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„Schwerer Schlag“: Paul Gauselmann wendet sich an Boris Johnson

Ralf Schneider, 24. März 2021, Wirtschaft

Leere Spielhallen - nicht nur in Deutschland Realität. / Bildquelle

Die deutsche Gauselmann Gruppe ist ein Unternehmen, das im Prinzip seit seiner Gründung nur den Aufstieg kennt. 63 Jahre lang schaffte es Firmenchef und Gründer Paul Gauselmann, rote Zahlen beim Glücksspielgiganten zu vermeiden. Diese Zeit ist jedoch vorbei. Nicht nur in Deutschland, sondern auch auf anderen Märkten der „Gauselmänner“ sieht es unangenehm aus. Unter anderem in Großbritannien. Obwohl hier beim Impfstoff große Fortschritte gemacht werden, scheint eine Öffnung der Spielotheken noch nicht in Sichtweite.

Für die Gauselmann Gruppe wird dieser Umstand zur Belastungsprobe. Auch deshalb, weil die Wettbüros und Pubs in Großbritannien größtenteils wieder öffnen dürften. Und Spielautomaten finden sich auch dort. Als Folge der Entwicklung hat sich Paul Gauselmann höchstpersönlich an den britischen Premierminister Boris Johnson gewendet.

Vertrauen in Vereinigtes Königreich beeinträchtigt

Für die Gauselmann Gruppe bleibt es ungemütlich. Der Glücksspielkonzern von Firmengründer Paul Gauselmann wartet weiter darauf, in Großbritannien im Spielhallen-Geschäft wieder aktiv werden zu können. Obwohl die Briten große Fortschritte machen, bleibt die Wiedereröffnung der Spielstätten bislang aus. Das nahm Paul Gauselmann zum Anlass, um sich per Brief an den britischen Premierminister Boris Johnson zu wenden. Der deutsche Unternehmer erklärt: „Die verzögerte Wiedereröffnung von Spielhallen in Großbritannien hat das Vertrauen der Gauselmann Gruppe in die Investitionen im Vereinigten Königreich beeinträchtigt.“ Zudem macht Gauselmann darauf aufmerksam, dass das Unternehmen in den letzten Jahren rund 450 Millionen Pfund in Großbritannien investiert habe. „Die Nachrichten der vergangenen Woche waren ein schwerer Schlag für unsere Ambitionen in Großbritannien“, so Gauselmann.

Besonders bitter für die Gauselmann Gruppe ist der Blick auf die Konkurrenz in Großbritannien. Zahlreiche Geschäfte, Pubs und Restaurants dürfen ab dem 12. April wieder öffnen. Spielstätten allerdings nicht. Das Problem: Auch in vielen Pubs stehen Spielautomaten. Zudem dürfen ab Mitte April auch die Wettbüros wieder ihre Türen öffnen. Und auch hier können die Menschen auf Spielautomaten zurückgreifen. „Das untergräbt die Prinzipien eines fairen Wettbewerbs, für die Großbritannien traditionell steht“, so der Unternehmer in seinem Brief an Boris Johnson.

Novum in der Unternehmenshistorie: Nach 63 Jahren Unternehmensgeschichte hat die Gauselmann Gruppe jüngst zum ersten Mal rote Zahlen schreiben müssen. Obwohl die Konzerngruppe insgesamt solide genug aufgestellt ist, fällt die Prognose des Firmenchefs für die nahe Zukunft nicht positiv aus. Betroffen sein dürften vor allem viele örtliche Spielhallen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wichtige Partnerschaften der Gauselmann Gruppe, die künftig wegfallen könnten.

Rund 2.500 Mitarbeiter in Großbritannien

Merkur ist auch in Großbritannien ein großer Arbeitgeber / Bildquelle

Dass die Worte von Gauselmann wahrgenommen werden, gilt als sicher. Nicht nur knapp eine halbe Milliarde Pfund investierte der deutsche Konzern in Großbritannien. Auch gut 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier für die Gauselmann Gruppe aktiv. Das Unternehmen ist der größte Betreiber von Spielstätten und Bingohallen im Vereinigten Königreich. Ein spürbarer Akteur also, dessen Anliegen mindestens registriert werden sollten. Gauselmann erklärte zudem, dass die Spielstätten keinesfalls ein Treiber der Pandemie gewesen wären auf Basis der Hygienekonzepte geöffnet werden sollten. Gleichzeitig betonte der Gauselmann-Chef: „Wir sind bereit, die wirtschaftliche Erholung gemeinsam mit der Regierung entschlossen voranzutreiben – und zwar voller Optimismus aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus.“

Ein wichtiges Signal sei in der Vergangenheit die Überprüfung und Lizenzierung durch die Global Gambling Guidance Group gewesen, so Gauselmann. „Ein solches Engagement ist eine starke Basis für unsere Pläne, in Großbritannien zu investieren und zu wachsen. Ich bin jedoch sehr besorgt über den Stress, den diese jüngste Entscheidung für unser Geschäft darstellt (…)“ Bleibt abzuwarten, ob die britische Regierung der Bitte nach einer vorzeitigen Eröffnung der Spielhallen nachkommt.

Für die stationäre Glücksspielbranche hat sich die Ausgangslage in den vergangenen Monaten noch einmal deutlich verschlechtert. Zunehmend wurden Markanteile an Online-Unternehmen abgegeben. Ein Phänomen, welches in den vergangenen Monaten zugenommen hat. Länger andauernde Schließungen der stationären Spielhallen gefährden diesen Teil der Branche somit immer stärker.

„Schwerer Schlag“: Paul Gauselmann wendet sich an Boris Johnson 1200 1000 2021-03-24 15:55:13 Online-Casino.de

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