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Spielhallen in Berlin: 208,5 Millionen Euro landen in Automaten

Martin Hill, 17. August 2018, Wirtschaft

Glücksspiel weiter auf Erfolgskurs (Bildquelle)

Die Anzahl der Spielhallen sollte eingedämmt werden – auch in Berlin. Insbesondere junge Erwachsene, aber auch einkommensschwache Spieler sollten von den Automaten ferngehalten werden. Die Realität sieht jedoch anders aus. Unlängst sind diverse Vorschriften, wie die Abstandsregelung, das Verbot von Mehrfachkonzessionen oder die Untersagen von Spielhallen in der Nähe von Jugendeinrichtungen in Kraft getreten. Sollen diese Maßnahmen alle umsonst gewesen sein oder setzt der Effekt mit Verzögerung ein?

In Berlin zumindest scheint der Umsatz der Spielautomaten nicht zurückzugehen. Wie die Lausitzer Rundschau berichtet, bleiben die Zahlen über die vergangenen zwei Jahre weitestgehend konstant. Zuvor war über einen längeren Zeitrahmen ein Anstieg zu vermelden. Während nicht nur die Einsätze bei den Slots auf einem gleichbleibenden Niveau angesiedelt sind, sondern auch die Einnahmen durch die Vergnügungssteuer, betont die Politik, dass zumindest die Anzahl der Spielhallen zurückgeht.

In Berlin bleibt der Umsatz der Spielhallen durch Automaten konstant!

Es ist die Hauptstadt von Deutschland, die natürlich in vielerlei Belangen eine Vorbildrolle übernimmt. Im Jahr 2017 war dieses Thema immer wieder in den Medien. Der Abstand zu Schulen und generell zu Jugendeinrichtungen wurde sogar von einem Gericht bestätigt. Hessen hat 2018 nochmals schärfere Regeln erlassen. Und in Berlin, wo sich der Senat seit längerem darum bemüht, das Stadtbild von den Spielhallen zu entschlacken, ist kein Rückgang der Umsätze zu erkennen. Marcel Luthe fragte in seiner Rolle als FDP-Abgeordneter nach den Gesamtumsätzen. Diese lagen im Jahr 2017 für Berlin bei 208,5 Millionen Euro. Und für das Jahr 2018 wird Hochrechnungen zufolge ein ähnlicher Betrag erwartet. Damit schmeißen die Berliner Einwohner täglich 570.000 Euro in die Spielautomaten. Wenn wir auf das Jahr 2010 zurückblicken, so lag der Umsatz noch bei 142 Millionen Euro.

In den vergangenen Jahren sind die Einsätze in der Spielhallen-Branche immer weiter angestiegen. Doch lässt sich die Aussage des Senats, dass die Anzahl der Spielhallen in der Hauptstadt zurückgehen, ebenfalls belegen. Auf das Jahr 2017 bezogen sind aus 500 Etablissements 477 geworden. Dabei handelt es sich jedoch um einen Rückgang um nicht einmal fünf Prozent. Bereits 2011 war das Spielhallengesetz beschlossen wurden. 2016 fand eine Verschärfung statt. Dahingehend ist der Rückgang aus dem Jahr 2017 sicherlich kritisch zu hinterfragen. Zuverlässige Zahlen aus 2018, im Hinblick auf die Menge der Spielhallen in Berlin, liegen nicht vor. Doch ist der Rückgang weiter so schleppend vorangegangen, ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass die Einnahmen auf einem konstanten Level bleiben.

Umsatz deutschlandweit: Eine Analyse der Einnahmen von Automaten in Spielhallen der Jahre 2002 bis 2016 wurde von Statista durchgeführt. Im genannten Zeitrahmen sind die Umsätze von 2,29 auf 5,61 Milliarden Euro gestiegen.

Wo liegen die Gründe für den anhaltenden Erfolg der Spielhallen?

Spielhallenschließung bedroht viele Jobs (Bildquelle)

An dieser Stelle lässt sich ein wenig Spekulieren. Vielleicht war der Markt mit den Spielhallen noch nicht gesättigt. So hätte die abnehmende Menge an Etablissements mit der zunehmenden Anzahl von Spielern bzw. mit der gesteigerten Höhe der Einsätze konkurriert. Daraus könnte sich durchaus ein Ergebnis ergeben, wobei die Zahlen des Jahres 2018 und 2017 ungefähr auf Augenhöhe zueinander stehen. Die Spielhallen in Berlin werden häufig von finanzschwachen Kunden besucht. Das Glück und die Chance auf ein besseres Leben sind dabei jedoch nur wenigen vergönnt. Besonders von einer Spielleidenschaft betroffen, sind junge Männer und Menschen mit Migrationshintergrund.

Es lässt sich weiterhin ebenso erklären, warum die Reduzierung der Spielhallen schleppend vorankommt. Denn immerhin handelt es sich hierbei um ein lukratives Geschäft. Die Unternehmer können sich daher geschickte Anwälte leisten. An diesem Punkt muss jedoch ebenso erwähnt werden, dass die Bundesländer nicht immer vorbildlich handeln. Denn nur wenn die Anwälte eine Angriffsfläche finden, ist ein Aufschub der Schließungen möglich. So sind schon Spielhallen angeschrieben wurde, die ihren Laden dicht machen sollten, weil ein Los dies so verfügt hat. Objektive Fakten oder ein durchsichtiges Losverfahren konnten nicht vorgewiesen werden. Dementsprechend wurde der Beschluss wieder aufgehoben.

Keine Langzeitstudie: Ob das Schließen von Spielhallen zu weniger Spielern führt, ist ebenfalls noch nicht erwiesen. In einer Zeit, wo Online wesentlich mehr Automaten verfügbar sind als im Lokal um die Ecke, ist dies jedoch zu bezweifeln.

Pro und Contra der Spielhallen und Spielautomaten

Es gibt durchaus Argumente, die Spielhallen geöffnet zu lassen. Denn diese Branche bringt den Ländern und dem Staat ein nicht zu unterschätzendes Einkommen ein. Dies darf freilich nicht auf den Rücken der Spielsüchtigen geschehen. Aber können diese lokal nicht besser geschützt und kontrolliert werden, als dies im Internet der Fall ist? Abseits der Spielhallen gibt es zudem noch immer Geldspielgeräte in der Gastronomie. Hier findet gar keine Überprüfung statt. Es sei denn ein Minderjähriger sitzt am Automaten. Generell ist es vielleicht der falsche Ansatz die Spieletablissements reduzieren zu wollen, um eine geringere Anzahl von Glücksspielern zu bekommen. Umgekehrt könnte sich das Problem über eine generelle Aufklärung von alleine lösen. Kämen dadurch weniger Kunden in die Spielhallen, müssten diverse Geschäfte ihre Türen schließen.

Spielhallen in Berlin: 208,5 Millionen Euro landen in Automaten 1200 1000 2018-08-17 16:10:11 Online-Casino.de

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