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Spielsucht: Betroffene erwartet Unterstützung

Ralf Schneider, 17. Oktober 2016, Sport & Spiel

Brandenburg hat sich zu einer Landessuchtkonferenz durchweg positiv geäußert und beschlossen, pathologischen Spielern künftig noch mehr Hilfe zukommen zu lassen. Man habe sogar geplant, einen „Arbeitskreis pathologisches Glücksspiel“ auf die Beine zu stellen, um betroffene Spieler schneller und effizienter als bislang zu unterstützen. Dies teilte Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen, mit.

Brandenburg mit gutem Beispiel voran

Schon seit Jahren ist bekannt, dass das Thema Glücksspielsucht ein wachsendes Problem ist. Die bisher getroffenen Maßnahmen zeigten bislang nur wenig Wirkung. Hatte man Spielhallen im Land begrenzt und die Anzahl der Geräte pro Halle drastisch minimiert, wirkte sich dies höchstens negativ auf die Unternehmen aus. Einen Rückgang der Spielsüchtigen kann man bis heute nicht beobachten. Letztlich ist natürlich jeder Spieler für sich selbst verantwortlich. Wer jedoch die Kontrolle über sein Verhalten verliert, dem will man in Brandenburg nun noch schneller zur Seite stehen – darunter mit Beratungsstellen und Therapieplätzen. Die Anzahl der Behandlungsmöglichkeiten wird dazu deutlich gesteigert werden müssen. Auch die Themen Jugendschutz sowie Spielsuchtprävention dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben. Für die nähere Zukunft ist zumindest in Brandenburg geplant, alle Angebote dieses Bereichs gezielt miteinander zu vernetzen – wodurch es die Betroffenen und teilweise auch Angehörigen einfacher haben, Unterstützung zu bekommen.

Spielsucht – Hilfe wird verstärkt

Die Landesstelle für Suchtfragen in Brandenburg vermutet, dass rund 7.200 Menschen im Land unter pathologischer Glücksspielsucht leiden. Zumindest sei ihr Verhältnis mit dem Thema Glücksspiele bedenklich. Von den geschätzen Betroffenen sind es mindestens 6.400, die pathologisches Verhalten an den Tag legen. Die Dunkelziffer lässt sich indes nur schwer benennen, doch man kann durchaus davon ausgehen, dass diese Zahlen nur bedingt eingrenzen, wie es um Brandenburgs Bürger steht. Hardeling erklärt die Auswirkungen der Spielsucht. Pathologische Spieler verlieren mit der Zeit nicht nur den Blick fürs Wesentliche, sondern setzen auch ihre Jobs und ganze Familien aufs Spiel. Schulden wachsen indes unaufhörlich. Das Problem ist, dass an Spielsucht erkrankte Menschen nicht gleich auffallen. Oder wie Hardeling es beschreibt: „Den Spielern ist das nicht anzusehen oder zu riechen, wie beispielsweise bei Alkoholmissbrauch.“

Betroffene selbst tun sich in der Regel schwer damit, sich die Sucht einzugestehen und etwas dagegen unternehmen. Zumindest in staatlich lizenzierten Casinos besteht die Möglichkeit, sich in die Sperrkartei eintragen zu lassen. Diese ist deutschlandweit vernetzt. Außen vor bleiben jedoch Spielhallen – wobei Hessen die einzige Ausnahme bildet. Bisher gibt es in Brandenburg lediglich 13 Beratungsstellen, die Betroffene unterstützen und Therapiemöglichkeiten nennen können. Nicht viel, aber immerhin ein Anfang. In Zukunft soll ein Netzwerk entstehen, dass gezielt Hilfe leistet. Gerade in Zeiten wachsender Spielsucht geht das Bundesland nun mit gutem Beispiel voran.

Spielsucht: Betroffene erwartet Unterstützung 900 540 2016-11-03 11:47:57 Online-Casino.de

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