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Sind Glücksspiel und Religion miteinander vereinbar?

Dürfen Nonnen pokern oder ist Glücksspiel eine Sünde? (Bildquelle)

Kartenspiele wie z.B. Poker, Lotterien oder Sportwetten, Glücksspiele gibt es in zahlreichen Varianten und sind auf der ganzen Welt beliebt. Auch religiöse Menschen nehmen daran teil. Dabei wirft das „Zocken“ nicht nur Fragen der Moral auf. Viele fragen sich, inwieweit Glücksspiel mit der eigenen Religion zusammenpasst. Wenn sogar der Papst der katholischen Kirche eine Lotterie anbietet, kann es dann Sünde sein? Wir erörtern, wie die Religionen zum Glücksspiel stehen.

Die katholische Kirche hat bei der Weihnachtslotterie des Papstes diesen Winter eine Neuerung eingeführt: die Teilnahme an der Lotterie war zum ersten Mal auch online möglich. Ein Los kostete hierbei 10 Euro, womit man die Chance auf einige Sachpreise erhielt. Hauptgewinn war ein Opel. Andere interessante, oftmals mit einem hohen ideellen Wert verbundenen Gegenstände sind bei jeder Ziehung der Weihnachtslotterie zu gewinnen.

Papst Franziskus stellt selbst einige der Gewinne, teils aus Geschenken von Staatsoberhäuptern oder anderen hochrangigen Politkern, mit denen er Treffen abhielt. Viele weitere erhält das Oberhaupt der katholischen Kirche von den Gläubigen auf dem Petersplatz. Die Erlöse aus der Lotterie werden jedes Jahr Bedürftigen gespendet. Laut Vatikan ging dieses Weihnachten ein Teil an die Opfer in Italien, die durch das Erdbeben im August 2016 in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der andere Teil kommt Obdachlosen zugute.

  • Katholische Kirche mit eigener Lotterie
  • Kein kommerzieller Zweck
  • Preise aus Geschenken an den Papst/ die Kirche
  • Erlöse für Bedürftige

 

Glücksspiel und Gerechtigkeit

Sind Glücksspiel und Religion also vereinbar? Die katholische Kirche zumindest bietet mit der Lotterie ja offensichtlich ein Glücksspiel an. Die Preise sind aus einem Fundus aus Geschenken und die „Gewinne“ des Vatikans gehen an Menschen in Not. Moralische Bedenken sollte hier keiner haben. Aber Glücksspiel bleibt Glücksspiel. Andere Arten müssten also auch von der Kirche akzeptiert oder zumindest toleriert werden.Im Katechismus heißt es beispielsweise:

„Glücksspiele, wie Karten oder Wetten, verstoßen an und für sich nicht gegen die Gerechtigkeit.“

Ist das Glücksspiel aber ungerecht oder ist gar mit einem Betrug verbunden, sieht die Sache allerdings anders aus. Aber ab wann ist ein Glücksspiel ungerecht? Anbieter von Glücksspielen, Sportwetten oder Ähnlichem sind meist auf Profit aus, bei allen Spielen wie Automatenspielen ist die „Bank“ im Vorteil. Starke Emotionen werden geweckt bei der Chance auf hohe Gewinne, Menschen können in die Sucht getrieben werden. Hier offenbart sich das moralische Problem.

Fast jedes Glücksspiel kann süchtig machen, sogar Lotterien, bei denen die meisten Teilnehmer ohnehin davon ausgehen, dass sie nicht gewinnen, weil die Gewinnwahrscheinlichkeit einfach zu gering ist. Vom Mitspielen nehmen dennoch viele keinen Abstand. Da gleich von Sucht zu sprechen, ist natürlich in den meisten Fällen überzogen, manche mögen einfach den Nervenkitzel oder das Gefühl der Hoffnung. Es ist auch nicht verwerflich, an Glücksspielen zu partizipieren, einfach, um etwas Spaß zu haben oder abzuschalten.

Glücksspiel im Christentum

Die evangelische Kirche unternimmt dagegen mehr Anstrengungen, um vor Glücksspiel zu warnen und das Suchtpotential aufzuklären, als die katholische. Auf Aktionstagen werden Informationen weitergegeben und Hilfestellungen angeboten. Auch die Sparten, die in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt haben, wie Sportwetten und Online-Casinos, offenbaren aufgrund ihrer leichten Zugänglichkeit Risiken, die auch auf Veranstaltungen der Kirche zur Sprache kommen.

Generell ist es den Christen nicht untersagt, an Glücksspielen teilzunehmen. Aber auch hier gilt –  was allerdings nicht nur die Kirche für sich beanspruchen, sondern auch jeder mit ausreichend gesundem Menschenverstand beim „Zocken“ im Hinterkopf haben sollte –, dass die Einsätze mit Bedacht gewählt werden und man nicht über die eigenen Verhältnisse spielt. Sich selbst oder sogar die Familie durch ausuferndes Glücksspiel in finanzielle Nöte zu bringen, sollte nicht passieren.

Genau wie bei anderen Suchterkrankungen auch, beispielsweise bei Alkohol- oder Drogensucht, kann es jedoch zu solchen Umständen kommen. Ist man in diesen Gegebenheiten gefangen, schafft man es meist nur mit externer Hilfe wieder heraus. Die Religion, egal welcher Konfession man angehört, ist da beileibe nicht die schlechteste Anlaufstelle.

Spielotheken sind ebenso wie Online-Glücksspiel ein Einstieg in die Glücksspielwelt. Klare Vorgaben einiger Religionen fehlen hier. Infografikquelle: online-casino.de

Glücksspiel in anderen Religionen

Viele konservative Evangelisten lehnen Glücksspiel jedoch komplett ab. „Lotteries – like all gambling – are socially, economically, and morally destructive, being rooted in covetousness and violating the biblical work ethic“, heißt es in einer Resolution der Southern Baptist Convention, eine einflussreiche protestantische Gruppierung in den USA. Das Glücksspiel begünstige sündhaftes Handeln. So werden Habgier und die Verschwendung von Ressourcen vermehrt, verantwortungsloses Verhalten tritt vermehrt auf.

  • Sehr oft innerhalb der Religion keine direkte Einigkeit
  • Glücksspiel wird von Fall zu Fall unterschiedlich bewertet
  • Manche Religionen verwenden Glücksspiele in Ritualen

 

Es gibt auch noch weitere Religionen, die sich strikt vom Glücksspiel distanzieren. Im Islam zum Beispiel ist das Glücksspiel verboten, weil die Gläubigen vor Überschuldung geschützt sowie Streit und Hass in der Gesellschaft minimiert werden sollen. Im Buddhismus wird Glücksspiel ebenso abgelehnt wie Alkohol oder Drogen.

Im Judentum sind die unterschiedlichen Spiele differenziert zu betrachten und die Meinungen verschiedener Rabbis und Gelehrter gehen auch einmal auseinander. Das Spielen im Casino wird grundsätzlich von den meisten abgelehnt. Bei Fußball-Wetten sind die Auffassungen unterschiedlich. Manche verbieten sie, andere erlauben sie. Lotterien, wie beispielsweise die Weihnachtslotterie des Papstes, sind hingegen erlaubt, wenn die Erlöse verwendet werden, um gute Taten zu vollbringen.

Im Einzelfall muss der Mensch entscheiden

In anderen Religionen wiederum ist das Glücksspiel ein ritueller Bestandteil. In den Stämmen nordamerikanischer Indianer galt Erfolg beim Glücksspiel als besondere spirituelle Gabe. Generell lässt sich auch erkennen, dass monotheistische Religionen negativer gegenüber Glücksspielen eingestellt sind als polytheistische. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass Religion und Glücksspiel in Konkurrenz zueinander stehen, da sie ähnliche Sinnhorizonte bieten.

Glücksspiel wird also nicht nur in der Gesellschaft kontrovers diskutiert, spaltet die Gemüter. Für die einen ist es spaßiger Zeitvertreib, für die anderen sogar ein „Beruf“, mit dem sich gutes Geld verdienen lässt. Aber es kann auch in die falsche Richtung gehen, Sucht und Ruin können die Folge unbedachter Teilnahme am Glücksspiel sein. Die Religionen haben hier teils ähnliche, teils unterschiedliche Meinungen. Selbst innerhalb einzelner Konfessionen ist man sich oft nicht einig.

An und für sich muss das jeder mit seinem Gott ausmachen, aber man sollte die rationalen Gedanken bei einer nüchternen Betrachtung aller Glücksspiele nicht außer Acht lassen. Es kommt immer wieder auf den Faktor Zufall bzw. Glück an, ob man seine Einsätze vermehren kann oder mit leeren Händen aus dem Casino geht.
Sind Glücksspiel und Religion miteinander vereinbar? 400 333 2017-03-10 15:34:23 Online-Casino.de

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