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So wurde das Casino Luzern übers Ohr gehauen!

Glücksspiel in der Schweiz (Bildquelle)

Ist das Casino Luzern Opfer eines Betrugs geworden? Darüber muss ein Gericht entscheiden. Faktisch gelten Spielcasinos als überaus sicher. Gespielt wird um Chips. Der Umtausch in Bargeld erfolgt erst vor Verlassen des Hauses. Doch in diesem Fall ist eher die Frage zu klären, ob eine Bande von vier Personen entweder das Spielgerät oder den Croupier betrogen hat. Allem Anschein nach ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. In jedem Fall sind die Männer mit 30.000 Schweizer Franken aus dem Haus spaziert. Dabei handelt es sich zum heutigen Kurs um 29.530,60 Euro. Der Betrug fiel erst später auf.

Bevor wir uns die Betrugsmasche einmal anschauen, gilt es eine generelle Bewertung vorzunehmen. Wer ein Casino aufsucht, der versucht sich am Glücksspiel. Womit wir beim Thema sind. Das Spiel basiert auf Glück, also zum überwiegenden Teil auf Zufall. Diesen Zufall mit Hilfsmitteln auszutricksen ist nicht gestattet. Tatsächlich gilt schon das Kartenzählen, beispielsweise beim Blackjack, als verpönt. Es ist zwar nicht illegal. Doch die Veranstalter dürfen in diesem Fall auf ihr Hausrecht und entsprechende Spieler des Casinos verweisen. Doch im konkreten Fall des Casinos Luzern haben anscheinend vier Männer einen Roulettetisch manipuliert und somit einen konkreten Betrug begangen. Näheres gibt es bei Zentralplus nachzulesen.

Betrug im Casino Luzern: So sind die Täter vorgegangen

Der Sicherheitschef vom Casino Luzern ist unlängst davon überzeugt, dass hier ein Betrug vorliegt. Der Vorwurf: Manipulation eines Spielgerätes. Die Beute: 30.000 Schweizer Franken. Heutzutage eigentlich unvorstellbar und dem Kino überlassen – „Ocean´s Eleven“ lässt grüßen. Schlussendlich ist ein Spielcasino rund um die Uhr von Kameras überwacht. Dennoch haben die Täter ihren Coup zunächst mit Bravour durchgezogen. Übrigens fand dieser Fall schon im Jahr 2019 statt. Da er rechtlich jedoch gar nicht mal so leicht zu klären ist, ist der Betrug selbst im Jahr 2022 noch aktuell.

Folgendermaßen soll das Casino Luzern über den Roulettetisch gezogen worden sein. Zunächst geht Mann A zum Roulettetisch. Er schafft es auf den Zahlen 8, 11, 17, 24, 26 und 29 überaus dünne schwarze Blättchen zu platzieren. Es vergeht eine Stunde. Dann kommt Mann B an den Spieltisch. Schon einen Tag zuvor kundschaftete er die Spielbank gemeinsam mit seinem Sohn aus. Doch er braucht nicht viel Zeit. Seine Aufgabe ist es zu kontrollieren, ob die schwarzen Blättchen noch immer an ihrem Platz zu finden sind.

Die Blättchen sorgen dafür, dass die Kugel schwerer weiterrollt. Damit gibt es längst noch keine Garantie auf den Gewinn. Doch die Wahrscheinlichkeit steigt an. Mann C tritt in Aktion. Doch geht er nicht selber zum Roulettetisch. Er nutzt einen Spielautomaten. Dort hat er die Chance auf das Ergebnis eben jenes manipulierten Roulettetisches zu setzen. Gleich 255 Wetten schließt er ab. Wählt er dabei die normalen Ziffern (nicht manipuliert) aus, fällt der Einsatz niedrig aus. Spielt er hingegen die 8, 11, 17, 24, 26 oder 29 an, so sind die Einsätze deutlich höher. So ganz ist diese Geschichte noch nicht zu Ende erzählt.

30.000 Schweizer Franken als Beute: Mit dieser Summe entkam Mann C, zu diesem Zeitpunkt gingen die Angestellten noch von einer Glückssträhne aus, aus dem Casino Luzern.

Betrugsversuch wird vor Gericht verhandelt: Ausgang offen?

Sind die Täter zu überführen? (Bildquelle)

Mann C spielte bis in den nächsten Morgen hinein und verließ dann die Spielbank mit dem besagten Gewinn. Doch liegen die Beweismittel, die kleinen Blättchen, noch immer auf den manipulierten Ziffern. Mann A und C müssen nochmals in Aktion treten. Einer lenkt den Croupier ab, der andere fährt zügig mit einem Magneten über die Ziffern. Sämtliche Blättchen fliegen ihm entgegen. Jetzt verlassen auch diese beiden Männer das Casino Luzern – als freie Männer und ohne innerhalb dieses Tages einen Verdacht erregt zu haben.

Doch bei der späteren Prüfung kam der Betrug heraus. Dafür sorgte ein ganz simpler Fauxpas. Denn beim Überqueren der Landesgrenze fanden Polizeibeamte Drähte, die besagten Blättchen und Magnete im Auto vor. Daneben liegt die Beute. Es folgte die Anklage. Eigentlich ist es ein klarer Fall. Betrug. Allerdings funktioniert Recht etwas komplizierter. Angeklagt sind die vier Männer wegen des „betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage“. Die Beschuldigten konnten im Juni nicht an der Gerichtsverhandlung in der Schweiz teilnehmen – ein Einreiseverbot hindert sie. Dennoch ist die Richterin kritisch.

Der Sicherheitschef des Casinos muss erklären. Könnte es einfach nur Glück gewesen sein? Deswegen gehen Kunden schließlich ins Casino Luzern. Gibt es Beweise, dass die drei oder vier Männer zusammen einen Betrug begangen haben? Hier ist zu schauen, ob Videoaufnahmen das Vorgehen belegen. Auf Mutmaßungen darf sich die Rechtsprechung nicht stützen. Und zuletzt: Wurde nicht eigentlich der Croupier getäuscht und nicht, wie in der Anklage behauptet, das Spielgerät? Schlussendlich wurde das Geldspielgerät, an dem Mann C Platz nahm und 30.000 Schweizer Franken gewann, definitiv nicht manipuliert.

Urteil steht noch aus: Der Mann, der an jenem Tag wegen einer Spielsperre nicht im Casino war und der Mann, der den Spielautomaten bedient hat, lassen auf Freispruch plädieren. Auch bei den übrigen Komplizen ist fraglich, ob die Tat nachgewiesen werden kann. Der wohl einzige Beweis: Der „Kontrolleur“ gab dem „Automatenspieler“ nach mehreren Verlusten frisches Bargeld.

So wurde das Casino Luzern übers Ohr gehauen! 1200 1000 2022-06-20 15:33:31 Online-Casino.de

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