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Spielsucht nimmt bei mobiles Glücksspiel weiter zu

Martin Hill, 4. Oktober 2017, Sport & Spiel

Glücksspiel via App nur einen Klick entfernt (Bildquelle)

Wird mobiles Glücksspiel zum Problem? Tatsächlich besitzen die meisten Bundesbürger ab zwölf Jahren bereits ein Smartphone. Allein im Jahr 2017 sollen bis zu 24,1 Millionen Stück verkauft werden. Tablets sind hier noch gar nicht eingerechnet. Und doch ermöglichen beide Devices unter anderem das Online-Glücksspiel. Nach einer Studie der National Problem Gambling Clinic (NPGC) haben die betroffenen einer mobilen Glücksspielsucht seit 2017 weiter zugenommen.

Diese Zunahme der Spielsucht über mobile Plattformen ist anhand von Statistiken belegt. In den Jahren 2012 und 2013 gaben die Betroffenen zu 24 Prozent an, Probleme mit dem mobilen Spielen zu haben. In den Jahren 2016 und 2017 ist dieser Prozentsatz auf 63 angewachsen. Dies ist der Verbreitung von Smartphones und Tablets geschuldet, ebenso wie der Verfügbarkeit mobiler Glücksspiele.

Grundsätzliche Problemstellung: Zugänglichkeit mobiler Glücksspiele

Casino-Anbieter sind bemüht, ihre Dienstleistungen auch auf mobilen Devices, entweder per App oder über eine responsive Homepage anbieten zu können. Dahinter stehen freilich wirtschaftliche Gründe. Umso mehr Personen auf das Angebot zugreifen, desto höher die Einnahmen. Zudem ist es heute eine Frage der Konkurrenzfähigkeit. Andere Online-Casinos nutzen die Chance ihr Portfolio mobil anzubieten. Wer hier zurücksteht, der verliert seine Kunden. Somit hängen beim Unternehmen selbst auch Arbeitsplätze an dieser Entscheidung. Gleichwohl wünschen sich viele Spieler dieses Feature. So ist es möglich, dem einarmigen Banditen bequem von der Couch aus die Hand zu schütteln. Selbst Roulette, Blackjack und Poker können von überall aus gespielt werden.

Solange die Kundschaft sich gut unterhalten fühlt, sind alle Seiten glücklich. Mit dem Einfügen des Themas Glücksspielsucht und Spielerschutz, erhält das mobile Spielen einen faden Beigeschmack. Zunächst einmal erhalten Kinder heutzutage recht früh ihr Smartphone. Laut KIM-Studie (Kindheit, Internet, Medien) surfen 68 Prozent des Nachwuchses allein im Internet. Für die Anmeldung bei einem Online-Casino ist freilich das Alter zu verifizieren. Allerdings kommen die Kinder über die Eltern bisweilen in Kontakt mit Casino-Spielen oder Sportwetten. Der Nachwuchs bekommt mit, wie die Eltern beim Wetten oder Spielen mitfiebern. Ein Verhalten, welches prägt.

Die größte Herausforderung besteht darin, Suchtkranke Spieler von den mobilen Bildschirmen fernzuhalten. Wer eine ausgeprägte Spielsucht entwickelt hat, für den ist das Mobile Gaming eine ständige Bedrohung.

Aus den Augen eines Spielsüchten: Tony Franklin berichtet

Während die einen das mobile Glücksspiel aus Bequemlichkeit zu schätzen gelernt haben, trägt es bei anderen zur Spielsucht bei. Tony Franklin ist ein sich erholender Süchtiger, welcher der BBC gegenüber Stellung zum mobilen Spielen genommen hat. „Hast du erst einmal ein Glücksspiel Konto eröffnet, kannst du auf diesen von deinem Smartphone oder Tablet von überall  zugreifen. Es gibt kein Entkommen.“ Unrecht hat der Spieler nicht. Ein Konto ist schnell erstellt. Und durch die Verbreitung von Smartphone, die teilweise aus dem Alltag oder sogar aus dem Beruf kaum wegzudenken sind, ist die Versuchung ständig präsent. „Ich habe in einem Management-Meeting gesessen und spielte 1.000 US-Dollar beim Roulette auf eine Zahl“, so Franklin. Weiterhin verwies der von Spielsucht Betroffene darauf, dass die Unternehmen besser prüfen sollten, ob Kunden ihre Einsätze im Zweifel überhaupt erfüllen können.

Ein interessanter Vergleich mit Banken und der Vergabe von Krediten ist nicht von der Hand zu weisen. Denn wer ein Haus kaufen möchte und sich dafür von der Bank Geld leiht, wird auf seine Liquidität hin überprüft. Das Einkommen ist nachzuweisen, Eigenkapital wird geprüft und daraus eine mögliche Kreditsumme ermittelt. „Glücksspiel Unternehmen sind in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass Spieler verantwortungsbewusst spielen“, so Franklin.

Problemspieler über mobile Devices: Mobiles Glücksspiel steht mit 63 Prozent an der Spitze, gefolgt von 59 Prozent bei den Wetten. Bingo nimmt immerhin noch 6 Prozent ein.

Wie Online-Spieler mit Gratsspielen geködert werden

Spielsucht am Bildschirm (Bildquelle)

Mobile Games sind nicht immer mit einem Echtgeldeinsatz behaftet. Es gibt vermutlich Millionen von Spielen, die ohne den Einsatz von echtem Geld auskommen. Allerdings ist ein gewisser Teil davon dennoch darauf ausgelegt, die Spieler zum Glücksspiel zu verleiten. So finden sich Games, welche den Spielautoamten eines Casinos ähneln. Der Unterschied: Der Spieler gewinnt überproportional oft. Grundsätzlich ist dies kein Problem. Kein Geld, kein Gewinn, keine Auszahlung. Es verfestigt jedoch den Eindruck, dass bei einem echten Casino-Spiel mit Leichtigkeit ein Gewinn zu erzielen ist. Tatsächlich haben Spielautomaten eine Auszahlungsquote von ungefähr 95 Prozent. Anders ausgedrückt: 5 Prozent vom gesamten Einsatz verbleiben bei der Spielbank.

Social Games erreichen zudem eine jüngere Zielgruppe. Diese können ebenfalls zu Spielen mit Echtgeldeinsatz verleiten. Allerdings ist dies gar nicht nötig. Denn dort gibt es oftmals auch die sogenannten Ingame-Käufe. Für besondere Gegenstände, welche im Spiel Vorteile bringen, kann Geld ausgegeben werden. Freilich ist dies nicht nötig. Wenn die Freunde jedoch mehr Erfolg im Spiel haben und der Spieler selbst nicht zurückstehen möchte, ist die Hemmschwelle Geld zu investieren, geringer. Mit Bezug auf die junge Zielgruppe spricht Simo Dragicevic als CEO von BetBuddy, einer Plattform die das Verhalten bei Online-Glücksspielen analysiert, eine unbequeme Wahrheit aus: „Die jungen Leute sind es, die das Meiste riskieren. Sie sind noch nicht erwachsen genug, um kluge Entscheidungen zu treffen. Wenn sie um Geld spielen wollen, finden sie einen Weg.“

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