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Spielsucht: Führen Computerspiele weiter zum Glücksspiel?

Martin Hill, 15. März 2017, Unterhaltung

Führt Gaming am Computer zur Glücksspielsucht? (Bildquelle)

Das Glücksspiel süchtig macht ist hinreichend belegt. Jetzt sollen Computerspiele als potentielle „Einstiegsdroge“ für Glücksspiele ausgemacht worden sein. Eine Gemeinsamkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Beide Arten zu Spielen werden häufig über den PC und das Internet durchgeführt. Zudem gibt es für Computergames und Internet-Glücksspiele eine Altersbegrenzung. Aber warum können PC-Spiele in die Abhängigkeit der Glücksspielsucht führen?

Tatsächlich gibt es inzwischen unterschiedliche Wege, wie Jugendliche oder junge Erwachsene den Eintritt in die Welt der Wetten und Casino-Spiele finden. Das Computerspiel „Counter-Strike Global Offensive“ (CS: GO) ist ein Action-Spiel, welches zum Glückspiel verleiten kann.

Von Counter-Strike bis hin zum Glücksspiel

Die Spieleplattform Steam kann von jedermann heruntergeladen werden. Hier gibt es eine Altersbeschränkung von 13 Jahren. Wer jünger ist, darf das Portal nicht nutzen. Dort können grundsätzlich Spiele eingekauft werden. Dazu zählt auch CS:GO, wobei hier die Altersvorgabe eigentlich bei 16 Jahren liegt.

Ungefähr 500.000 Spieler zocken jeden Tag zur gleichen Zeit Counter-Strike Global Offensive. Darunter befinden sich zahlreiche Minderjährige und auch welche, die nicht den Altersvorgaben des Herstellers entsprechen. Soweit, so bedenklich. Aber noch sind wir nicht vom Computerspiel zum Glücksspiel gekommen.

Gerade junge Spieler schauen sehr häufig bei YouTube vorbei. Dort ist die Computerspielbranche im großen Stil vertreten. Prominente YouTuber stellen ihren „Skill“ zur Schau, geben aber auch Tipps und Tricks weiter. Allerdings ist in einigen Videos offene Werbung für Glücksspiele zu erkennen.

Aber wie funktioniert das Glücksspiel mit dem Computerspiel? Zunächst können Ingame, also innerhalb des Spiels, virtuelle Waffen erworben werden. Ein externes Tool liest die Bewaffnung aus und lässt einen Handel damit zu. Denn damit wird eine virtuelle Währung erstellt. Und da kein Echtgeld gesetzt werden darf, wird mit der virtuellen Währung ein Glücksspiel betrieben.

Das Ziel der (Glücks-)Spieler ist die Erhöhung der virtuellen Waffen-Währung, um sich eine bessere Ausrüstung leisten zu können. Alternativ ist eine Weiterleitung des Kapitals zu einer anderen Homepage möglich, um das virtuelle in echtes Geld umzuwandeln.

Vielfach wird Geld investiert und verloren. Dies gibt auch Arne Rüger von der Koordinierungsstelle Glücksspielsucht aus Nordrhein-Westfalen zu denken. Er verweist auf eine ungenügende Kontrolle der Nicht-Legalen-Glücksspiele im Internet. Gerade im Hinblick auf die Erreichbarkeit der Kinder und Jugendlichen dieser Webseiten sollte sich Gedanken gemacht werden.

Besonders gefährdet, sowohl für Computer- als auch Glücksspiele, sind männliche Jugendliche und junge Erwachsene.

Woher nehmen die Jugendlichen das Echtgeld zum Spielen?

Kein Online-Banking und die Zustimmung der Eltern für die Einzahlung von Geld für ein gewalttätiges Computerspiel oder sogar ein Glücksspiel bekommen weder Kinder noch Jugendliche. Dennoch ist es dieser Gruppe von Personen möglich, echtes Geld auf das Konto zu transferieren.

Die Zahlung verläuft hier häufig über Paysafecards. Es handelt sich dabei um Prepaid-Karten, die an Tankstellen oder Kiosken ohne Vorlage eines Ausweises oder Alterskontrolle zu erwerben sind. Die Karten können in einem unterschiedlichen Wert gekauft werden. Der Kunde zahlt in Bar und erhält eine Karte mit identischem Gegenwert. Auf der Rückseite ist eine Nummer aufgedruckt. Wird diese bei ausgewählten Online-Seiten eingegeben, kann das Guthaben dorthin überwiesen werden.

Kritik gibt es an dieser Stelle auch an der Spieleplattform Steam, welches die Wetten mit virtuellen Währungen nicht unterbindet. Die Landesstelle Sucht NRW fordert daher „payment blocking“. Neben einem Verbot illegaler Glücksspielseiten wäre es hier den Banken, Geldinstituten und Kreditkartenfirmen untersagt, einen Geldfluss zum Betreiber der gesperrten Homepages einzuleiten. Vom Innenministerium Nordrhein-Westfalen wird aktuell ein Konzept zur Vorlage im Bundesrat ausgearbeitet.

Weitere Verknüpfungen von Computer- und Glücksspielen

Besser Spielsucht vorbeugen, als nachsorgen. (Bildquelle)

Nicht nur der Tausch von virtuellen Waffen in Echtgeld und umgekehrt bietet Verbindungen zwischen dem alltäglichen Computerspiel und einem Glücksspiel. Auch die Sportwettenanbieter haben diverse Wettbewerbe im Angebot, welche sich auf Games beziehen.

Im virtuellen Sport wird beispielsweise ein Hunde- oder Pferderennen simuliert. Dass dieses in Wirklichkeit nicht stattgefunden hat, macht bei der Wettabgabe keinen Unterschied. Hierbei ist es inzwischen sogar möglich, eine virtuelle Partie Fifa durchlaufen zu lassen und hier auf das Ergebnis zu tippen.

Ein weiterer Sektor ist der eSport. Dabei sind echte Computerspieler im Einsatz. Gespielt werden aktuell hauptsächlich Counter-Strike, League of Legends und Defense oft he Ancients 2 (Dota 2). Der Unterschied zum virtuellen Sport liegt darin, dass hier echte Spieler bzw. Gruppen von Spielern gegeneinander antreten. Es gibt fest Veranstaltungstermine und Turniere.

Allerdings ist die Teilnahme an Sportwetten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Buchmacher erst ab einem Alter von 18 Jahren oder älter gestattet.

Können Eltern ihre Kinder warnen?

Kinder und Jugendliche finden sich in der schnelllebigen Internet-Welt zumeist besser zu Recht als die Erwachsenen. Gerade bei neuen Computerspielen verlieren die Erziehungsberechtigten schnell den Überblick.

Dennoch sollten Eltern ihren Kindern und Jugendlichen Grenzen bei der Online-Nutzung je Tag, ebenso in Bezug auf Computerspiele aufzeigen. Ein gemeinsamer Blick in das Spiel oder die dahinterstehende Plattform schaffen Verständnis. Über finanzielle Fallstricke in eine eventuelle Suchtgefährdung können Eltern ihre Kinder aufklären, um die Gefahr einer Glücksspielsucht zu mindern.

Allein in Nordrhein-Westfalen sind 40.000 Personen von einer Spielsucht betroffen. Kinder und Jugendliche weisen eine hohe Gefährdung auf, in diesen Kreis aufgenommen zu werden.

Spielsucht: Führen Computerspiele weiter zum Glücksspiel? 300 250 2017-03-15 14:47:25 Online-Casino.de

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