Spielbanken-Boss will staatliches Glücksspiel

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Spielbanken-Boss will staatliches Glücksspiel

Ralf Schneider, 25. September 2016, Recht & Gesetze

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Das Online-Glücksspiel steht in Deutschland seit Monaten und Jahren auf tönernen Füßen. Vom Spielbanken-Chef Otto Wulferding kommt daher ein Vorschlag: Die deutschen Spielbanken könnten den Schritt wagen und selber ein Angebot im World Wide Web starten. Hier müsste der Staat schließlich die Überwachung übernehmen.

Bislang scheinen die Gesetze im Glücksspiel, zumindest online, nicht zielführend. Der Glücksspielstaatsvertrag wurde von der EU demontiert. Eine schnelle Lösung scheint nicht ersichtlich. Die Bundesländer sind sich uneins und der Markt bleibt weiterhin nicht reguliert. Neben der Ungewissheit für Spieler geht damit auch eine Mindereinnahme für den Staat einher.

Virtuelle Spielbanken Deutschland: Die Idee von Wulferding

Otto Wulferding ist Boss des Deutschen Spielbankenverbandes (DSBV). Unter seiner Aufsicht stehen somit neun Spielbanken, die dem öffentlichen Recht angehören und auf 35 Standorte in der Bundesrepublik verteilt sind. Allerdings sind deutschlandweit noch acht Unternehmen privat tätig, welche Spielhallen und Co betreiben.

Die Winnender Zeitung hat aufgegriffen, dass Wulferding das Glücksspiel gerne innerdeutsch regeln würde. Hierbei würden die Casinos und Spielbanken ihre eigenen Internetplattformen starten, beziehungsweise bestehende Angebot auf Kunden in Deutschland ausrichten. Somit könnten Spielautomaten, Blackjack, Roulette und Poker bei heimischen Unternehmen gespielt werden.

Tatsächlich haben viele Casinos ihren Sitz in Ausland und werden mit Lizenzen aus Malta, Gibraltar oder Zypern betrieben. Diese werden in Deutschland häufig geduldet. Viele zahlen auch Steuern, aber dennoch handelt es sich rechtlich gesehen um eine Grauzone. Denn solange der Glücksspielstaatsvertrag nicht neu geregelt wurde, können sich die Gesetzgeber nicht auf dessen Paragraphen berufen.

Welche Argumente sprechen für und wider Wulferdings Idee?

Zunächst einmal ist der Gedanke, die Online-Präsenzen nur deutschlandweit zu vergeben, sicherlich nicht abgesprochen. Die Casinos könnten hier aber ein gutes Geschäft machen. Denn sehr viele Spieler aus Deutschland greifen derzeit auf ausländische Anbieter zurück und lassen ihr Geld dementsprechend im Ausland.

Ob die Belange der EU hier jedoch Berücksichtigung gefunden haben, ist zu bezweifeln. Hier gab es bei der geplanten Konzessionsvergabe schon Beschwerden, weil nicht ausreichend Unternehmen eine Lizenz erhalten sollten. Hier müsste der Vorschlag Wulferdings zunächst geprüft werden.

Allerdings gibt es Vorbilder aus dem Ausland. In Belgien oder Frankreich existieren bereits staatliche Glücksspiel-Angebote. Das Vertrauen des Spielers wäre hier schnell gewonnen. Wulferding geht es selber auch um die Eindämmung illegaler Angebote, wie sie im Internet häufig anzutreffen sind. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass die meisten Glücksspielanbieter seriös arbeiten, es aber auch dort schwarze Schafe gibt. Jugend- und Spielerschutz würde sich durch ein staatliches Portal ohne Zweifel besser betreiben lassen.

Staatliches Glücksspiel im Bereich Casino und der Betrieb ausländischer Portale würden sich nicht zwingend ausschließen.

Bildquelle: Fotolia/Cybrain (Foto-ID: #91244028)

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