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Sportradar: So wurde das Schweizer Startup zum Einhorn

Martin Hill, 13. Juli 2018, Wirtschaft

Sportradar Logo (Bildquelle)

Sportradar ist ein junges Unternehmen, ein sogenanntes Startup, aus der Schweiz. Seit kurzem darf sich die Firma, welche Daten zu Sportereignissen erfasst, als Einhorn bezeichnen. In der Finanzwelt ist ein „Unicorn“ ein Startup-Unternehmen, welches eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Euro vorweisen kann. Gegründet wurde die Firma als Market Monitor im Jahr 2000 von Tore Steinkjer und Petter Fornaess.

Von der Umbenennung hin zu Sportradar bis hin zum Einhorn-Status sind nur wenige Jahre vergangen. Bekannt ist, dass der Umsatz des Unternehmens 2014 rund 91 Millionen Euro betrug. 2017 waren es bereits 290 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn bezifferte sich auf 43 Millionen Euro. Für eine Firma, die lediglich 1.700 Angestellte beschäftigt, ein überaus ordentliches Ergebnis. Aber womit beschäftigt sich Sportradar konkret? Und wie ist die Aktiengesellschaft zu einem Einhorn geworden?

Über Sportradar: Hintergründe, Fakten und Dienstleistungen

Sportradar ist ein Unternehmen, welches in vielen Bereichen des Sports im Hintergrund aktiv ist und doch wissen viele Menschen gar nicht, worin deren Aufgabe liegt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Erfassung von Sportdaten. Diesbezüglich ist die Firma mit ihren Mitarbeitern an 35 Standorten in 24 Ländern kompetent aufgestellt. Auf diesem Wege gelingt es Sportradar Statistiken und Live-Daten zu Fußball-Spielen und anderen Sportereignissen bereitzustellen. Diese Datenerfassung wird als Dienstleistung an diverse Kunden veräußert. Dazu gehören freilich die Wettanbieter. Weiterhin sind die UEFA, die IOC und inzwischen sogar die FIFA unter den Kunden zu finden. Tatsächlich hat Sportradar unlängst ein Tochterunternehmen in den Vereinigten Staaten gegründet. Dort werden Daten für die NFL, NHL und NASCAR zusammengestellt. Auch als Partner der International Tennis Federation tritt die Firma auf.

Wohingegen die Buchmacher mit Daten unterstützt werden, findet ebenso eine Kooperation mit dem DFB im Sektor der Bekämpfung von Wettmanipulation vor. Diesbezüglich wurde eigens ein Fraud Detection System entwickelt, welches bei unnatürlichen Einsätzen anschlägt und Meldung macht. Weit über 2.000 manipulationsverdächtige Partien wurden bereits aufgespürt. Entsprechende Daten gingen an die Strafverfolgung. Workshops mit Verbänden oder Ligen gehören ebenso zu den Dienstleistungen von Sportradar. Schnittstellen für Statistiken, sowie zur Visualisierung von Spielereignissen werden für über 325.000 Ereignisse bereitgestellt. Unter anderem nutzen Fox Sports und sogar Google, sowie Facebook diese Daten.

Sport TV: Zur Marke Sportradar gehört ebenso der Sender Laola1.tv, welcher online Sportveranstaltungen ausstrahlt.

EQT verkauft Anteile und macht Sportradar zum Einhorn

Sportradar liefert Statistiken für Buchmacher (Bildquelle)

Ein Einhorn ist ein Startup, welches mit über 1 Milliarde Euro bewertet wird. Sportradar darf sich künftig als ein solches Fabelwesen bezeichnen. Seit seiner Investition im Jahr 2007 ist Carsten Koerl, ein Deutscher, Mehrheitsaktionär und somit Eigentümer. Tatsächlich wird er anderswo sogar als Gründer genannt. Dies geht darauf zurück, dass der Name Sportradar erst mit seinem Einstieg, sowie der Gründung der Sportradar AG im gleichen Jahr in Umlauf gelang. Die Private-Equity-Gesellschaft EQT hat seine Anteile als Minderheitsaktionär veräußert. 35 Prozent gehörten dem Unternehmen, welches seine Anteile 2012 für 44 Millionen Euro erwarb. TCV und CPP haben die Anteile unter sich aufgeteilt.

CPP ist ein Unternehmen Namens Canada Pension Plan Investment Board, welches Spargelder der kanadischen Rente investiert. TCV ist Großinvestor und hatte bereits in Facebook, Tripadvisor und Airbnb investiert. Durch den Deal ist der Unternehmenswert von Sportradar prompt auf 2,4 Milliarden US-Dollar angestiegen (knapp 2,1 Millionen Euro). Heute ist die Aktiengesellschaft Partner von mehr als 1.000 Unternehmen in 80 Ländern dieser Welt. Übrigens gibt es weitere prominente Aktionäre, die Anteile an dem Unternehmen Sportradar halten. Dazu zählt der ehemalige Weltklasse-Basketball-Spieler Michael Jordan. Mark Cuban und Ted Leonsis sind ebenfalls eingestiegen.

5 Milliarden Datensätze: Werden täglich erfasst! Dazu zählen die Karten im Fußball, die 3-Punkte-Abschlüsse im Basketball und die Touchdowns beim American Football. Alle Informationen die gezählt und statistisch verarbeitet werden können, finden sich im System von Sportradar wieder.

FIFA wird Kunde von Sportradar

Die Federation Internationale de Football Association, kurz FIFA, ist einer der neueren Partner von Sportradar. Etwas länger als ein Jahr wehrt diese Partnerschaft bereits. Ziel ist die Vermeidung und Aufklärung von Match-Fixing. Die Wettquoten der Buchmacher orientieren sich deutlich an den Tipps, welche die Kunden platzieren. Setzen 1.000 Spieler auf Bayern München und keiner auf den Gegner, so senkt sich die Wettquote für den Rekordmeister und die andere Mannschaft bekommt einen höheren Wert zugewiesen. Verhalten sich die Quotierungen jedoch gegensätzlich zur eigentlichen Team-Stärke, so schlägt das System Alarm.

Eine Manipulation im Fußball kann beispielsweise von mehreren Beteiligten begangen werden. Der Schiedsrichter gilt hierbei immer als schwächstes Glied. Aber auch einzelne Spieler können mit ihren Aktionen einen Elfmeter herbeiführen und so das Spiel zu ihren Ungunsten entscheiden. Selbst beim Tennis hat es schon öfters einen Manipulationsverdacht gegeben. Hier ist es für die involvierten Spieler ein Leichtes, einige Schläge daneben zu setzen oder bestimmte Bälle nicht mehr zu erreichen. Dies lässt sich anhand des Spielverlaufes nicht nachvollziehen. Die Quotenentwicklung und deren Überwachung geben hingegen einen Anhaltspunkt auf eventuell beeinträchtigte Partien. Häufig limitieren die Buchmacher sogar die Einsätze auf kleine Veranstaltungen, um so ebenfalls der Manipulation vorzubeugen. Denn in Regionen, wo die Sportler nicht mit Millionenverträgen ausgestattet sind, ist die Spielverschiebung sonst leichter zu bewerkstelligen.

Sportradar: So wurde das Schweizer Startup zum Einhorn 1200 1000 2018-07-13 15:43:48 Online-Casino.de

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