karten. 2014 reichte das Casino Klage ein.

Allerdings handelte es sich um einen Fall, wo Recht und Unrecht nah beieinander liegen. Ivey hat seinen Gewinn ausbezahlt bekommen, muss diesen jetzt aber zurückgeben. Laut Gericht hat der Poker-Profi zwar nicht betrogen, aber gegen einen gültigen Vertrag verstoßen. Und erneut gewinnt die Bank, wenn auch vor Gericht. NJ.com berichtete über den Fall.

Der Fall Phil Ivey gegen das Borgota Casino

Wir schreiben das Jahr 2012. An vier aufeinanderfolgenden Abenden besuchte Ivey das Casino Borgota. Er konnte in diesem Zeitraum einen Gesamtgewinn von 9,6 Millionen US-Dollar erzielen. Eine Summe, die dem Casino verdächtig vorkommt. Nicht zu Unrecht, wie sich im Anschluss herausstellt.

Denn innerhalb des Casinos kamen fehlerhafte Kartendecks zum Einsatz. Anhand der Unstimmigkeiten auf der Rückseite der Karten, waren diese gewissermaßen markiert. Zusammen mit einer Begleiterin konnte Ivey mit diesem Wissen täglich Gewinne einfahren. Der Profi konnte gewissermaßen „lesen“ was für Karten der Gegenspieler auf der Hand hatte.

Schuldfrage: Ist das Casino selbst für fehlerhafte Decks verantwortlich?

Diese Auffassung hat Ivey vertreten. Er selber hat die Karten nicht markiert, sondern nur bestehende Unstimmigkeiten ausgenutzt. Daher erklärte der Profi vor Gericht, er habe mit Können und nicht mit einem Betrug gewonnen. Weiterhin stellte Ivey heraus, dass seine Begleiterin die Karten weder angefasst, noch in irgendeiner Art und Weise manipuliert habe.

Das Borgota Casino hat freilich einen anderen Blickwinkel. Offizielle Sprecher wiesen darauf hin, dass Ivey wissend, mit Vorsatz und zudem in der Absicht eines Betruges gehandelt habe. Er wusste, dass ihm ein Vorteil beim Baccarat entsteht. Seine Chancen hat der Profi erhöht, indem er eine Mischmaschine und die fehlerhaften Decks, lila Karten von Gemaco, verlangt haben. Zudem wollte er einen Dealer der Mandarin spricht, damit seine Partnerin sich mit ihm unterhalten konnte. Laut Casino waren seine Gewinne auf diese „Tricks“ zurückzuführen.

Entscheidung gefallen: Ivey muss Geld zurückzahlen

Vertraglich besteht eine Regelung, dass im Borgota Casino nach dem New Jersey Casino Act gespielt wird. Beide Parteien sind folglich danach verpflichtet zu handeln. Indem Ivey sich einen Vorteil verschaffte, hat er seine Vertragspflicht gleich dreifach gebrochen. Die Klage wegen Betrug wurde zurückgewiesen. Ein Vertragsbruch liegt jedoch vor und daher muss das Geld zurückbezahlt werden.

Ivey hat 20 Tage Zeit um dem Urteil zu widersprechen.

Bildquelle: Fotolia/rosifan19 (Bild-ID: #123110839)

Poker-Star Phil Ivey hat weder betrogen noch gewonnen 300 250 2016-11-23 14:14:47 Online-Casino.de

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