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Sollten Eltern mit ihren Kindern über Glücksspiel reden?

Sabina Kugler, 19. April 2021, Sport & Spiel

Kommen Kinder und Jungendliche mit Online-Glücksspielen in Kontakt? / Shutterstock.com

Kinder dürfen weder in die Spielhalle, noch ins landbasierte Casino. Sie erhalten dort auch zu Recht gar keinen Zugang. Warum sollten Eltern also ein Gespräch führen? Weil das Glücksspiel längst seinen Weg in die Lebensrealität gefunden hat. Tatsächlich ist der Nachwuchs gar nicht mal so selten davon betroffen. Smartphone und Tablet machen es möglich. Denn zu Zugang zu Apps reicht heute oftmals schon hin, um mit Glücksspielen oder glücksspielartigen Konzepten in Berührung zu kommen. Dazu gesellen sich einige Computer- oder Konsolen-Spiele, die ebenfalls Glücksspielelemente verwenden. Daher scheint es also durchweg ratsam von den Eltern, das Gespräch mit den Kindern zu suchen.

Dies gilt natürlich nur dann, wenn der Nachwuchs alt genug ist, um sich bereits mit Spiele-Apps, Gaming und Co zu befassen. Übrigens sollte ein ganz wichtiger Punkt bei diesem Gespräch abgedeckt sein. Nämlich das Bezahlen im Internet. Glücksspiel gibt es zwar auch mit virtuellen Münzen. Doch häufig ist eine Zahlung nötig, um am Spiel im Web teilnehmen zu können. Daher kam es in der jüngeren Vergangenheit gar nicht mal selten vor, dass das Konto der Eltern belastet worden ist. Dies ist beispielsweise über die Playstation, aber bisweilen ebenfalls über den Handy-Vertrag möglich.

Wo kommen Kinder bereits mit dem Glücksspiel in Berührung?

Lootboxen. Warum nennen wir die „Beutekisten“ vorweg? Weil dieses Thema im Prinzip schon länger bekannt ist. Einige Länder verbieten die Lootboxen inzwischen. Doch worum genau handelt es sich eigentlich. Wer in einem Spiel Herausforderungen meistert, der bekommt eine solche Box geschenkt. Per Zufallsgenerator wird dem Spieler eine Belohnung gewährt. Häufig lassen sich solche Lootboxen jedoch auch käuflich erwerben. Hier kommt also Geld ins Spiel. Und da der Gewinn dem Zufall überlassen ist, lässt sich das Konzept durchaus als Glücksspiel interpretieren. Da die Beutekisten derzeit nicht mit einem fixen Geldwert zu beziffern sind – zumindest bei einem Ingame-Gewinn – sind sie dem Gesetz nach in Deutschland übrigens noch nicht verboten.

Gaming-Apps: Glücksspiele sind für Kinder verboten. Doch das Wort Glücksspiel spielt dabei selber immer auf einen Einsatz von echtem Geld an. Wird das Echtgeld herausgenommen, so gilt das Spiel nicht mehr als Glücksspiel. Daher schlug der Fall „Coin Master“ kürzlich hohe Wellen. Denn vom Konzept her handelt es sich dabei um einen Spielautomaten. Da jedoch nur um virtuelle Münzen gespielt wird, ist das Game als jugendfrei eingestuft. Schon seit 2015 findet die Coin Master App auf vielen Smartphones ihren Platz.

Premium-Inhalte: Per se handelt es sich hier nicht um ein Glücksspiel, welches die Kinder durchführen. Dennoch sollten Eltern mit dem Nachwuchs darüber sprechen. Denn bisweilen bieten Spieleentwickler gegen einen Aufpreis mehr Inhalte oder höhere Level an. Nicht selten steigen die Gewinnchancen im Spiel mit dem Premium-Paket. Viele Kinder verlieren nicht gerne und greifen ohne lange nachzudenken beim Premium-Angebot zu – oftmals mit den Kontodaten der Eltern.

Online mit Geld umgehen: Dass ist das Stichwort. Eltern erklären Kindern den richtigen Umgang mit Taschengeld. Zumindest wird ihnen dadurch ein monatliches Budget gewährt. Heute findet das Geldausgeben aber zum großen Teil im Web statt. Daher ist diesbezüglich Aufklärung nötig.

Worüber sollten Eltern mit ihren Kindern bezüglich Glücksspiel und Gaming sprechen?

Kinder sind vom Spielen fasziniert (Bildquelle)

Zunächst einmal ist nicht nur Reden wichtig, sondern das generelle Interesse. Eltern sollten wissen, welche Games ihre Kinder spielen. Gerade in jungen Jahren ist hier Kontrolle noch angemessen. Solange die Smartphones und sonstigen Mobilgeräte von den Eltern finanziert und eventuell sogar mit deren Konten oder Guthaben verbunden sind, können auch Apps wie Parent Control zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um eine Kindersicherung. Dabei lässt sich einstellen, dass vor dem Bezahlvorgang ein Passwort einzugeben ist. Eltern können es sich also aussuchen, in welchen Bereichen ihre Kinder bei der Benutzung beschränkt sein sollen.

Wenn die Kinder älter werden, sollten gezielt Gespräche über Premium-Inhalte, Glücksspiele in der Online-Welt und deren Konzepte geführt werden. Premium-Inhalte bieten käufliche Vorteile. Doch diese sind dann auch nicht selbst erspielt. Glücksspiele führen nicht selten zum Verlust und bieten darüber hinaus eine erhöhte Suchtgefahr. Zudem sind Glücksspiele für Kinder dem Gesetz nach illegal. Bei Lootboxen kann durchaus darauf verwiesen werden, dass diese bereits in diversen Ländern verboten sind. Natürlich muss ein Gespräch immer altersgerecht geführt sein. Schon im Vorschulalter kommen Kinder bisweilen mit Glücksspielen in Kontakt. Natürlich verläuft die Gesprächsführung hier ganz anders als bei einem Teenager. Auch lässt sich das Zufallsprinzip bei den Lootboxen erklären. Dort sind nämlich die seltenen Items mit der geringsten Wahrscheinlichkeit versehen. Auf diese Weise lässt sich ein gewisses Verständnis schaffen. Ab einem bestimmten Alter lassen sich Online-Käufe nicht verbieten. Dass gehört heute dazu. Aber natürlich sollten diese Ausgaben vom Taschengeld der Kinder abgezogen werden.

Vorbildfunktion der Eltern: Wenn die Erziehungsberechtigten ständig am Smartphone oder Tablet hängen, dann werden es ihnen die Kinder vermutlich gleichtun. Gleiches gilt für die Auswahl an Games und den Umfang damit. Natürlich dürfen Eltern online Glücksspiele spielen. Doch sollten die Kinder dabei nicht zusehen können.

Sollten Eltern mit ihren Kindern über Glücksspiel reden? 1200 1000 2021-04-19 11:00:39 Online-Casino.de

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