Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Spielhallen Berlin: Einlass nach Scan von Gesicht und Fingerabdruck

Dieter Maroshi, 6. März 2017, Technik

Ein Gesichts-Scan soll das Alter der Kunden bestimmen. (Bildquelle)

Spielerschutz ist ein sensibles Thema, welches die Spielhallen in Berlin derzeit beschäftigt. Die Frage lautet: Wann dürfen Kunden Einlass erhalten. Die Antwort ist offensichtlich: Nicht, wenn eine Selbstsperre vorliegt. Mitarbeiter wechseln sich in Schichten ab und bei gutbesuchten Spielcafés ist die tatsächliche Kontrolle ein Problem. In der deutschen Hauptstadt sollen demnächst Scans von Gesichtern und des Fingerabdrucks helfen.

Wird das Einlassverfahren in Spielhallen demnächst elektronisch geregelt? Zumindest in Berlin deutet alles darauf hin. Schon im Sommer 2017 soll das neue System zur Kontrolle gesperrter Spieler in Kraft treten. Es handelt sich um ein biometrisches System. Das Konzept darf derzeit noch nicht umgesetzt werden. Bislang fehlt es an der Zustimmung des Beauftragten für den Datenschutz.

Spielhallenbetreiber wollen sich von schwarzen Schafen abgrenzen

Was für die einen ein entspannendes Hobby mit einer lukrativen Gewinnchance ist, ist für den nächsten ein Sündenpfuhl mit hohem Verlustrisiko. Tatsächlich ist oftmals der Umgang mit den Finanzen das Problem. Wer hier die Übersicht behält und nicht über seine Verhältnisse spielt, hat eigentlich nichts zu befürchten.

Dennoch haftet den Spielhallen bisweilen ein negatives Image an. Daran schuld sind ebenfalls die „schwarzen Schafe“ unter den Anbietern. Umso wichtiger, dass die seriösen Geschäfte sich im Positiven abgeben. Auch aus diesem Grund stehen Schutzmaßnahmen für Minderjährige und Spielsüchtige auf der Agenda.

Fingerprint-Scan und Face-Check stehen vor der Umsetzung

Menschen machen Fehler. Wird beim Einlass in die Spielhalle nicht Acht gegeben, haben sich schnell Minderjährige oder Spielsüchtige unter die anderen Gäste gemischt. Eine neue Technik soll nun helfen, dem Spielen einen besseren Ruf zu verleihen.

Georg Stecker ist Vorstandssprecher der Deutschen Automatenwirtschaft. Er spricht davon, dass eine große Schwachstelle beseitigt wird. Denn der Branche ist durchaus bekannt, dass die Einlasskontrollen am späten Abend bisweilen nur ungenügend durchgeführt wurden.

Aber warum wird beides benötigt? Würde nur der Fingerabdruck oder nur der Gesichter-Scan nicht ausreichen?

Face-Check: Es handelt sich um eine Software, welche Gesichtern ein Alter zu weisen kann. Das System ist nicht perfekt, soll aber die Genauigkeit innerhalb einer dreijährigen Toleranzgrenze einhalten. Spieler müssen mindestens 18 Jahre alt sein, um Einlass zu erhalten. Ist ein Besucher jetzt 21 Jahre alt, könnte das System den automatischen Einlass verwehren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Kunde nicht eintreten darf. In diesem Fall wird auf das klassische Verfahren zurückgegriffen. Der Besucher muss seinen Ausweis vorzeigen und auf diesem Wege sein Alter verifizieren.

Fingerprint-Scan: Der Fingerabdruck ist unverwechselbar. Eben diese Logik ist für die Kontrolle ungemein wichtig. Schon seit Jahren wird eine Sperrdatei gefordert, welche Süchtigen der Zugang zu allen Spielhallen verweht. Bislang ist es jedoch an der Umsetzung gescheitert. Der Fingerabdruck könnte die erwünschte Lösung sein. Wer wegen Suchtproblemen gesperrt ist, wird in Berliner Spielhallen zukünftig keinen Einlass mehr erhalten. Grundsätzlich sollte es problemlos möglich sein, bei einer erfolgreichen Umsetzung, das System deutschlandweit einzuführen.

Wo stoßen Face-Check und Fingerprint-Scan an ihre Grenzen?

So könnte ein Fingerprint-Scan in Berliner Spielhallen aussehen. (Bildquelle)

Kleinere Ungenauigkeiten bei der Gesichter-Erkennung wurden bereits angesprochen. Die Abweichung von drei Jahren beim Check können jedoch mit klassischer Ausweiskontrolle kompensiert werden. Der Fingerabdruck ist hingegen eindeutig und zuverlässig. Die Problemzone ist jedoch eine andere.

Für seriöse Spielhallen ist es ein Leichtes das neue System umzusetzen. Freilich muss sich das Verfahren erst einpendeln. Allerdings gibt es eine Baustelle: In zahlreichen Cafés oder ähnlich gelagerten Gastronomie-Betrieben befinden sich Spielautomaten. Derzeit sind diese nicht von den Einschränkungen betroffen. Natürlich ist die Anzahl der Geldspielgeräte in den entsprechenden Etablissements beschränkt. Dennoch bietet sich Minderjährigen und Spielsüchtigen eine Chance zu spielen, ohne Face-Check und Fingerprint-Scan durchlaufen zu müssen.

Klassischen Spielhallen sind über die Gesetzgebung Schranken auferlegt. Die sogenannten Café-Casinos benötigen jedoch keine Glücksspiellizenz. Eine Konzession für den Betrieb einer Gastronomie ist ausreichend. Mit der biometrischen Prüfung wollen sich die Spielhallenbetreiber eben von diesen Cafés absetzen.

Ein näherer Blick nach Berlin erklärt die Notwendigkeit. Derzeit gibt es ungefähr 370 Spielhallen in der Hauptstadt. Eine Reduzierung wird noch in diesem Jahr vorgenommen. Dafür wird der zur Jahresmitte eingeführte Mindestabstand sorgen. Im Vergleich gibt es jedoch ca. 2.500 gastronomische Einrichtungen, die Automaten aufgestellt haben und demzufolge eine Ausweichmöglichkeit bieten.

In Berlin fehlt es für die Umsetzung von Fingerabdruck- und Gesichter-Kontrolle nur noch an der Zustimmung des Datenschutzbeauftragten. In Nordrhein-Westfalen ist ein Pilotprojekt bereits seit dem vergangenen Jahr im Gange und wird bislang positiv aufgenommen.

Spielhallen Berlin: Einlass nach Scan von Gesicht und Fingerabdruck 300 250 2017-03-06 09:07:31 Online-Casino.de

Weitere Casino News