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Spielsucht Studie: Helfen Warnhinweise auf Automaten?

Christian Webber, 19. September 2018, Sport & Spiel

Statistiken zum Glücksspiel (Bildquelle)

Automaten gehören zu den Glücksspielen, welche bei einer Spielsucht sehr häufig genannt werden. Egal ob in der Spielbank, der Spielhalle, dem Online-Casino oder sogar der Kneipe, überall finden sich die Geldspielautomaten mit ihren blinkenden Symbolen. Einige nutzen die Geräte zur Unterhaltung, während sie in einem Imbiss auf ihr Essen warten. Andere schmeißen jährlich ein kleines Vermögen in die Schlitze und hoffen jedes Mal auf den großen Wurf. Jetzt sollen Warnhinweise den Spieler über die Funktion der Spielautomaten aufklären.

An dieser Stelle bietet sich ein Vergleich zu den Lebensmitteln an. Wer im nächsten Supermarkt um die Ecke das Lebensmittelregal betrachtet, der findet exakt aufgeschlüsselt, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Gleichwohl sind weitere Informationen zur Haltbarkeit und gegebenenfalls zu den Lagerbedingungen aufgeführt. Ein ähnliches Konzept soll beim Glücksspiel helfen. Forscher haben sich hinsichtlich des verantwortungsvollen Spielens Gedanken gemacht, was den Spielern helfen könnte. Derzeit wird untersucht, ob sich das Spielverhalten mit Warnhinweisen ändert.

Welche Infos stehen dem Spieler auf den Automaten zur Verfügung?

In Amerika wird inzwischen auf Lakritze geschrieben, dass sie die Zähne Gelb färbt. Und bei McDonalds ist auf dem Kaffee ein Vermerk zu lesen, dass dieser heiß ist. So weit sind wir in Deutschland nicht – zumindest nicht bei Verbrauchsgütern. Bei Zigaretten können Kunden an der Kasse jedoch problemlos lesen, was für Folgen das Rauchen haben kann. Dennoch geht es bei der Studie bezüglich der Spielautomaten nicht darum einen Aufdruck aufzubringen, auf dem steht „Automatenspiele können zur Spielsucht führen“. Vielmehr soll den Kunden nähergebracht werden, wie ein Slot eigentlich funktioniert. Denn nicht jeder Spielautomat funktioniert gleich, selbst wenn die Geräte in einer Spielhalle absolut identisch aussehen. An der Universität von Waterloo haben sich daher zwei Forscher gedacht, dass Aufdrucke auf den Automaten das Spielverhalten beeinflussen können – ebenso wie entsprechende Informationen auf Lebensmitteln das Kauf- und Konsumverhalten beeinträchtigen.

Die Kernfrage ist also folgende: „Führen Etiketten auf dem Automaten eine Veränderung des Spielverhaltens herbei?“ Das Ziel ist natürlich vor Spielsucht zu schützen und nicht etwa einen noch höheren Einsatz oder ein länger anhaltendes Spielverhalten zu fördern. In diesem Rahmen wurden die Slots mit Aufdrucken versehen, wo die Gewinnwahrscheinlichkeit aufgeführt ist. Hier ist der englische Begriff „Return on Investment“ (ROI) gebräuchlich, der in diesem Fall die prozentuale Ausschüttung anzeigt. Die Studie wurde übrigens im Grand River Raceway Casino in Elora über drei Wochen, an ungefähr 250 Automaten vorgenommen.

Automaten Labels: Forscher haben untersucht, ob Aufdrucke auf Slots das Spielverhalten beeinflussen. Als Maßnahme gegen Spielsucht scheint die Idee jedoch nicht geeignet, wie nachfolgend erklärt wird.

Informationen zu Automaten helfen nicht gegen Spielsucht

Klassische Slot-Walzen (Bildquelle)

Die Forscher wollten unter anderem herausfinden, ob die Automaten mit niedrigerem ROI weniger intensiv bespielt werden. Tatsächlich hat das Experiment in dieser Hinsicht jedoch keinen Erfolg gebracht. Die Kunden selber zeigten sich einerseits zufrieden, mehr über ihren Spielautomaten herauszufinden. Dies betrifft einerseits die Funktionalität, aber auch die Chance einen Erfolg zu erzielen. Doch eben die letztgenannte Info hatte eher den gegenteiligen Effekt. Denn Slots haben oftmals einen ROI, der irgendwo bei 90 Prozent beginnt und sich bis zu 97 Prozent bewegen kann. Hier stößt die Studie auf ein Problem.

Denn es handelt sich hierbei um die durchschnittliche Ausschüttung des Einsatzes. Diese ist nicht auf den einzelnen Spieler bezogen. Kunde A kann zehn Drehungen vornehmen und zehn Mal verlieren. Dies mag auf 100 Kunden zutreffen. Und dann knackt einer den Hauptgewinn und bekommt knapp 10.000 Euro ausgespielt. So erreichen wir einen ROI von über 90 Prozent, aber ein Großteil der Spieler schaut dennoch in die Röhre. Da die Anwender in der Regel auf größere Gewinne spekulieren, müssen diese mit den Verlusten anderer finanziert werden. Und ein gewisser Anteil der Einsätze geht natürlich an die Automatenentwickler und das Casino selber. Fakt ist, dass einige Spieler an den Automaten noch intensiver und länger spielten, weil sie wegen dem Auszahlungsschlüssel den nächsten Gewinn kurz bevorstehen sahen.

Aus der Studie ausgenommen: Das Forscherteam wollte die Aufdrucke noch mit einer Statistik versehen, welche Kosten die Geräte für das Casino selber verursacht. Diese Werte sind jedoch schwer zu erfassen und wurden daher gestrichen.

Prognose zur Studie, dem Spielverhalten und Spielsucht

Die Studie mag nicht direkt zum Erfolg geführt haben, dennoch sind die Forscher mit den Ergebnissen nicht unzufrieden. Denn die Spieler an den Geräten entwickelten ein neues Verständnis, wenngleich dieses nicht immer einen Erfolg mit sich brachte. Außerdem gilt es in der Zukunft die bisherigen Erkenntnisse ausführlich zu analysieren. Eine ähnliche Studie soll im nächsten Jahr weitere Daten liefern. Die Labels für die Automaten sollen diesbezüglich überarbeitet werden. Die Forscher sprechen hierbei insbesondere die Spielsucht an: „Wir wissen, dass die gesundheitlichen Folgen des Glücksspiels real und schwerwiegend sind. Die Glücksspiel-Betreiber dürfen die Kunden deswegen nicht mit falschen Versprechungen in die Irre führen.“ Mit diesem Hintergrund möchte das Forscher-Team weiter über die Chancen und Gefahren aufklären. Nähere Informationen zum Thema, der Studie und den Ergebnissen gibt es auf Englisch auf Playusa.

Spielsucht Studie: Helfen Warnhinweise auf Automaten? 1200 1000 2018-09-19 16:19:42 Online-Casino.de

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