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Schweizer Casinos legen im Bruttospielertrag 1,2% zu

Martin Hill, 12. Mai 2017, Wirtschaft

Gambling Industry Report (Bildquelle)

In der Schweiz ist eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland im Gange: Die Casinos haben lange Zeit an Kundschaft und damit auch an Erträgen verloren. Die Konkurrenz aus dem Internet ist ein Aspekt, der zum Großteil für die Fluktuation verantwortlich ist. Ist nun der „Turnaround“ geschafft? Im Jahr 2016 legten die Schweizer Casinos erstmals wieder um 1,2 Prozentpunkte zu.

Tatsächlich sprechen die Glücksspielexperten in der Schweiz nicht von einem Anstieg, sondern nur von der Stabilisierung des Marktes. Allerdings muss diese Zahl ins Verhältnis gesetzt werden. Denn seit 2007, dem bisherigen Hochpunkt der Spielbanken, ist der Bruttospielertrag bislang um 33 Prozent gefallen.

Entwicklung des Bruttospielertrages der Schweizer Spielbanken

Seit dem Jahr 2007 ging es nur in eine Richtung: bergab. Nach acht Jahren geht es endlich wieder aufwärts. Allerdings ist die Branche noch weit vom ehemaligen Spitzenwert entfernt. Und mit den Erträgen hat sich freilich auch die Spielbankenabgabe verringert.

Hochpunkt: Im Jahr 2007 konnten 1 Milliarde und 20.000 Schweizer Franken als Bruttospielertrag gemeldet werden. Es handelt sich hierbei um über 911 Millionen Euro. Dementsprechend belief sich die Abgabe für Spielbanken auf einen Gegenwert von 539 Millionen Schweizer Franken (491 Millionen Euro).

Der Abwärtstrend lässt sich problemlos an Zahlen festhalten. Im Jahr 2008 konnte der Abschwung zunächst nur leicht festgestellt werden. Denn mit 992 Millionen Schweizer Franken an Bruttospielerträgen war die Differenz nicht bedrohlich. Über die Folgejahre viel der Abfall jedoch immer mehr ins Gewicht: 936 Millionen (2009), 869 Millionen (2010), 825 Millionen (2011), 758 Millionen (2012), 746 Millionen (2013), 710 Millionen (2014) und 681 Millionen (2015).

Eine nähere Betrachtung des Geschäftsjahres 2016

Die Auswertung des vergangenen Jahres hat eine positive Entwicklung gezeigt. Der Bruttospielertrag ist erstmals wieder gestiegen. 1,2 Prozent mögen nicht gleich einen Umschwung einleiten, aber die Talfahrt ist gestoppt. Zudem gibt es Indikatoren, welche eine weitere Entwicklung nach oben erkennen lassen.

Nicht nur der Bruttospielertrag hat sich gesteigert. In der Schweiz wurden die Spielautomaten um 1,4 Prozent aufgestockt. Die Spieltische (Roulette, Blackjack, Poker und Co) haben um 2,8 Prozent zugelegt. Damit finden sich jetzt 4.482 Automatenspiele und 254 Tischspiele in den 21 Spielbanken. Die Personallage blieb 2016 konstant.

Allerdings haben die Casinos nur in der Gesamtbetrachtung zugelegt. Dies stellt nicht automatisch jeder Spielstätte ein positives Arbeitszeugnis aus. Denn von den 21 Spielbanken konnten 12 Stück ihre Erträge steigern. Neun Casinos verglichen ihre Zahlen mit dem Vorjahr und sahen sich mit einem leichten Rückgang konfrontiert. Die Spielbankenabgabe in 2016 beziffert sich auf 323 Millionen Schweizer Franken. Der Schweizer Casino Verband ist erfreut, im Zeitrahmen von 2004 bis einschließlich des Jahres 2016 5,7 Milliarden Schweizer Franken für das Gemeinwohl einkassiert zu haben. Dieses Geld fließt in die Länder, Gemeinden und zum Bund und wird für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenrente verwendet.

Kurzer Einblick in den Spielertrag der Schweizer Casinos

Wie bereits erwähnt, haben nicht alle Casinos in der Schweiz einen Zuwachs beim Bruttospielertrag verbuchen können. Den größten Zuwachs hat die Spielbank in Davos mit 7,6 Prozent erzielt. Es folgen die Standorte Mendrisio mit 7,5 und Neuenburg mit 7,1 Prozent. Zürich legte immerhin um 5,5 Prozentpunkte zu und Bad Ragaz, sowie Interlaken um 5,3 Prozent. St. Gallen (3,5%), Meyrin (3,2%), Montreux (2,0%) und Bern (1,0%) schließen den Kreis. Luzern ist stabil geblieben. Dahingegen fielen die Casinos in Schaffhausen mit 5,5 und in Locarno mit 5,4 Prozent am meisten ab. Auch Courrendin mit 4,7 Prozent und Pfäffikon, sowie Baden mit 3,6 Prozent haben abgebaut.

Weiterhin am Abschwung beteiligt sind St. Moritz (2,1%), Crans-Montana (2,1%), Basel (1,8%) und Fribourg (1,5%). Genereller Spitzenreiter in Sachen Bruttospielertrag ist weiterhin das Spielcasino in Montreux mit über 74 Millionen. Auch die Plätze zwei und drei bleiben mit Zürich (67 Millionen Schweizer Franken) und Baden (59,5 Millionen Schweizer Franken) identisch, wobei sich der Abstand dieser beiden Plätze vergrößert hat. Auffällig ist, dass insbesondere die Casinos abgebaut haben, wo der Weg über die Grenze zum Spielen sehr kurz ist. Dies ist beispielsweise in Schaffhausen der Fall.

Gründe für die Entwicklung: Online-Casinos und Spielclubs

Leert die Online-Konkurrenz die Casinos? (Bildquelle)

Konkurrenz belebt das Geschäft. In diesem Fall nicht mehr als eine Floskel. Denn die Schweizer Casinos haben unter der Konkurrenzsituation zu leiden. Geschätzt 150 Millionen Schweizer Franken fließen jährlich in illegale Clubs, wo um Geld gespielt wird. Die organisierte Bandenkriminalität ist hier aktiv. Das Ausweichen vieler Spieler auf Nachbarländer ist mit der generellen Stärke der Währung verknüpft. Anstatt die Schweizer Franken im Heimatland auszugeben, wählen viele Bürger – die nahe der Grenze wohnen – den etwas längeren Weg. Auch die Regulierung in der Schweiz ist ein Hindernis, welches hoffentlich mit einer Änderung im Geldspielgesetz 2019 gelockert wird.

Online-Casinos sind bequem aufzusuchen, wenngleich die Schweiz diesen Weg durch Netzsperren erschwert. Die Auswahl an Spielen ist groß. Eine Anfahrt ist nicht nötig. Niemand muss eine Kleiderordnung beachten. Die Vorteile stoßen lediglich in den Punkten Atmosphäre und Gastronomie an unüberwindbare Grenzen im Abgleich mit der physischen Präsenz vor Ort. Dennoch haben die Online-Casinos sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, wo die Spielcasinos vor Ort vom Abschwung betroffen waren.

Schweizer Casinos legen im Bruttospielertrag 1,2% zu 300 250 2017-05-12 16:18:42 Online-Casino.de

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